Tigranes VII.

Tigranes VII. erscheint bei Moses von Chorene (5. Jahrhundert n. Chr.) als letzter armenischer König dieses Namens und Bruder des Tiran. Der Quelle nach bestieg er im 24. Regierungsjahr des persischen Königs Peroz den armenischen Königsthron und starb im Alter von 42 Jahren; seine Herrschaft wird als politisch unbedeutend beschrieben. Im Kontext eines Partherfeldzugs nach dem Tod des Antoninus Pius (reg. 138–161) unternahm Tigranes auf Befehl des Peroz einen Einfall nach Kleinasien, geriet jedoch in die Gefangenschaft einer dort regierenden Griechin. Nach dem Tod des Peroz griff Kaiser Lucius Verus (reg. 161–169) ein, unterwarf Armenien und setzte Tigranes wieder ein. Er erhielt eine Verwandte namens Rufa zur Ehe, die er später wieder verstieß; aus der Verbindung gingen nach Moses vier Söhne hervor, die das nach der Mutter benannte rufische Geschlecht begründeten. Nach seinem Tod folgte ihm sein Sohn Wagharsch auf den Thron. Der Quelle nach soll Tigranes eine Judenkolonie nach Kainépolis (Valarschapat) geführt haben.

Literatur

Anmerkungen

  1. ↑ Die Zählung ist nicht einheitlich und zudem spekulativ, vgl. Fritz Geyer: Tigranes 7. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, Bd. VI A,1, Stuttgart 1936, Sp. 981.
  2. ↑ Moses Chorenensis, historia Armeniae 2,64.
  3. ↑ Gemeint ist möglicherweise Vologaeses IV. (reg. 147/8–192), doch erweist sich die chronologische Einordnung weder bei diesem Identifikationsvorschlags noch bei alternativen Zuschreibungen als stimmig; vgl. Erich Kettenhofen: Die Arsakiden in den armenischen Quellen. In: Josef Wiesehöfer (Hrsg.): Das Partherreich und seine Zeugnisse, Beiträge des Internationalen Colloquiums, Eutin [27.–30. Juni 1996], Stuttgart 1998, 325–49, hier: S. 342; und Robert W. Thomson: Moses Khorenats‘i History of the Armenians, Ann Arbor 2006, S. 205, Anm. 443.
  4. ↑ Moses Chorenensis, historia Armeniae 2,64.
  5. ↑ Moses Chorenensis, historia Armeniae 2,64.
  6. ↑ Moses Chorenensis, historia Armeniae 2,65.
  7. ↑ Moses Chorenensis, historia Armeniae 2,64–65; vgl. dazu Theodor Mommsen: Römische Geschichte. Die Provinzen von Caesar bis Diocletian, Bd. 5, Berlin 1885, S. 407, Anm. 1 (Digitalisat); und Robert W. Thomson: Moses Khorenats‘i History of the Armenians, Ann Arbor 2006, S. 27f., 289.