Tim Peters (Politiker)

Tim Ulrich Peters (* 1973 in Hamburg) ist ein deutscher Jurist und Politiker der CDU. Seit 2013 ist er Vorsitzender des CDU-Verbands Brüssel-Belgien.

Beruflicher Werdegang

Peters studierte von 1995 bis 2001 Rechtswissenschaften an der Technischen Universität Dresden, der Universität Paris-Nanterre und der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach Ablegung der Licence en droit (Frankreich, 1998) und des Ersten Juristischen Staatsexamens (2001) arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer und beim Justiziar der CDU/CSU-Fraktion Ronald Pofalla im Deutschen Bundestag. Anschließend studierte er Politikwissenschaften an der Technischen Universität Chemnitz. 2005 wurde er durch die Hanns-Seidel-Stiftung am Promotionskolleg „Politischer Extremismus und Parteien“ gefördert und bei dem Extremismusforscher Eckhard Jesse mit seiner Arbeit Der Antifaschismus der PDS. Ursachen und Wirkungen zum Dr. phil. promoviert.

Nach seinem Universitätsabschluss war er zunächst zeitweise als Justiziar für europäisches Umweltrecht in der Brüsseler Europavertretung von General Electric beschäftigt und legte nach dem Rechtsreferendariat am Kammergericht in Berlin beim Bundesministerium der Finanzen und bei der Europäischen Kommission in Brüssel 2007 sein zweites Examen ab. Danach war er bis 2012 am EU-Sitz als Lobbyist in der Funktion eines „Referenten für Industriepolitik und Ressourceneffizienz“ für den Interessenverband BDI/BDA German Business Representation Brussels tätig. Er ist Beamter des Europäischen Parlaments.

Peters ist verheiratet. Er ist seit 1995 Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.D.St.V. Chursachsen Dresden.

Politische Tätigkeit

Peters war in der Schüler Union aktiv, mit vierzehn trat er der Jungen Union (JU) in Hamburg bei, in Berlin-Mitte war er im Vorstand tätig. Zuletzt war er Vorsitzender der Berliner Jungen Union.

Während des Studiums war er im Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) und saß für diesen im Studentenparlament. 1999 verklagten er und andere Studenten den ReferentInnenRat der Humboldt-Universität vor dem Verwaltungsgericht Berlin wegen Wahrnehmung des allgemeinpolitischen Mandats. 2000 wurde er auf der Politik-Plattform dol2day für Schüler und Studenten als „'General T' von der CIP, der Christdemokratischen Internet-Partei“, zum vierwöchigen „Internetkanzler“ gewählt, einer „Spielerei einer kleinen Gruppe innerhalb der riesigen Internetgemeinde“, wie die Zeitschrift Der Spiegel in Auswertung des Wahlergebnisses für „General T.“ meinte.

Für den Bundestag kandidierte Peters 2005 in Berlin als CDU-Kandidat ohne Erfolg. Er war Gründer der JU Auslandsverband Brüssel und ist seit März 2013 Vorsitzender des CDU-Verbandes Brüssel-Belgien.

Als Vorsitzender der Berliner Jungen Union trat er u. a. 2003 öffentlich für eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit durch früheren Eintritt in den Beruf und einen späteren Renteneintritt („Rente ab 67“) ein. Er forderte einen „Systemwechsel“ von der paritätisch von Beschäftigten und Unternehmen finanzierten Rente zu einer, die allein und privat von den Beschäftigten finanziert werden müsse („private Vorsorge“). In der Bemerkung des CDU-Politikers Norbert Blüm, die Rente sei sicher, sah er „eine der größten Politikerlügen des letzten Jahrzehnts“. Er kritisierte die ehemalige Ausländerbeauftragte Barbara John (CDU), Rita Süssmuth (CDU) sowie die ehemalige Bundesausländerbeauftragte Marieluise Beck (Grüne) wegen ihrer Befürwortung des Kopftuchtragens im Öffentlichen Dienst, bezeichnete sie als „nützliche Idioten“ des fundamentalistischen Islam. Das sei „falsch verstandene Liberalität“. Er forderte John zum Rücktritt aus dem CDU-Landesvorstand auf. Auch wandte er sich gegen einen CDU-Ehrenvorsitz des ehemals Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Eberhard Diepgen, da dieser im Berliner Bankenskandal ein schlechtes Licht auf die Partei geworfen habe.

2024 kandidierte Peters auf Platz 2 der Berliner CDU-Landesliste für das Europaparlament.

