Beim Thomson-Problem sollen n Elektronen so auf der Oberfläche einer Einheitskugel verteilt werden, dass das gesamte elektrostatische Potential, das sich durch die Coulombkraft einstellt, sein Minimum annimmt. Der Physiker Joseph John Thomson formulierte dieses Problem 1904, nachdem er sein Atommodell entwickelte.
Mathematisch ist es eines der Smale-Probleme.
Das elektrostatische Potential , das zwischen zwei Elektronen entsteht, kann mit dem coulombschen Gesetz beschrieben werden.
Dabei sind und die Ladungen der Elektronen, ist die Coulombkonstante (gegeben durch ; ist die elektrische Feldkonstante) und ist der Abstand der beiden Elektronen zueinander. Zur Vereinfachung des Problems können und gesetzt werden.
Bei einer Konfiguration von Elektronen stellt sich dann das Potential
ein. Ziel ist es nun, diejenige Form zu finden, bei der dieses Gesamtpotential ein Minimum annimmt. Das Finden einer Lösung geschieht meist durch numerische Verfahren.
Das Problem von Thomson spielt eine Rolle in anderen physikalischen Modellen wie zum Beispiel Elektronenblasen oder die Oberflächenbeschaffenheit von flüssigen Metalltropfen in Paul-Fallen.