Thomas Patrick Bodkin (geboren am 21. Juli 1887 in Dublin; gestorben am 24. April 1961 in Birmingham) war ein irischer Kunstsammler, Kunsthistoriker, Kurator und Rechtsanwalt.
Bodkin war das älteste von sechs Kindern des Journalisten, Rechtsanwalts und Schriftstellers Matthias McDonnell Bodkin (1849/1850 – 7. Juni 1933) und dessen Frau Arabella (geborene Norman; † 1931). Sein Bruder war der Jesuit Fr. Mathias Bodkin. Seine Schulbildung erfolgte am Belvedere College in Dublin, am Clongowes Wood College in Clane. Das Studium der Rechtswissenschaften absolvierte er am University College Dublin der Royal University of Ireland, wo er 1908 seinen Abschluss als Bachelor of Civil Law erwarb.
Er wurde 1911 als Rechtsanwalt zugelassen. Er war zunächst bis 1916 als Anwalt tätig und wurde zum Sekretär der Kommission für wohltätige Zuwendungen und Vermächtnisse (englisch Commissioners of Charitable Donations and Bequests) in Irland ernannt, wo er bis 1925 blieb. Bodkin interessierte sich für Kunst und Literatur und hatte bereits in seiner Jugend damit begonnen, in unterschiedlichen Zeitschriften und Zeitungen Rezensionen und Artikel zur bildenden Kunst zu veröffentlichen. 1916 hatte er den irischen Buchillustrator und Glasmaler Harry Clarke kennengelernt, den er fortan unterstützte und mit dem ihn bis zu dessen frühem Tod eine enge Freundschaft verband. So verfasste er 1919 einen ersten Beitrag über Clarke in der Zeitschrift The Studio, dem zahlreiche weitere Artikel über irische Kunst folgten.
Bodkin war zudem ein Freund von Hugh Lane, der ihn in seinem Kodizill dazu bestimmte, bei der Suche nach passenden Räumlichkeiten für die geplante Galerie für moderne Kunst in Dublin zu helfen. Er war nach dessen Tod maßgeblich an den Verhandlungen über den Verbleib der Sammlung von Hugh Lane beteiligt und engagierte sich persönlich in der Kampagne zur Rückführung der Werke nach Dublin. Im Auftrag der Regierung verfasste er 1932 den Bericht Hugh Lane and his pictures. Von Juli 1927 bis zum 28. Februar 1935 war er Direktor der National Gallery of Ireland.
Bodkin war Mitglied mehrerer Regierungskommissionen, wie der Kommission für das Münzwesen von 1926, in der er sich für die Tierdarstellungen des Medailleurs Percy Metcalfe (1895–1970) einsetzte. Als Mitglied der Währungskommission plädierte er 1927 für den Maler John Lavery (1856–1941), der die Gestaltung einer Banknote übernehmen sollte. Durch seine Position bei der Behörde für wohltätige Spenden und Vermächtnisse und seine fundierten juristischen Kenntnisse hatte er großen Einfluss innerhalb der National Gallery of Ireland, deren Verwaltungsrat er seit 1917 angehörte. Nach seiner Ernennung zum Direktor der Galerie bemühte er sich vergeblich darum, ein höheres Budget für den Ankauf von Werken zu erhalten. Bodkin gelang es trotz der begrenzten Mittel, die Sammlung bedeutend zu erweitern.
1935 legte er sein Amt dort nieder und hielt am Trinity College Dublin (TCD) einen Vortrag (The importance of art to Ireland) über den schlechten Zustand der Bildenden Kunst in Irland, die Vernachlässigung der Kunsthochschulen, der Nationalgalerie und des Nationalmuseums durch die ständig wechselnden Regierungen. Am 1. März trat er eine Professur für Bildende Kunst an der Universität und seine Anstellung am neu gegründeten Barber Institute of Fine Arts in Birmingham an, deren erster Direktor er bis zum 30. September 1952 war. Bodkin war anschließend bis zum 15. Oktober 1959 alleiniger Berater für Ankäufe, danach musste er krankheitsbedingt seine Arbeit einstellen. 1948 verfasste Bodkin seinen Report on the arts in Ireland, in dem er die Wiedereinrichtung eines Ministeriums für Schöne Künste empfahl. 1952 wurde zumindest unter der Regierung der Fianna Fáil sein Vorschlag für die Ernennung eines Kunstrats (englisch Arts Council, irisch An Chombairle Ealaion) umgesetzt. Bodkin blieb nach seinem Ausscheiden aus dem Barber Institute im Jahr 1952 in Birmingham wohnen und trat in späteren Jahren regelmäßig in Radio- und Fernsehsendungen auf.
Bodkin war seit dem 2. Februar 1917 mit Aileen Patricia (geborene Cox; 22. Oktober 1896 – Oktober 1979) verheiratet, einer Tochter von Joseph Richard Cox (1851/1852 – 13. Januar 1934) und dessen Frau Frances (geborene Mooney; † 22. August 1913), mit der er fünf Töchter hatte:
Nach seinem Tod wurde seine Gemäldesammlung von der Familie an die „Friends of the National Collections of Ireland“ übergeben, welche die Werke an Museen und Galerien in ganz Irland weitergaben. Seine Witwe besaß eine Sammlung von Gedichten, die ihr Mann verfasst hatte. Bodkin wurde im Grab seiner Eltern auf dem Glasnevin Cemetery in Dublin beigesetzt.
Bodkin wurde um 1919/1920 von dem Maler Seán Keating in einem Gemeinschaftsporträt mit dem Titel Homage to Sir Hugh Lane dargestellt (der Mann mit dem Vollbart), das sich in der Hugh Lane Gallery befindet. Der Maler Bernard Fleetwood-Walker (1893–1965) fertigte 1955 ein Porträt von ihm an. Es wurden von dem Bildhauer Charles Thomas Wheeler zwei Büsten mit seinem Abbild angefertigt (1955 in Terrakotta) und in Bronze für das Barber Institute.
Übersetzungen
Gedichte
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bodkin, Thomas |
| ALTERNATIVNAMEN | Bodkin, Thomas Patrick (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | irischer Kunstsammler, Kunsthistoriker, Kurator und Rechtsanwalt |
| GEBURTSDATUM | 21. Juli 1887 |
| GEBURTSORT | Dublin |
| STERBEDATUM | 24. April 1961 |
| STERBEORT | Birmingham |