The Last Note

Film
Titel The Last Note
Originaltitel Το Τελευταίο Σημείωμα
Produktionsland Griechenland
Originalsprache Griechisch, Deutsch
Erscheinungsjahr 2017
Länge 117 Minuten
Stab
Regie Pantelis Voulgaris
Drehbuch Ioanna Karystiani, Pantelis Voulgaris
Produktion Giannis Iakovidis
Musik The Boy
Kamera Simos Sarketzis
Schnitt Takis Giannopoulos
Besetzung

The Last Note (griechisch Το Τελευταίο Σημείωμα, To teleftaio simioma, deutsch Die letzte Notiz) ist ein Film unter der Regie von Pantelis Voulgaris, der das Schicksal der 200 griechischen politischen Gefangenen zeigt, die 1944 von den deutschen Besatzern als Vergeltung eines Attentats auf einen deutschen Offizier in Kaisariani erschossen wurden.

Handlung

Der Film beginnt mit einer Szene in schwarz-weiß: Trauernde Frauen und alte Männer beerdigen Angehörige. Eine junge Frau findet im Anzug ihres Toten ein Blatt Papier, die letzte Notiz.

In Farbe wird fortgefahren und gezeigt, was vorher im Frühjahr 1944 geschah. Napoleon Soukatzidis, ein aus Kreta stammender Kommunist, der sich schon lange in Exil und Haft befindet, muss als Dolmetscher für den deutschen Kommandanten des Konzentrationslagers Chaidari Karl Fischer fungieren. Bei Verhören muss er übersetzen, wird Zeuge des grausamen Verhaltens Fischers, dessen Aneignung geplünderter Gegenstände, aber auch dessen Bewunderung für die alte griechische Kultur. Soukatzidis lebt zusammen mit zahlreichen anderen politischen Gefangenen in einer großen Zelle des Lagers, in dem gegenüberliegenden Gebäude sind Frauen inhaftiert. Die meisten Gefangenen verbindet ihre politische Überzeugung und die Sicherheit, dass der Krieg bald vorbei sein wird. Durch in Brot versteckte Nüsse, die kleine Nachrichten enthalten, werden die Insassen über das Kriegsgeschehen auf dem Laufenden gehalten. Einige feinden Soukatzidis an, da sie meinen, er genieße Privilegien wegen seiner Nähe zu den Nazis, jedoch dolmetscht dieser nur, weil die Partei ihn dazu verpflichtete.

Gelegentlich dürfen die Gefangenen hinter Zäunen und unter Aufsicht Besuch empfangen. Chara Lioudaki besucht ihren Verlobten Soukatzidis und beide träumen von einem Leben zusammen. Trotz der guten Nachrichten über den baldigen Sieg ausländischer Mächte wird das Schicksal der Insassen durch eine Aktion des griechischen Widerstands besiegelt. Am 27. April 1944 erschießen Partisanen den Militärkommandanten von Lakonien Krech und drei Männer aus seiner Eskorte. In Lakonien werden als Vergeltung wahllos einhundert griechische Männer und Frauen auf Feldern und in ihren Dörfern erschossen. Aber der Armeeführung ist dieser Blutzoll nicht hoch genug, es sollen noch 50 Männer pro toten Deutschen, also 200 Männer, hingerichtet werden. Den Auftrag dafür erhält Karl Fischer, weil er als Kommandant des Konzentrationslagers viele Menschen in seiner Gewalt hat. Fischer versucht vorher, Soukatzidis ein Leben mit seiner Verlobten in Berlin anzubieten. Als Gegenleistung verlangt er die Namen der Mitgefangenen, die Nachrichten schmuggeln, aber darauf geht der Dolmetscher nicht ein.

