Aufgrund von Spektralanalysen fremder Himmelskörper vermutet man, dass dortige Tholine Makromolekülen, die im Labor unter simulierten Bedingungen aus einfachen organischen Substanzen wie Methan oder Ethan und Stickstoff entstehen, ähneln.
Sie könnten auch auf der frühen Erde vorhanden gewesen sein und eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Lebens gespielt haben.
Der AstronomCarl Sagan entdeckte in der Atmosphäre des SaturnmondsTitan eine Substanz, die er als rötlichen organischen Bestandteil von Planetenoberflächen beschrieb. Später wurde auch auf Kometen Tholin nachgewiesen, jedoch nicht auf der Erde. Auch auf dem Pluto halten Wissenschaftler Tholine für den Grund der überwiegend rot-braunen Farbe des Zwergplaneten.
Außerhalb des Sonnensystems wurde der Stoff im Jahr 2007 in der Staubscheibe um den Stern HR 4796A (220 Lichtjahre von der Erde entfernt) erstmals nachgewiesen.
Einzelnachweise
123Sylvia Feil, Jörg Resag, Kristin Riebe:Faszinierende Chemie Eine Entdeckungsreise vom Ursprung der Elemente bis zur modernen Chemie. Springer-Verlag, 2016, ISBN 3-662-49920-7, S.112 (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
↑S. Derenne, C. Coelho, C. Anquetil, C. Szopa, A.S. Rahman, P.F. McMillan, F. Corà, C.J. Pickard, E. Quirico, C. Bonhomme: New insights into the structure and chemistry of Titan’s tholins via 13C and 15N solid state nuclear magnetic resonance spectroscopy. In: Icarus. 221, 2012, S.844, doi:10.1016/j.icarus.2012.03.003.
↑Norbert Welsch, Jürgen Schwab, Claus Liebmann:Materie Erde, Wasser, Luft und Feuer. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-8274-2265-1, S.463 (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
↑Carl Sagan, B. N. Khare: Tholins: organic chemistry of interstellar grains and gas. In: Nature. 277, 1979, S.102, doi:10.1038/277102a0.