Tilmann Breuer

Tilmann Breuer (* 13. Oktober 1931 in Coburg; † 7. April 2022 in München) war ein deutscher Kunsthistoriker und Denkmalpfleger. Er war Abteilungsleiter im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und Honorarprofessor an der Technischen Universität München.

Leben und Wirken

Breuer war ein Sohn des Lehrerehepaars Berta und Willi Breuer. Nach der Volksschule in Einberg besuchte er in Coburg das Gymnasium Casimirianum, das er 1950 als Bester seines Jahrgangs abschloss. Anschließend studierte er Kunstgeschichte, Archäologie und Philosophie an den Universitäten Marburg, Tübingen und München. Er wurde 1957 über die Fassade der Kathedrale von Angoulême bei Hans Sedlmayr und Ernst Buschor in München promoviert.

Im Jahr 1962 begann Breuer seine Tätigkeit am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, wo er Leiter der Inventarisation wurde. Von 1978 bis 1992 hatte er einen Lehrauftrag an der Technischen Universität München, wo er 1985 als Honorarprofessor berufen wurde. 1991 widmete ihm das Landesamt eine Festschrift, 1996 wurde er pensioniert. Er war verantwortlich für zahlreiche Inventarbände und Kurzinventare mit dem Schwerpunkt Franken. Er begann diese Arbeit mit den Teilbänden über die Stadt Augsburg, Stadt und Landkreis Memmingen und Kaufbeuren. Vier Bände aus seiner oberfränkischen Heimat folgten. Er verfasste die Bände zur Stadt Bamberg, einen oftmals aufgelegten Kunstführer zum Bamberger Dom und bearbeitete das Dehio-Handbuch zu Franken neu. Er war einer der wichtigsten Theoretiker zum Denkmalbegriff der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, u. a. durch die Einführung des Begriffs Denkmallandschaft. Er hatte einen erheblichen Anteil daran, dass die Stadt Bamberg im Jahre 1993 als Weltkulturerbe in die Liste der UNESCO eingetragen wurde.

Publikationen

(chronologisch)

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Bamberg/Coburg/München. Todesfall, Trauer um den Vater des Bamberger Welterbetitels: Tilmann Breuer ist tot. In: infranken.de. inFranken.de GmbH & Co KG, Bamberg, 19. April 2022, abgerufen am 20. Februar 2022.
  2. ↑ Todesanzeige in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14. April 2022, S. 14. Digitalisat auf lebenswege.faz.net, abgerufen am 20. April 2022.