Thomas Jentsch

Thomas J. Jentsch (* 24. April 1953 in Berlin) ist Professor am Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch und dortiger Leiter der Abteilung Physiologie und Pathologie des Ionentransportes.

Seine Forschung an Ionenkanälen hat dazu beigetragen, die Ursachen vieler genetisch bedingter Krankheiten aufzuklären.

Leben

Thomas Jentsch studierte von 1972 bis 1978 Humanmedizin an der Freien Universität Berlin (FU Berlin) und von 1974 bis 1980 Physik an der FU Berlin. Im Jahr 1979 erhielt er die Approbation als Arzt und machte sein Diplom in Physik.

Thomas Jentsch promovierte im Jahr 1982 zum Dr. rer. nat. in Physik am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft und der FU Berlin und 1984 zum Dr. med. an der FU Berlin. Danach war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Klinische Physiologie an der Charité Berlin auf dem Campus Benjamin Franklin. Zwischen 1986 und 1988 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung von Harvey F. Lodish am Whitehead-Institut für biomedizinische Forschung des Massachusetts Institute of Technology. Von 1988 bis 1993 war Jentsch Forschergruppenleiter am Zentrum für Molekulare Neurobiologie Hamburg (ZMNH), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Von 1993 bis 2006 war er Professor und Direktor des Instituts für Molekulare Neuropathobiologie am ZMNH, von 1995 bis 1998 und erneut zwischen 2001 und 2003 auch Direktor des ZMNH.

Seit 2006 ist Jentsch Ordinarius an der Charité Berlin. Er ist Leiter der Forschungsgruppe Physiologie und Pathologie des Ionentransportes am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie und am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin. Seit 2008 ist Jentsch erster Forscher der NeuroCure. 2015 ehrte die wissenschaftliche Zeitschrift The Journal of Physiology ihn und seine Mitarbeiter mit einer Spezialausgabe für die Entdeckung der Chloridkanäle und Chloridtransporter vor 25 Jahren. Am 2. Mai 2017 verlieh ihm die medizinische Fakultät der Universität Hamburg die Ehrendoktorwürde. Jentsch ist Bruder des Zellbiologen Stefan Jentsch.

Wissenschaftliche Auszeichnungen

Publikationen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Prof. Thomas Jentsch – weltweit renommierter Neurobiologe kommt nach Berlin - Buch. Informationsdienst Wissenschaft
  2. ↑ The Journal of Physiology - Volume 593, Issue 18 - 15 September 2015 - Wiley Online Library. In: onlinelibrary.wiley.com. 15. September 2015, abgerufen am 2. Mai 2017 (englisch).
  3. ↑ UKE - Veranstaltung - Symposium Hamburg Neuroscience - Verleihung Ehrendoktorwürde. In: uke.de. Abgerufen am 20. April 2017.
  4. ↑ Prof. Dr. rer. nat. Dr. med. Thomas Jentsch. mit Bild. Mitgliedseintrag bei Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 19. Mai 2016; abgerufen am 16. Mai 2016.
  5. ↑ Mitgliedseintrag von Prof. Dr. Thomas J. Jentsch (mit Bild) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 19. Mai 2016.
  6. ↑ Hal Nesbitt: American Society of Nephrology | Awards -. Abgerufen am 13. Oktober 2024 (amerikanisches Englisch).
  7. ↑ Thomas J. Jentsch: Chloride and the endosomal–lysosomal pathway: emerging roles of CLC chloride transporters. In: The Journal of Physiology. Band 578, Nr. 3, 26. Januar 2007, ISSN 0022-3751, S. 633–640, doi:10.1113/jphysiol.2006.124719, PMID 17110406, PMC 2151350 (freier Volltext) – (wiley.com [abgerufen am 13. Oktober 2024]).
  8. ↑ Deutsche Physiologische Gesellschaft: Ehrenmitglieder. Abgerufen am 31. Oktober 2024.
Personendaten
NAME Jentsch, Thomas
ALTERNATIVNAMEN Jentsch, Thomas J.
KURZBESCHREIBUNG deutscher Molekularbiologe, Professor für Molekulare Neuropathologie
GEBURTSDATUM 24. April 1953
GEBURTSORT Berlin