Theophil Pistorius

Theophil Pistorius, Taufname: Theophilus Peck (~ 13. September 1592 in St. Joachimsthal) war ein deutscher Linguist, Theologe, Hebräist und Poet. Er ist nicht zu verwechseln mit seinem Vater und Neffen gleichen Namens.

Leben

Theophil Pistorius wurde 1592 im böhmischen St. Joachimsthal als Sohn des dortigen Oberpfarrers Theophil Pistorius, genannt Beck (* 1532 in St. Joachimsthal; † 1610 ebenda) und dessen zweite Ehefrau Barbara Luckenberger geboren und am 16. Sonntag nach Trinitatis in der dortigen Stadtpfarrkirche St. Joachim und St. Anna getauft. Seine Großväter waren Erasmus Beck (* um 1500 in Schneeberg; † 1545 in St. Joachimsthal), „ein guter Hebräist, welcher diese Sprache hier docirte“, und Elias Luckenberger († 15. Mai 1572 in St. Joachimsthal), 1569 Stadtrichter und 1570–72 kaiserlicher Amtsverwalter in St. Joachimsthal. Elias Pistorius (~ 15. April 1590 in St. Joachimsthal; † 14. Februar 1664 in Olbernhau) war sein Bruder.

Pistorius, der außerordentlich begabt in orientalischen Sprachen war, immatrikulierte sich im Wintersemester 1622/1623 an der Universität Rostock als „Theophilus Pistorius ex valle Ioachimica Bohemus“. Er dozierte an den Universitäten von Leipzig, Wittenberg, Jena und 1623 Kopenhagen und lebte lange Zeit in Hamburg. Vom kaiserlichen Pfalzgrafen wurde ihm der poetische Lorbeerkranz verliehen. Über sein weiteres Leben ist nichts bekannt.

Fälschlicherweise werden seine Publikationen des Öfteren seinem Neffen gleichen Namens (* 1615 in St. Joachimsthal; † 7. November 1679 in Delitzsch) zugeordnet, der ebenfalls theologische Schriften veröffentlichte.

Werke (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Taufbuch Sankt Joachimsthal Band 3, 1560–1593. In: portafontium.eu. Abgerufen am 27. November 2017.
  2. ↑ John Flood: Poets Laureate in the Holy Roman Empire: A Bio-bibliographical Handbook. Walter de Gruyter, 1. Januar 2006, S. 1552.
  3. ↑ Trauungsbuch Sankt Joachimsthal, Band 1, 1531–1602. In: portafontium.eu. Abgerufen am 12. Januar 2024.
  4. ↑ Mittheilungen des Nordböhmischen Excursions-Clubs. Der Club, 1895, S. 5.
  5. ↑ Johannes Mathesius: Bergpostilla, oder Sarepta ... Jetzund mit fleisz wiederumb durchsehen, corrigiert, und gemehret mit einem newen Register, und kurtzen Summarien ... Sampt der Jochimsthalischen kurtzen Chroniken bisz auff das 1578 Jar. 1578.
  6. ↑ Universitätsbibliothek Rostock: Theophilus Pistorius (1622 Mich.) @ Rostocker Matrikelportal. Abgerufen am 25. November 2017.
  7. ↑ Carl Friedrich Göschel: Pistorius. In: Real-Encyklopädie für protestantische Theologie und Kirche Bd. 11. Gotha 1839, S. 695 (Google Books).
  8. ↑ Johann Christoph Adelung, Heinrich Wilhelm Rotermund: Fortsetzung und Ergänzungen zu Christian Gottlieb Jöchers allgemeinem Gelehrten-Lexico. Sechster Band. Johann Georg Heyse, Bremen 1819, S. 299 (Google Books).
Personendaten
NAME Pistorius, Theophil
ALTERNATIVNAMEN Peck, Theophilus
KURZBESCHREIBUNG deutscher Linguist, Theologe, Hebräist und Poet
GEBURTSDATUM getauft 13. September 1592
GEBURTSORT St. Joachimsthal
STERBEDATUM 17. Jahrhundert