

Thomas Nolden (* 12. Mai 1965 in Köln) ist ein zeitgenössischer deutscher Maler.
Er studierte von 1988 bis 1994 an der Hochschule für Bildende Künste–Städelschule in Frankfurt am Main bei Thomas Bayrle, Martin Kippenberger und Ludger Gerdes. Er schloss sein Studium 1994 als Meisterschüler von Bayrle ab. Zuvor studierte er von 1986 bis 1988 Malerei an der Fachhochschule Köln (inzwischen Technische Hochschule Köln) bei Franz Dank. Von 1991 bis 1992 besuchte er die Cooper Union School of Art, New York City in den Klassen von Hans Haacke, Skulptur und Robert Breer, Film.

Nach seinem Studium an der Städelschule und einem darauffolgenden Aufenthalt an der Cooper Union School of Art in New York entwickelte Thomas Nolden von 1993 bis 2009 in hermetisch abgeschlossenen malerischen Räumen überdimensionale, an Baumfragmente und Blitze erinnernde Farbkörper. Die Publizistin Angelica Horn bezieht sich in einem Text über die Malerei von Thomas Nolden auf das Thema des Blitzes als Metapher für das Erschrecken über den Moment der Wahrnehmung und verweist auf ein Zitat von Theodor W. Adorno: „Am nächsten kommt dem Kunstwerk als Erscheinung die apparition, die Himmelserscheinung.“ (Theodor W. Adorno: Ästhetische Theorie, zitiert in Tag des Bildes – Zur Malerei von Thomas Nolden. Angelica Horn, 2008)
Seit 2012 wurde für Nolden darüber hinaus die Sichtbarmachung des Arbeitsprozesses ein wesentliches Thema. Dies führte zur Veröffentlichung des Leporellos Ein Bild sind viele Bilder mit begleitenden Texten von Wibke von Bonin und Wolfgang Ullrich. Diese Dokumentation zeigt Stationen zweier großformatiger Bildentwicklungen als einen Prozess permanenter Befragung und Neuformulierung. Im darin publizierten Gespräch mit der Kulturhistorikerin Wibke von Bonin sagte Thomas Nolden:
„Das Bild, das ich formuliere, muss der Fülle der Bilder, die wir im Kopf haben, standhalten. Es ist immer eine Auseinandersetzung mit vielen Bildern. Mit jedem Strich, schon mit der ersten Bewegung auf der Leinwand, sind wir in die Malereigeschichte eingebunden. Jede figurative Darstellung scheint bereits eine überlegene Darstellung in der Kunstgeschichte zu haben, mit der sie verwandt ist, im Dialog steht, und gegen die sie sich behaupten muss.“
„Thomas Nolden (…) zeigt, was sonst nicht gezeigt wird, nämlich die langen Metamorphosen, die ein Bild durchlaufen kann. […] Die Art und Weise, wie Thomas Nolden seine Bilder öffentlich macht, wird dann als eine Praxis gewürdigt werden können, die ihrer eigenen Zeit voraus war: sensibel dafür, welch großer Wandel im Verhältnis zu Bildern gerade begonnen hatte.“
„Während seine kleinen, meist vor der Natur entstandenen Leinwände nahezu monochrom anmuten, erscheinen die aktuellen Landschaften in großem Format nicht nur ungleich näher am Gegenstand, sie strahlen auch in verführerische Farbenpracht […] So fühlt man sich vor Noldens Landschaften wie unter Drogen. Und weiß doch, man ist hellwach.“
„Die Malerei von Thomas Nolden ist durchdrungen von einer großen Intensität und Ernsthaftigkeit in der Auseinandersetzung mit Farbe, Material und Bildfindung. Thomas Nolden provoziert ein Spannungsfeld zwischen dem Maler und seinem Material – er bewegt sich in den Illusionsraum der Leinwand „hinein“ – in eine verdichtete Situation, in der er Material und Material er werden kann. Keine Collagen – keine abgesicherten Tricks – elendes altmodisches Risiko, in dem dauernd alles scheitern kann – oder eine Situation hergestellt wird, die zielt – und das zur Deckung bringen von Stoff und Maler gelingt dann im Sinne von Lacan: „In dem, was wir sehen, steckt immer ein Punkt, von dem aus uns das Bild selbst ansieht – eine Stelle, in der wir selbst schon in das Bild eingeschrieben sind.““
„Nicht zuletzt zeigt sich an Thomas Noldens Flusslandschaften, woraus die in jedem Jahrzehnt mindestens einmal totgesagte Malerei bis heute nicht nur ihre Berechtigung, sondern auch ihre Brisanz bezieht […] Das konkretisiert sich in der unmittelbaren, körperlichen Auseinandersetzung mit dem Gegenstand, in der unauflöslichen Synthese, dem emergenten Zusammenspiel von Auge, Hand, Psyche, Werkzeug und Materialien und der Außenwelt – so intensiv, so unmittelbar und so verwoben mit allem, was das Subjekt selbst ist, und genau darum sich mit keinem technischen Medium so erreichen lässt. […] So handeln diese Arbeiten davon, wie eine zeitgemäße Malerei auf die Verpixelung der Umwelt mit ihren genuinen Mitteln antworten kann …“
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Nolden, Thomas |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler |
| GEBURTSDATUM | 12. Mai 1965 |
| GEBURTSORT | Köln |