Till Zimmermann

Till Zimmermann (* 1. September 1979 in Bonn) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Professor für Strafrecht und Strafprozessrecht einschließlich europäischer und internationaler Bezüge.

Leben und Werk

Till Zimmermann wurde am 1. September 1979 in Bonn geboren. Sein Abitur legte er 1999 an der Integrierten Gesamtschule Bonn-Beuel ab. Von 1999 bis 2004 studierte er Jura an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 2004 legte Zimmermann in Bonn sein Erstes Staatsexamen ab.

Im Jahr 2008 wurde er – unterstützt durch ein Promotionsstipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung – mit der Dissertation Rettungstötungen: Untersuchungen zur strafrechtlichen Beurteilung von Tötungshandlungen im Lebensnotstand bei Urs Kindhäuser in Bonn promoviert.

Ein Internship (2007) in Den Haag beim Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien initiierte eine langanhaltende Auseinandersetzung mit zentralen Fragen des Völkerstrafrechts, die in der viel besprochenen Studie „Gesichter des Bösen. Lexikon der Verbrechen und Verbrecher des 20. Jahrhunderts“ mündete.

Seine Referendarzeit absolvierte Till Zimmermann von 2007 bis 2009 im OLG-Bezirk Köln mit Stationen u. a. an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer und beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden. Im Jahr 2009 legte Zimmermann sein Zweites Staatsexamen ab. Anschließend arbeitete er als Akademischer Rat auf Zeit in der Funktion eines wissenschaftlichen Mitarbeiters bei Professor Armin Engländer an der Universität Passau (2009–2014) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (2014–2017).

In jener Zeit engagierte sich Zimmermann beim Jungen Forum Rechtsphilosophie (JFR) in der Internationalen Vereinigung für Rechts- und Sozialphilosophie (IVR) und auf den Tagungen der Jungen Strafrechtswissenschaftlerinnen und Strafrechtswissenschaftler. Sein wissenschaftliches Themenspektrum chargierte weit: Vom Wirtschaftsstrafrecht über das Völkerstrafrecht hin zur Rolle des Strafrechts zur Klärung diffiziler Fragen in der politischen Bildungsarbeit.

Im Februar 2017 habilitierte sich Till Zimmermann an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit einer rechtstheoretischen und sozialphilosophischen Arbeit über das „Unrecht der Korruption“ und erhielt anschließend die Lehrbefähigung für Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschaftsstrafrecht und Internationales Strafrecht. Im Sommersemester nahm Zimmermann eine Lehrstuhlvertretung an der Universität Trier an; im Juli 2018 in Trier zum Professor für Strafrecht und Strafprozessrecht einschließlich europäischer und internationaler Bezüge berufen. Seit 2021 steht Till Zimmermann als geschäftsführender Direktor dem Trierer Institut für Geldwäsche- und Korruptionsstrafrecht vor und fungiert seit 2022 im Beirat von Transparency International Deutschland. Zum 1. April 2023 nahm Till Zimmermann einen Ruf der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf auf den Lehrstuhl Strafrecht und Strafprozessrecht (Nachfolge Professor Helmut Frister) an.

Till Zimmermann ist Vertrauensdozent der Friedrich-Ebert-Stiftung. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Publikationen

Monographien

Artikel (in Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Datensatz der Dissertation „Rettungstötungen: Untersuchungen zur strafrechtlichen Beurteilung von Tötungshandlungen im Lebensnotstand“ auf d-nb.info (zuletzt abgerufen am 13. März 2024).
  2. ↑ Kurzbiografien der Beiratsmitglieder. 26. Mai 2022, abgerufen am 6. Februar 2023.
  3. ↑ Bericht zum 13. Düsseldorfer Medizinstrafrechtstag. 9. März 2023, abgerufen am 9. Februar 2023.
  4. ↑ Jahresbericht der Friedrich-Ebert-Stiftung 2021, Bonn 2022, S. 72.
  5. ↑ Rüdiger Zimmermann: Von Westpreußen über Dänemark nach Südhessen. Edith Zimmermann, verh. Lautz (1923-2013) und ihre Angehörigen. Eine Familiendokumentation. Bonn 2008, S. 241.