Thingvalla Church

Thingvalla Church
Basisdaten
Konfession evangelisch-lutherisch
Ort nahe Churchbridge, Saskatchewan, Kanada
Widmung Þingvellir
Baugeschichte
Baujahr1910
Baubeschreibung
Einweihung 1911
Baustil Vernakularstil
Bautyp Saalkirche
Koordinaten 50° 54′ 54,4″ N, 101° 50′ 25,8″ W
Thingvalla Church and Cemetery
Logo des Kanadischen Registers für Kulturdenkmäler
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Historic Place of Canada
Lieu patrimonial du Canada
Anerkannt seit 8. Dezember 2005
Typ Municipal Heritage Property
Ort nahe Churchbridge
Koordinaten 50° 54′ 54,4″ N, 101° 50′ 25,8″ WKoordinaten: 50° 54′ 54,4″ N, 101° 50′ 25,8″ W
Anerkannt durch Lokalregierung
Anerkannt nach Heritage Property Act, s. 11(1)(a)
Eintrag. Kanadische Denkmalliste (englisch)

Die Thingvalla Church ist eine evangelisch-lutherische Kirche in der Landgemeinde Churchbridge No. 211 nahe der Stadt Churchbridge in der kanadischen Provinz Saskatchewan. Sie wurde 1910 von isländischen Einwanderern errichtet und wird seit den 1940er-Jahren nicht mehr regelmäßig für Gottesdienste genutzt. Seit 2005 ist sie als kommunales Denkmal im Canadian Register of Historic Places gelistet.

Architektur

Die Kirche liegt etwa sieben Kilometer nordöstlich der Stadt Churchbridge. Sie ist von dem zugehörigen Friedhof umgeben, der wiederum von einer Baumreihe eingefasst wird. Die umliegenden Flächen werden landwirtschaftlich genutzt. Das Gelände ist mit einem Zaun einfasst, über dem Tor erstreckt sich ein schmiedeeiserner Bogen mit der Aufschrift thingvalla.

Die einfache, aus weiß gestrichenem Holz errichtete Saalkirche ist geostet und weist einen rechteckigen Grundriss auf. Das Gebäude ist etwa acht Meter lang und sechs Meter breit und weist keinerlei Anbauten auf. Das Giebeldach wird an seiner westlichen Seite von einem kleinen Holzkreuz geschmückt, das sich direkt oberhalb der Eingangstür befindet. Das Kirchengebäude wird durch je zwei rechteckige Fenster nach Norden und Süden beleuchtet.

An der östlichen Innenwand der Kirche befindet sich ein sehr kleiner erhöhter Altarraum, der leicht erhöht ist, sich sonst aber nicht weiter architektonisch abhebt. Zentral befindet sich eine Kanzel, rechts davon ein Lesepult. Kanzel und der links davon stehende Altar sind mit einem niedrigen Kommuniongitter umgeben. Die gesamte Ausstattung des Altarraums ist aus weiß bemaltem Holz gefertigt und – insbesondere der Altar – sehr einfach und schmucklos gehalten. Im restlichen Kirchenraum befinden sich einige wenige Kirchenbänke und eine kleine Orgel.

Geschichte

Im Jahr 1886 erreichte die Manitoba & North-Western Railway die Kleinstadt Langenburg in Saskatchewan. Helgi Jónsson, Redakteur der isländischen Zeitschrift Leifur in Winnipeg, wirkte als Siedlungsagent für die kanadische Regierung und warb Emigranten aus Island an, die sich in der Prärie nordwestlich von Langenburg niederließen. Im Winter 1886 siedelten sich 23 Familien dort an. 1887 wurde ein Schuldistrikt für deren Kinder eingerichtet und ein Schulhaus dort errichtet, wo später die Kirche erbaut wurde. Im Januar 1888 trafen sich 36 Siedler im Haus von Einar Jónsson Suðfjörð und gründeten die Kirchengemeinde Thingvalla, die sich der Isländischen Synode anschloss. Der Name wurde nach dem Þingvellir gewählt, dem Ort des ersten isländischen Parlaments. Der erste Pfarrer der Gemeinde wurde Jón Bjarnason, der im Oktober 1888 in der isländischen Kolonie eintraf und im Schulhaus predigte. Im selben Jahr wurde auch der Friedhof auf einem zentral gelegenen Grundstück angelegt, das Narfi Halldórsson stiftete.

In den nächsten Jahren wuchs die Kolonie schnell an und wurde zweimal geteilt, wobei im Norden die Siedlung Lögberg und im Osten die Siedlung Concordia entstand. Von 1902 bis 1904 wurde in Lögberg eine Kirche errichtet. 1910 wurde auch in Thingvalla eine kleine Kirche auf dem Friedhof errichtet, die im Folgejahr durch Pfarrer Runolfur Fjelsted aus Winnipeg eingeweiht wurde, sodass zwei Kirchen für die isländischen Siedler bestanden. 1914 wurde die Lögberg-Gemeinde selbstständig. Später wurde auch Concordia eine eigene Gemeinde mit einer eigenen Kirche. Im Verlauf der 1940er-Jahre verlagerte sich der Siedlungsschwerpunkt nach Concordia und die Thingvalla-Kirche wurde immer seltener genutzt.

1963 wurden die Kirchengemeinden von Lögberg und Thingvalla mit der Concordia-Gemeinde zusammengelegt, vier Jahre später wurde deren Kirchengebäude nach Churchbridge versetzt. Auch die deutschkanadische Friedenskirche schloss sich der Gemeinde an, die als Concordia Lutheran Church in Churchbridge bis heute besteht. Sie bildet eine gemeinsame Pfarrei mit der St. Paul’s Lutheran Church in Langenburg innerhalb der Saskatchewan-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kanada. Die Thingvalla-Kirche wird nicht mehr genutzt, aber weiterhin durch die örtliche Bevölkerung erhalten. 2005 wurde sie durch die Landgemeinde Churchbridge als kommunales Denkmal anerkannt.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Thingvalla Church and Cemetery. In: historicplaces.ca. Parks Canada, 19. Januar 2007, abgerufen am 1. Oktober 2026 (englisch).
  2. ↑ Þ(Th)ingvalla and Lögberg. In: vesturfarar.is. Jónas Thor, abgerufen am 1. Oktober 2026 (englisch, isländisch).
  3. ↑ G. J. Markusson: The Thingvalla District. In: Ruth Swanson (Hrsg.): The first hundred years around Churchbridge 1880–1980. Churchbridge 1980, S. 267–270 (englisch, archive.org).
  4. ↑ Parish Patter. In: Zentral-Kanada-Synode (Hrsg.): The Central Canada Lutheran. Band 1, Nr. 4. Winnipeg Dezember 1963, S. 2 (englisch, archive.org).
  5. ↑ Peace Parkland Parish. In: findachurch.ca. Anglikanische Kirche von Kanada / Evangelisch-Lutherische Kirche von Kanada, abgerufen am 1. Oktober 2026 (englisch).