Thomas Trautner

Thomas A. Trautner (* 3. April 1932 in Göttingen; † 23. April 2023) war ein deutscher Biologe und Direktor des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik in Berlin.

Leben und Werk

Trautner wuchs in Göttingen, Hannover und ab 1942 in Osterode am Harz auf, wo er 1950 am Gymnasium das Abitur ablegte. Er studierte ab 1950 Biologie in Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und ab 1951 Mikrobiologie an der Georg-August-Universität Göttingen, arbeitete danach am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, wo er zusammen mit seinem Cousin Carsten Bresch die Bakteriophagen in die genetische Forschung einführte.

Von 1953 bis 1954 war er Fulbright-Stipendiat an der University of Illinois at Urbana-Champaign und von 1964 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin.

Sein Hauptforschungsgebiet waren Probleme der DNA-Replikation und -funktion bei Bakteriophagen.

1989 wurde er als ordentliches Mitglied in die Academia Europaea aufgenommen. Trautner war seit 1996 Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Thomas Trautner ruht auf dem Waldfriedhof Dahlem. Es gibt dort keinen Grab- oder Kissenstein.

Ehrungen

Im Jahr 1973 erhielt Trautner den Oskar-Mahr-Preis der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler. 1996 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Humboldt-Universität zu Berlin verliehen. Im Jahr 2025 wurde die Bakteriophagen-Familie Trautnerviridae, an deren Mitgliedern er jahrzehntelang geforscht hatte, offiziell bestätigt und ihm zu Ehren benannt.

Einzelnachweise

  1. ↑ Traueranzeige im Tagesspiegel auf trauer.tagesspiegel.de vom 30. April 2023
  2. ↑ Ralf Hahn (Interview): »Ich hätte mir gar nichts anderes vorstellen können.« In: Martin Vingron, Max-Planck-Institut für molekulare Genetik (Hrsg.): Gene und Menschen – 50 Jahre Forschung am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik. 2014, S. 62–71 (mpg.de [PDF]).
  3. ↑ Mitgliederverzeichnis: Thomas Trautner. Academia Europaea, abgerufen am 24. Juli 2017 (englisch).
  4. ↑ Christoph Markschies: Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften trauert um ihr Ordentliches Mitglied. (PDF) In: bbaw.de. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
  5. ↑ ICTV: Family: Trautnerviridae.
  6. ↑ Mario A. Santos, Jorge Almeida, Hermínia de Lencastre, Giorgio Morelli, Marion Kamke, Thomas A. Trautner: Genomic organization of the related Bacillus subtilis bacteriophages SPP1, 41c, rho 15, and SF6. In. ASM Journals: Journal of Virology, Band 60, Nr. 2, 1. November 1986, S. 702–707; doi:10.1128/JVI.60.2.702-707.1986 (englisch).
Personendaten
NAME Trautner, Thomas
ALTERNATIVNAMEN Trautner, Thomas A.
KURZBESCHREIBUNG deutscher Biologe
GEBURTSDATUM 3. April 1932
GEBURTSORT Göttingen
STERBEDATUM 23. April 2023