Von der für den 1. Mai 1944 geplanten Hinrichtung erfahren die Gefangenen durch einen Kameraden, der beim Säubern des Bades ein Gespräch der Offiziere hört und Deutsch versteht. Offiziell wurde nur die Umlegung von 200 Insassen verkündet. In ihrer letzten Nacht tanzen und singen sie die Gefangenen alle zusammen. So zollen sie dem Leben Tribut und lassen die Deutschen nicht gewinnen, da sie ihre Stolz behalten und aufrecht bleiben, sich für ihren letzten Tag gut anziehen und rasieren. Die Deutschen hören die Männer und Fischer versucht halbherzig, per Telefon seinen Vorgesetzten umzustimmen, weniger Menschen der Vergeltung zu opfern.

Früh morgens am 1. Mai 1944 erfolgt der Apell im Hof. Ein letztes Mal dolmetscht Soukatzidis den deutschen Befehl zur Hinrichtung. Fischer will ihn retten und einen anderen Gefangenen an seiner Stelle schicken, aber dieses Angebot lehnt der Dolmetscher ab, denn er empfindet so ein Verhalten als ehrlos. Die gefangenen Frauen verabschieden ihre Kameraden durch ein letztes Lied, das über den Hof klingt.

Am Schießstand von Kaisariani verlangen die Gefangenen, ohne Augenbinden und alle zweihundert gemeinsam erschossen zu werden, jedoch teilt man sie in Gruppen zu zwanzig auf. Viele rufen Ελευθερία (Freiheit) und erheben die Faust, bevor sie sterben. Die deutschen Offiziere fotografieren das Vorgehen. Der Film endet mit Chara, die am Eingang zum Konzentrationslager den Koffer ihres Verlobten abholt, während sie die Worte der letzten Notiz ihres Verlobten hört: Sie soll sich um seinen Vater und seine kleine Schwester kümmern, einen Partner fürs Leben finden und glücklich werden.

Im Abspann werden alle Namen der Hingerichteten aufgelistet.

Hintergrund

Napoleon Soukatzidis (1930)

Die im Film dargestellten Vorgänge beruhen auf historischen Tatsachen, die als das Massaker von Kaisariani in die Geschichte eingingen. Gegen die Verantwortlichen, unter ihnen Karl Fischer, wurde zwar in Griechenland nach dem Krieg ermittelt, jedoch wurden die Ermittlungen auf Druck der Bundesrepublik in die Zuständigkeit deutscher Strafverfolgungsbehörden gelegt und in Deutschland durch eine Einstellungsverfügung beendet. Die im Jahr 2026 durch den griechischen Staat erworbenen Fotografien des Massakers, die von einem deutschen Militärangehörigen aufgenommen wurden, legen Zeugnis von verschiedenen im Film gezeigten Gegebenheiten ab, insbesondere der stolzen Haltung der Männer vor ihrem Tod.

Der mehrfach ausgezeichnete Regisseur Pantelis Voulgaris führte Regie und schrieb zusammen mit seiner Frau, der bekannten Schriftstellerin Ioanna Karystiani, das Drehbuch. Zur Vorbereitung des Films hatten beide die verfügbaren Archivmaterialien recherchiert, um die Ereignisse möglichst genau nachzuzeichnen. Eine Notiz von Napoleon Soukatzidis an seinen Vater aus dem Gefängnis von Larissa, geschrieben im Jahr 1943, ist in den Archiven der Kommunistischen Partei Griechenlands erhalten. Einige seiner Worte kommen auch in dem Film vor.

Der Film kam im Oktober 2017 in die griechischen Kinos.

Rezeption

Thodoris Koutsogiannopoulos hebt auf lifo.gr besonders die Qualität von Heinneckes Darstellung als Kommandant Fischer hervor. Weiter schreibt er: „Zudem verleihen die Bildsprache von Simos Sarketzis und die Musik mit den Klängen von ‚The Boy‘ einer klassischen Geschichte einen zeitgemäßen Charakter, die sich gekonnt von Sentimentalität und Belehrungslust abhebt – mit ruhiger Kraft und Vertrauen in die Figuren.“

Auf flix.gr stellte Dimitris Dimitrakopoulos zwar fest, dass Voulgaris' Film zu dramatisch sei, jedoch bleibe The Last Note „ein Werk, das leidenschaftlich an die Wahrheit seiner Seele glaubt, und eine aufrichtige Schöpfung, die einen unmittelbaren Draht zum Zuschauer findet“.

