The Good American

Film
Titel The Good American
Produktionsland Deutschland / USA
Originalsprache Deutsch, Englisch
Erscheinungsjahr 2009
Länge 92 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Galeria Alaska Productions
Stab
Regie Jochen Hick
Drehbuch Jochen Hick
Produktion Jochen Hick
Kamera
  • Jochen Hick
  • Wolfram Emter
  • Keith Richmond
  • Tom Weise
Schnitt Thomas Keller
Besetzung

The Good American ist ein deutscher Dokumentarfilm von Jochen Hick aus dem Jahr 2009.

Inhalt

The Good American porträtiert den in die USA ausgewanderten Deutschen Tom Weise, heute Tom Richmond, einige Monate vor seiner Rückkehr nach Deutschland. Tom Weise ist einer der Gründer des Hustlaballs, einer internationalen Schwulenparty, ursprünglich gegründet zur Förderung der Akzeptanz männlicher Sexarbeit. Gleichzeitig betreibt Weise eine wirtschaftlich erfolgreiche Website für Escort-Service. Obwohl Tom aufgrund seiner HIV-Erkrankung illegal in den USA leben muss, genießt er in der schwulen Szene aufgrund seiner erfolgreichen Aktivitäten Bekanntheit. Tom präsentiert sich als selbstsicherer und erfolgreicher Geschäftsmann. Doch Hick zeigt ihn als vielschichtige Persönlichkeit in seiner Verletzbarkeit, seinen Unsicherheiten und mit seinen Träumen. Hick gibt anhand Toms persönlicher Geschichte, auch Einblick in die Arbeit im Escortbereich und die Entstehung des Hustlaballs, sowie deren Bedeutung für die schwule Community.

Protagonisten

Produktion und Veröffentlichung

The Good American entstand ohne Filmförderung oder TV-Beteiligung. Die Hauptdrehphase fand zwischen Oktober 2006 und Oktober 2007 statt. Drehorte waren Las Vegas, New York, Fire Island (The Pines), Hannover und Berlin. Der Film feierte seine Weltpremiere im Februar 2009 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin, Sektion Panorama. Der Film lief auf verschiedenen internationalen Filmfestivals, u. a. Internationales Dokumentarfilmfestival München, Montreal World Film Festival. Kinostart war am 27. August 2009. Es war die erste Zusammenarbeit mit dem Editor Thomas Keller, der mit Out in Ost-Berlin, Mein wunderbares West-Berlin bis hin zu Queer Exile Berlin insgesamt sieben Filme von Jochen Hick editiert hat.

Rezeption

Jochen Hicks’ Handschrift ist unverkennbar: „Hick ist in seinem teils beklommen stimmenden Szeneportrait so dicht an seinem Sujet wie zuvor in der Doku Cycles of Porn: Sex/Life in L.A. Er schafft es, das Publikum tief in eine Welt eintauchen zu lassen, die oft von Klischees geprägt ist. Seine Kamera bleibt dicht an den Protagonisten, insbesondere an Weise. Dabei zeigt sich Hick nicht als distanzierter Beobachter, sondern als einfühlsamer Dokumentarist, der authentische Momente einfängt und seinen Protagonisten Raum gibt, sich selbst zu präsentieren. Die Stärke des Films liegt in seiner Vielschichtigkeit: Weise wird als charismatische, reflektierte und von Rückschlägen geprägte Figur dargestellt, deren Leben zwischen Erfolg und Ernüchterung changiert. Seine unerschütterliche Liebe zu seinem Partner Keith verleiht dem Film eine persönliche, emotionale Tiefe.“

Gleichzeitig wird jedoch kritisiert, dass Hick in Bezug auf Weises geschäftliche Tätigkeiten im Escort-Bereich wenig kritisch bleibt. Die Dokumentation wirke eher wie eine Hommage als eine analytische Auseinandersetzung mit den moralischen und gesellschaftlichen Fragen, die das Sexgewerbe mit sich bringt Einblick in die Szene gibt der Film auch über die Räume: von den schmuddeligen Wohnungen der Escort-Arbeiter über die dunklen, geheimnisvollen Lederclubs bis hin zu Weises hellem, privaten Apartment. Diese Räume dienen nicht nur als Kulisse, sondern sprechen ohne Bewertung und Einordnung für sich selbst. Weises Rückkehr nach Deutschland gestaltet sich nicht als triumphale Heimkehr, sondern als harter Aufprall in einer Realität, die weniger glamourös ist als erhofft.

Die Stärke des Films liegt einerseits in der Nähe zu den Protagonisten, vor allem den Escorts, die mit aller Offenheit über ihr Leben sprechen, andererseits in der Zurückhaltung in moralischen Fragen.

Einzelnachweise

  1. ↑ The Good American (PDF; 0,2 MB), auf berlinale.de
  2. ↑ The Good American, auf dokfest-muenchen.d
  3. ↑ Ulrike Reche: ‘AUFGRUND EINMALIGER EIGENSCHAFTEN. Abgerufen am 25. Februar 2025.
  4. ↑ The Good American, auf frameline.org
  5. ↑ Stefan Volk: The Good American | filmdienst. Abgerufen am 25. Februar 2025.
  6. ↑ Konstantin Lannert: The Good American | Tagesspiegel. Abgerufen am 25. Februar 2025.
  7. ↑ Manuela Kay: Ausgeträumt | Siegessäule. Abgerufen am 25. Februar 2025.
Weitere Filmlinks: