Tiere denken

Tiere denken. Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen ist ein im Jahr 2016 veröffentlichtes Sachbuch des deutschen Philosophen und Publizisten Richard David Precht. Es handelt sich dabei um eine Überarbeitung seines 1997 erschienenen Buchs Noahs Erbe. Das Buch behandelt ethische Fragen im Verhältnis von Mensch und Tier und deren gesellschaftliche Konsequenzen. Der Titel versteht sich nicht als Feststellung, dass „Tiere denken“, sondern als Abhandlung darüber, wie der Mensch sich „Tiere denken“, also „vorstellen“ soll.

Inhalt

In vier Teilen – „Das Menschentier“, „Das Tier im Auge des Menschen“, „Eine neue Tierethik“ und „Was tun?“ – schlägt Precht einen Bogen von der biologisch-anthropologischen Fragestellung über die Kultur-, Religions- und Philosophiegeschichte der Mensch-Tier-Beziehung hin zu einer philosophischen Neubegründung der Tierethik als „Sensibilisierung“. Der letzte Teil des Buches behandelt praxisbezogene Fragen wie das Tierschutzgesetz, die Jagd, vegetarische Ernährung, Tierversuche, zoologische Gärten und Artenschutz.

Kernthesen

Rezensionen

Tanja Neuvians urteilt auf spektrum.de: „Seine persönliche Einstellung macht Precht von Anfang an sehr deutlich: Er hält es für pure Anmaßung, so mit Tieren umzugehen, wie wir es derzeit tun. […] Ganz unrecht hat er damit nicht, doch was er von sich gibt, klingt des Öfteren nach ungefilterten Argumenten militanter Tierschutzorganisationen. […] Ein Werk, das manche Schwächen und Tendenzen aufweist, aber allen entgegenkommen dürfte, denen an Respekt den Tieren gegenüber gelegen ist.“

Markus Wild von der FAZ kommt zu dem Schluss: „Die Psychologisierung der Moral vollzieht genau jenen Schritt, den Precht zu Recht als Problem erkannt hat: Sie macht das Essen von Tieren zu einer Privatsache. Darum kann dieses Buch nicht einlösen, was es verspricht. Precht hätte auf diese Psychologisierung verzichten und auf ethischen Prinzipien und sachhaltigen Informationen bestehen sollen. Das tut er immerhin im letzten Teil seines Buchs. Dort liest man über den unzureichenden gesetzlichen Schutz von Tieren in Deutschland, die Jagd in Mitteleuropa, die Problematik von Tierversuchen, die Ideologie von Tiergärten und über Konflikte zwischen Tier- und Artenschutz. Precht plädiert engagiert für einen dringend notwendigen anderen Umgang mit Tieren. Das Buch hätte ruhig nur aus diesem letzten Kapitel bestehen dürfen.“

Das Philosophie Magazin zieht das Fazit: „Eine gute und gut lesbare Übersicht mit einer erfrischend realistischen Perspektive.“ (23. Januar 2017)

Ausgaben

Einzelnachweise

  1. ↑ spektrum.de: Tanja Neuvians: Anmaßendes Verhältnis, vom 7. Dezember 2016
  2. ↑ Buecher.de: Markus Wild: Essen Sie nur, was Sie auch selbst töten!, vom 18. Oktober 2016