In der Kritik von cinedog.gr stand, dass Voulgaris „In einem Film, in dem es um die Ermordung von zweihundert Menschen geht, vom Kampf ums Leben [spricht]. Ohne patriotische Lobeshymnen und Parolen, sondern mit der Verpflichtung zur historischen Wahrheit.“ Besonders gelobt wird die ausdrucksstarke Darstellung des Dolmetschers durch Andreas Konstantinou, dessen Gesichtsausdrücke alles zum Ausdruck brächten. Darüber hinaus wird der „unschätzbare Wert der hervorragenden Kameraarbeit“ von Simos Sarketzis gelobt. Bill Giannopoulos von der greekcitytimes.com bezeichnete den Film als „gripping historical drama“ (packendes historisches Drama). Auf cineuropa.org wurde dieses Urteil bestätigt: „this is ultimately how we should be leaving screenings about the history of war and broken lives: with tears in our eyes.“ (So sollten wir letztendlich Filmvorführungen über die Geschichte des Krieges und zerbrochene Leben verlassen: mit Tränen in den Augen).

Der Film nahm sowohl am Chania Film Festival als auch am Internationalen Filmfestival Thessaloniki teil.

Auszeichnungen

The Last Note erhielt 2018 folgende vier Auszeichnungen von der griechischen Filmakademie: Iris Preise für die beste männliche Hauptrolle (Andreas Konstantinou), die besten Kostüme (Gioula Zoipoulou), den besten Ton und das beste Make-up und Specialeffects.

Einzelnachweise

  1. ↑ KZ Chaidari. Abgerufen am 28. Oktober 2026.
  2. 1 2 cchatzi: «Το τελευταίο σημείωμα»: Οι φωτογραφίες της Καισαριανής δικαιώνουν το όραμα του Π. Βούλγαρη - Η πραγματική ιστορία του Ναπολέοντα Σουκατζίδη. In: Grace. 16. Februar 2026, abgerufen am 28. Oktober 2026 (griechisch).
  3. ↑ Γιατί ο Δημήτρης Δανίκας θεωρεί αριστούργημα το «Τελευταίο Σημείωμα» του Παντελή Βούλγαρη. 18. Oktober 2017, abgerufen am 29. Oktober 2026 (griechisch).
  4. ↑ Το τελευταίο σημείωμα (Το τελευταίο σημείωμα) | Σινεμά | LiFO. 26. Oktober 2017, abgerufen am 29. Oktober 2026 (griechisch).
  5. ↑ Το Τελευταίο Σημείωμα - FLIX. 22. Oktober 2017, abgerufen am 28. Oktober 2026 (griechisch).
  6. ↑ Φίλιππος Χατζίκος: Το Τελευταίο Σημείωμα. Cine Reviews. In: CineDogs. 26. Oktober 2017, abgerufen am 28. Oktober 2026 (griechisch).
  7. ↑ Bill Giannopoulos: Greek Drama Film 'The Last Note' Greek City Times. In: Greek City Times. 2. Oktober 2018, abgerufen am 28. Oktober 2026 (britisches Englisch).
  8. ↑ Review: The Last Note. 27. April 2018, abgerufen am 28. Oktober 2026 (englisch).
  9. ↑ Το τελευταίο σημείωμα. In: Chania Film Festival. Abgerufen am 28. Oktober 2026 (griechisch).
  10. ↑ Το τελευταίο σημείωμα. Abgerufen am 28. Oktober 2026 (griechisch).
  11. ↑ Το τελευταίο σημείωμα. In: Ελληνική Ακαδημία Κινηματογράφου. Abgerufen am 28. Oktober 2026 (griechisch).