Theo Lutz

Theo Lutz (* 23. Juli 1932; † 31. Januar 2010 in Esslingen am Neckar) war ein deutscher Informatiker. Lutz war Professor an der Fakultät für Informationstechnik der Hochschule Esslingen und ein Pionier auf dem Gebiet der digitalen Poesie.

Die stochastischen Texte, die Theo Lutz im Jahre 1959 erzeugte, indem er einen Algorithmus für eine von Konrad Zuse konstruierte Z22 programmierte, sind frühe Beispiele computergenerierter Poesie.

Leben und Beruf

Lutz studierte Mathematik, Physik und Elektronik in Stuttgart und Tübingen und war ab 1959 bei der Standard Elektrik Lorenz AG, Stuttgart-Zuffenhausen beschäftigt. Ab 1966 war er Mitarbeiter von IBM Deutschland, wo er 1982 Leiter der Abteilung Grundsatzfragen bzw. Produktprognosen in Stuttgart wurde, wo er sich unter anderem mit der Technologiefolgenabschätzung befasste. Lutz war ein Schüler des Philosophen Max Bense und stand in Kontakt zur Stuttgarter Gruppe/Schule.

Theo Lutz starb 2010 nach langen Jahren der Demenz.

Zehn mal 2010

Lutz stellte 1987 zehn Thesen zur Entwicklung des Computers bis zum Jahre 2010 auf:

Rezeption

Auf der Ausstellung „low tech art“ des Festivals für digitale Kunst und Musik < die digitale dusseldorf > präsentierten 2017 der Mathematiker und Informatiker Frank Spiess und der Germanist und Künstler Peter Michael Witt die Installation „first & latest computer poems“. Sie nutzten Lutz’ Algorithmus zur Erzeugung stochastischer Texte, um ihn mit aktuellen Twitter-Ausgaben zu versorgen; die dadurch erzeugten Gedichte wurden an eine Wand projiziert.

Werke

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 heise online – Als die Welt das Lutzen lernte: Zum Tod von Theo Lutz. Abgerufen am 7. Februar 2010.
  2. ↑ The Present [Future] of Electronic Literature in Transdisciplinary Digital Art: Sound, Vision and the New Screen, Communications in Computer and Information Science (CCIS), Volume 7, R. Adams, S. Gibson and S. Müller Arisona, Springer.
  3. ↑ Rolf Lohberg/Theo Lutz, Was denkt sich ein Elektronengehirn?, Stuttgart: Franckh’sche Verlagshandlung 1963, S. 4.
  4. ↑ DNB Datensatz zu Theo Lutz. Abgerufen am 7. Februar 2010.
  5. ↑ Von künstlicher und digitaler Poesie – Magisterarbeit von Miriam Stürner; siehe 4. Kapitel (PDF; 1,2 MB). Abgerufen am 8. Februar 2010.
  6. ↑ heise online – Was war. Was wird. Die Jahresendbeigabe. Abgerufen am 7. Februar 2010.
  7. 1 2 FAZ.net – Die Zukunft, die nicht geschehen ist Abgerufen am 7. Februar 2010.
  8. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 27. November 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Jetzt kommt das Jahrzehnt der Sprachsteuerung
  9. ↑ Werner Pillig, Peter Michael Witt (Hrsg.): sechs. eine dokumentation über sechs jahre (die digitale dusseldorf). 1. Auflage. Kettler, Dortmund 2022, ISBN 978-3-86206-953-8, S. 224.
Personendaten
NAME Lutz, Theo
KURZBESCHREIBUNG deutscher Informatiker
GEBURTSDATUM 23. Juli 1932
STERBEDATUM 31. Januar 2010
STERBEORT Esslingen am Neckar