Theater Stok

Das «Haus zum Krönli» am Hirschengraben 42 in einer Theaterpause

Das Theater Stok (Eigenschreibweise Theater STOK) ist ein eigenständig geführtes Kleintheater im «Haus zum Krönli» am Hirschengraben 42 in der Stadt Zürich. Der ganzjährige Spielplan besteht aus Eigenproduktionen und Gastspielen.

Der Name Stok entsprach ursprünglich dem Familiennamen des Gründers Zbigniew Stok. Heute steht STOK dafür, dass Solisten (S), Tätige (T), Originale (O) und Konsequente (K) im Theater STOK Raum finden.

Lokalität

Das Schild am Eingang des Theaters Stok
Innenansicht des Theaters Stok, 2002

Das Theater ist im ehemaligen Weinkeller des 1739 für Hans Conrad Escher-Pestalozzi erbauten Hauses untergebracht, auch «Haus zum Krönli» genannt. Der Name bezieht sich auf das gegenüberliegende Haus «zum Kronentor», das bis 1828 an das Neumarkttor angebaut war. Das Haus steht als Kulturgut von regionaler Bedeutung unter Denkmalschutz. Die Spielfläche beträgt 4 auf 6 Meter und der Zuschauerraum bietet je nach Bestuhlung 60 bis 80 Zuschauern Platz. Das Inventar ist beweglich und kann den jeweiligen Bedürfnissen angepasst werden. Es gibt keine klassische Bühne mit Vorhang; als Spielfläche dient ein erhöhtes Podest, das von drei Seiten frei einsehbar ist.

Geschichte

Das Theater wurde 1970 als Zbigniew Stok's Kammertheater gegründet. Der erste Spielort war der «Beat-Raum» der Studenten der ETH Zürich an der Leonhardstrasse 25a. Der Raum musste jeweils für jede Vorstellung neu eingerichtet werden. Fester Spielort ist seit Oktober 1971 am Hirschengraben 42.

Zbigniew Stok führte das Theater von 1972 bis zu seinem Tod 1990 zusammen mit Erica Hänssler. Diese betrieb es danach alleine und ab 1992 zusammen mit Peter Doppelfeld weiter. Die beiden Theaterleute traten zusammen auch unter dem Namen «Theater Total» auf. 1993 wurde das Theater von Zbigniew Stok's Kammertheater in Theater Stok umbenannt. Nach dem Tod von Erica Hänssler am 1. Januar 2016 übernahm Peter Doppelfeld die Gesamtleitung. Neben dem Theater am Hirschengraben existiert auch das Theatermuseum (682342 / 249160) am Sihlquai 252, in einer ehemaligen Fabrikantenvilla am Ufer der Limmat. Dort liegen auch die Verwaltungsräumlichkeiten des Theaters Stok.

Nach 34 Jahren Leitungstätigkeit übergab Doppelfeld im Januar 2026 die Theaterleitung an ein neunköpfiges Kollektiv aus verschiedenen Kulturschaffenden, darunter Bettina Dieterle.

Theaterbetrieb

Weil das Theater Stok kein eigenes Ensemble mehr hat, wird in der Regel pro Jahr nur noch eine Eigenproduktion gezeigt. Auch die kürzeren Spielperioden trugen dazu bei. Dafür steht die Bühne des Theaters Stok anderen Künstlern offen. So führte die Shake Company in den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts ihre Produktionen im Stok auf. Seit dem Jahr 2000 ist die Oper im Knopfloch jährlich mit ihrer Produktion zu Gast im Theater Stok.

Das Kleintheater kann wochenweise gemietet werden; vier Auftritte pro Woche sind Pflicht. Dieses Konzept soll dazu beitragen, kleinen Produktionen und freien Künstlern Auftrittsmöglichkeiten zu bieten.

Produktionen

Aufgrund der Fülle der Gastspiele werden nur die Eigenproduktionen vollständig erwähnt.

Eigenproduktionen

Finanzierung

Die Hauptstütze der Finanzierung sind die Einnahmen aus den Vermietungen für Gastspiele und den Eigenproduktionen. Dazu gibt es seit 1983 eine Subvention der Stadt Zürich, die allerdings schwankt (für die Periode 2012–2015 beträgt sie 33'000 Franken). Ein weiterer wichtiger Beitrag ist der zusätzlich gewährte Mieterlass. Der Eigenfinanzierungsanteil betrug 2012 rund 65 %, und die Subvention umgerechnet pro Eintritt 3.20 Franken (bei einem durchschnittlichen Eintrittspreis von 30 Franken). Im Jahr 2012 fanden 183 Vorstellungen mit insgesamt 10’690 Besuchern statt, was einer durchschnittlichen Besucheranzahl von 58 je Vorstellung bzw. 83 % entspricht.

Die Stadt Zürich will nun ihre Subventionen streichen, was die Schließung des Theaters zur Folge hätte. Das "Theater Stok" versucht nun, genügend öffentlichen Widerstand zu organisieren, um dies zu verhindern. Es hat zu diesem Zweck eine Online-Petition gestartet.

Auszeichnungen

Literatur

Commons: Theater STOK – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Kantonsliste A- und B-Objekte Kanton ZH. Schweizerisches Kulturgüterschutzinventar mit Objekten von nationaler (A-Objekte) und regionaler (B-Objekte) Bedeutung. In: Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS – Fachbereich Kulturgüterschutz, 6. Februar 2026, abgerufen am 23. Oktober 2021. (PDF; 397 kB, 21 S., Revision KGS-Inventar 2021 (Stand: 6. Februar 2026)).
  2. ↑ Stadtpräsidentin Corine Mauch: Weisung des Stadtrates an den Gemeinderat. (PDF; 111 kB) GR Nr. 2011/279. Abgerufen am 30. September 2013.
  3. ↑ sda: Erica Hänssler: Leiterin des Zürcher Theaters Stok gestorben. In: Limmattaler Zeitung. 11. Januar 2016, abgerufen am 11. Januar 2016.
  4. ↑ Theaterleiterin Erica Hänssler gestorben. In: Tages-Anzeiger. 11. Januar 2016, S. 29.
  5. ↑ Neues Ensemble übernimmt das THEATER STOK in Zürich. Abgerufen am 22. April 2026.
  6. ↑ Pecunia. In: theater-stok.ch. Abgerufen am 11. Oktober 2013.
  7. ↑ Rettet STOK & KELLER62. In: Act.Campax. Campax, abgerufen am 5. Juli 2023.

Koordinaten: 47° 22′ 23,6″ N, 8° 32′ 51,3″ O; CH1903: 683753 / 247522