Schriften

Monografie

Aufsätze

Beiträge in Sammelbänden

Einzelnachweise

  1. 1 2 Tim Peters: Der Antifaschismus der PDS aus antiextremistischer Sicht, Wiesbaden 2006, S. 230.
  2. 1 2 3 politikszene. In: Politik & Kommunikation 158 (2007), S. 1 (PDF)
  3. ↑ Promotionskolleg „Politischer Extremismus und Parteien“, TU Chemnitz, abgerufen am 30. Januar 2015.
  4. ↑ Alexandra Thein, FDP, Liberale Außenpolitik besucht Brüssel („Der Dienstag stand im Zeichen des Lobbyismus: Dr. Tim Peters von der BDI/BDA German Business Representation Brussels erläuterte die Tätigkeit der Europäischen Institutionen aus seiner Perspektive.“), 24. Juni 2011, siehe: Archivierte Kopie (Memento vom 17. April 2016 im Internet Archive).
  5. ↑ Bütis [= Reinhard Bütikofer] Woche: 3. April 2012 – „Lobbyistenliste“ für Januar bis März 2012, .
  6. ↑ Mr Tim Ulrich PETERS in EU Whoiswho (abgerufen am 8. Mai 2024).
  7. 1 2 Sibylle Salewski: Unikate: Der Konservative. In: Der Tagesspiegel. Nr. 17376, 10. April 2001, S. 28.
  8. ↑ apu: Mitte: Neuer Vorstand der Jungen Union. In: Berliner Morgenpost. Jg. 103, 5. März 2002, Nr. 63, S. 5.
  9. ↑ Sabine Beikler: Geschlossenheit ist alles. In: Der Tagesspiegel. Nr. 18116, 11. Mai 2003, S. 9.
  10. ↑ jmg: Politisches Mandat: RefRat der HU droht Klage. In: Der Tagesspiegel. Nr. 16801, 2. September 1999, S. 34.
  11. ↑ Anna Kochs: Politisches Mandat: RefRat wehrt sich. „Keine Geldverschwendung“. In: Der Tagesspiegel. Nr. 16843, 14. Oktober 1999, S. 34.
  12. ↑ Zu dol2day und den dortigen „Kanzler-Wahlen“ siehe: Christian Fuchs/Wolfgang Hofkirchner, Norderstedt 2003, S. 388; Arne Rogg, Demokratie und Internet: Der Einfluss von computervermittelter Kommunikation auf Macht, Repräsentation, Legitimation und Öffentlichkeit, Wiesbaden 2003, S. 51f.
  13. ↑ Torsten Geiling: Fast wie im RL. Zeit Online, 13. Juli 2000, Nr. 29.
  14. ↑ Thorsten Pifan: dol2day: General T. regiert das Internet Der Spiegel, vom 5. Juli 2000
  15. ↑ Siehe Junge Union Neukölln, .
  16. ↑ Burkard Steppacher: Deutsche Christliche Demokraten in der Europäischen Kommission und ihr Wirken in politischen Netzwerken. Konrad-Adenauer-Stiftung, Düsseldorf 2014, S. 111 (PDF).
  17. ↑ CDU Kreisverband Brüssel-Belgien: Neuer Vorsitzender gewählt, 22. März 2013.
  18. ↑ Stefan Schulz: „Wir brauchen bei der Rente einen Systemwechsel zu privater Vorsorge“ (Interview). In: Die Welt. Jg. 58, 13. Oktober 2003, Nr. 238, S. 34.
  19. ↑ Bernd Matthies, Große Klappe, in: Der Tagesspiegel, Nr. 18318, 2. Dezember 2003, S. 7.
  20. ↑ Lars von Törne, Kopftuchstreit: Barbara John fällt bei ihrer Partei in Ungnade Kritik aus der CDU wegen Toleranz-Initiative mit Süssmuth Fraktion will Aussprache – Junge Union: „Nützliche Idiotin“, in: Der Tagesspiegel, 1. Dezember 2003.
  21. ↑ Karsten Hintzmann: Junge Union gegen CDU-Ehrenvorsitz für Eberhard Diepgen. In: Die Welt. Jg. 59, 30. Januar 2004, Nr. 25, S. 33.
  22. ↑ Unsere Kandidatinnen und Kandidaten für die Europawahl. CDU, abgerufen am 28. Mai 2024.
Personendaten
NAME Peters, Tim
ALTERNATIVNAMEN Peters, Tim Ulrich (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Jurist und Politikwissenschaftler
GEBURTSDATUM 1973
GEBURTSORT Hamburg