Thyreostatikum

Ein Thyreostatikum ist ein Medikament, das die Schilddrüsenfunktion hemmt und gegen eine Überfunktion der Schilddrüse eingesetzt wird.

Man unterscheidet Thyreostatika, die die Synthese der Schilddrüsenhormone hemmen (Iodisationshemmstoffe, Thiamide, etwa Carbimazol und dessen Wirkform Thiamazol, Propylthiouracil) und Substanzen, die den Jodtransport in die Schilddrüsenzelle hemmen (Iodinationshemmstoffe, etwa Perchlorat). Darüber hinaus haben hohe Dosen von Jod selbst über einen begrenzten Zeitraum einen hemmenden Effekt auf die Schilddrüsenfunktion (vgl. Wolff-Chaikoff-Effekt).

Die ersten Thyreostatika wurden ab 1942 entwickelt.

Indikationen

Thyreostatika kommen bei verschiedenen Formen der Hyperthyreose zum Einsatz:

Unerwünschte Wirkungen der thyreostatischen Therapie

Masthilfsmittel

Thyreostatika wurden früher in der Tierproduktion als Masthilfsmittel eingesetzt. Ihre Verwendung ist in den Staaten der EU verboten.

Einzelnachweise

  1. ↑ Christian Hessler: Schilddrüse. In: Franz Xaver Sailer, Friedrich Wilhelm Gierhake (Hrsg.): Chirurgie historisch gesehen: Anfang – Entwicklung – Differenzierung. Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 200–203, hier: S. 202.
  2. ↑ Der Spiegel, 21. Juni 1971, Wenn sie nicht fressen, spritze ich sie selbst.
  3. ↑ Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES über „Masthilfsmittel“, abgerufen am 1. Dezember 2015.

Literatur