Thomas Reschke

Thomas Reschke (* 4. Juni 1932 in Danzig; † 3. März 2026 in Berlin) war ein deutscher literarischer Übersetzer.

Leben

Thomas Reschke gelangte im September 1945 auf der Flucht mit seiner Familie ins mecklenburgische Ludwigslust. Er besuchte dort die Oberschule, an der er 1951 die Reifeprüfung ablegte. Anschließend absolvierte er an der Berliner Humboldt-Universität ein Studium der Slawistik, das er 1955 mit dem Grad eines Diplom-Slawisten abschloss. Von 1955 bis 1990 war Reschke als Redakteur und Lektor in den DDR-Verlagen „Kultur und Fortschritt“ und „Volk und Welt“ tätig. 1956 begann er mit dem Übersetzen literarischer Werke aus dem Russischen. Ab 1990 war er freiberuflicher Übersetzer. Reschke lebte in Berlin.

Thomas Reschke war einer der produktivsten deutschen Russisch-Übersetzer der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Er übersetzte Romane, Kinder- und Jugendbücher sowie Theaterstücke; besonders trat er als Übersetzer eines Großteils der Werke Michail Bulgakows hervor.

Thomas Reschke war von 1965 bis 1990 Mitglied des Schriftstellerverbandes der DDR. Er gehörte außerdem dem Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke an. Reschke wurde in der DDR 1975 mit dem F.-C.-Weiskopf-Preis ausgezeichnet; 1987 erhielt er den Maxim-Gorki-Preis des Sowjetischen Schriftstellerverbandes. Nach der Wende erhielt er 1992 für seine Übersetzung des Werkes „Wir Kuckuckskinder“ von Anatoli I. Pristawkin den Übersetzerpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises, 2000 ein Bundesverdienstkreuz sowie im Jahre 2001 in Anerkennung seines Lebenswerks den Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW.

Auszeichnungen

2000 wurde Thomas Reschke mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Herausgeberschaft

Übersetzungen

Film

Einzelnachweise

  1. ↑ Cornelia Geißler: Thomas Reschke ist tot, ein großer Vermittler der russischen Literatur. In: berliner-zeitung.de. 5. März 2026, abgerufen am 6. März 2026.
  2. ↑ Irmtraud Gutschke: Ein Arbeiter am Wort. In: nd-aktuell.de. 6. März 2026, abgerufen am 6. März 2026.