Therese Teufel war eine Tochter des Königlich Bayrischen Revierförsters Anton Teufel (1829–1896) und dessen Frau Maria, geb. Rötzer. 1891 heiratete sie in Waldmünchen (Friedrich Julius) Richard Paris (1849–1934). Richard Paris entstammte einer Familie mit einer Porzellanmanufaktur in Oberköditz im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt. Er versuchte sich u.a. als Schaumweinproduzent im siebenbürgischenGuraro, leitete zusammen mit seinem Bruder zeitweise den Familienbetrieb und betätigte sich ab 1900 in Weimar als Schriftsteller. Hier eröffnete Therese Paris ein Töchter-Pensionat, betrieb einen Kunstverlag und einen Handel mit Schokoladen und Konfitüren.
Zu Beginn der 1910er Jahre wurde sie als Schriftstellerin tätig und ab den 1920er Jahren in den Weimarer Adressbüchern als solche verzeichnet. Sie war vorwiegend Autorin von Jugendbüchern und besonders von Jungmädchenbüchern. Zudem entstanden zahlreiche Bühnenstücke, die unter anderem im Verlag von Franz Wulf in Warendorf verlegt wurden, in den Reihen „Kinder-Bühne“, „Mädchenbühne“ und „Volksbühne“ oder in der Reihe „Süddeutsche Volksbühne“ des Verlages Halder & Co. in München. Die Erzählungen sind teils autobiographisch gehalten, wie etwa in Rautendelein – Die Geschichte eines Waldkindes, der Geschichte einer Försterstochter. Sie sind auch inspiriert von ihren Erfahrungen als Pensionsmutter, als die Mädchen in ihrer Obhut sich ihr mit ihren Problemen, Freuden und Kummer anvertrauten.
Familie
Der Ehe mit Richard Paris entstammten fünf Kinder:
Wenn ich Prinzessin wäre! Lustspiel mit Gesang und Reigen in zwei Aufzügen und einem Prolog. (= Mädchenbühne; 37), Wulf, Warendorf 1918 (urn:nbn:de:101:1-2018080517211532645434)
Der Wildschütz. Ein heiteres Weihnachtsspiel in einem Akt. (= Herrenbühne; 141), Wulf, Warendorf 1919 (urn:nbn:de:101:1-201709102687)
Almenrausch und Edelweiss. Volksstück mit Gesang in fünf Akten. (= Süddeutsche Volksbühne; 17), Halder & Co., München 1925, frei nach dem gleichnamigen Roman von Hermann von Schmid
’s Lieserl. Volksstück aus Schliersee in 4 Akten. (= Süddeutsche Volksbühne; 50), Halder & Co., München 1929, für die Volksbühne frei bearb. nach der Erzählung Das Wichtel von Hermann von Schmid, mit 2 Bühnenbildern von Wilhelm Facklam
Es läutet das Glöcklein von Innisfär. Ein Weihnachtsspiel. (= Kinder-Bühne; 103), Wulf, Warendorf 1935
Geschichten
Rautendelein. Die Geschichte eines Waldkindes. Hanns-Jörg Fischer-Verlag, Berlin 1925
Lilliput und der goldene Schlüssel. (= Schroedels Jugendbücher; Abteilung 3; Band 221), Schroedel Verlag, Halle 1933
Drei Wege ins Leben. Eine Jungmädelgeschichte. Illustration: Lotte Oldenburg-Wittig, Hanns-Jörg Fischer-Verlag, Berlin 1936, 3. Auflage 1940
Patenschwestern. Eine Schulmädchengeschichte. A. H. Payne, Leipzig 1937
So bin ich! Eine fröhliche Jungmädelgeschichte. Hanns-Jörg Fischer Verlag, Berlin 1940