Theodor Undereyck

Der evangelische Pfarrer und Pietist Theodor Undereyck (1635–1693)

Theodor Undereyck (* 15. Juni 1635 in Duisburg; † 1. Januar 1693 in Bremen) war ein evangelischer Pfarrer, geistlicher Schriftsteller und Wegbereiter des Pietismus in den deutschen reformierten Kirchen.

Biografie

Undereyck war der Sohn des Kaufmanns Gerhard Undereyck und dessen Ehefrau Sara, geborene Salanger. 1636, nach dem Tod der Eltern durch die Pest, wuchs er bei seinem Onkel Johann Undereyck in Alstaden auf.

Von 1653 bis 1658 studierte er Evangelische Theologie in Duisburg, Utrecht und Leiden, unter anderem bei Gisbert Voetius und Johannes Coccejus (einem Schüler von Ludwig Crocius). Seine Lehrer standen zwar zum Teil konträr zueinander, waren aber orthodox-reformierte Theologen und Vertreter der Nadere Reformatie. Insbesondere Coccejus prägte ihn stark in Richtung eines föderaltheologischen Denkens, so dass er auch als einer der „großen Katecheten des Coccejanismus“ bezeichnet wurde. Voetius beeinflusste ihn in Richtung einer puritanischen Lebensgestaltung und der Betonung der Bedeutung christlicher Konventikel. 1658/1659 unternahm Undereyck eine Studienreise in die Schweiz, Frankreich und England.

1660 wurde er Pfarrer der reformierten Gemeinde in Mülheim an der Ruhr. Dort führte er etwa ab 1661 die ersten pietistischen Konventikel in Deutschland ein. Ab 1668 war er außerordentlicher Hofprediger in Kassel bei Landgräfin Hedwig Sophie (1623–1683).

1670 wurde er Pastor primarius in der Gemeinde St. Martini in Bremen und blieb dies bis zu seinem Lebensende. In Bremen setzte er trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit dem Geistlichen Ministerium seine Reformen durch und verhalf dort dem Pietismus zum Durchbruch. Zu seinen Anhängern zählten Joachim Neander und Cornelius de Hase (dessen Leichenpredigt wertvolle biographische Angaben zu Undereyck liefert); sie setzten Undereycks Werk fort.

Undereyck veröffentlichte fünf Bücher, darunter zwei Katechismen und eine Laiendogmatik, in denen er in erbaulicher Sprache das Gedankengut der englischen und niederländischen reformierten Theologie an deutschsprachige Leser vermittelte. Seine umfangreichste und anspruchsvollste Schrift war der Bekämpfung des aufkommenden Atheismus gewidmet.

Schriften

Quellen

  1. ↑ Jürgen Moltmann, zitiert nach: Werner Raupp: Undereyck, Theodor. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 17, Bautz, Herzberg 2000, ISBN 3-88309-080-8, Sp. 1439–1443.

Literatur

Commons: Theodor Undereyck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Personendaten
NAME Undereyck, Theodor
KURZBESCHREIBUNG reformierter Geistlicher, Schriftsteller und Wegbereiter des Pietismus
GEBURTSDATUM 15. Juni 1635
GEBURTSORT Duisburg
STERBEDATUM 1. Januar 1693
STERBEORT Bremen