Tim ter Wal (* 6. November 1984 in Alkmaar) ist ein niederländischer Maler und Zeichner, der sich der Art brut zurechnen lässt.
Tim ter Wal wurde in Alkmaar geboren. Sein außergewöhnliches zeichnerisches Talent zeigte sich bereits während seiner Kindergartenzeit, als er drei Jahre alt war. Bis zum fünften Lebensjahr drückte er sich ausschließlich in einer eigenen Sprache mit eigenen Wortschöpfungen aus. Sein Interesse am Zeichnen wuchs über die Jahre und ab dem Alter von sieben entwickelte er ein zunehmendes Interesse an Stadtlandschaften und Architektur und zeichnete Gebäude seiner Umgebung aus der Erinnerung.
Mit seiner Familie besuchte Tim ter Wal regelmäßig seinen Großvater in IJmuiden und seine Tante, die Zwillingsschwester seiner Mutter, die in der Nähe des DSM-Chemiewerks in Heerlen wohnte. Familienurlaube führten unter anderem nach Frankreich und mit seinem Vater ab 2011 mehrmals jährlich auf die Kanarischen Inseln. Er ist seit der Kindheit mit Autismus diagnoszitiert, ordnet ihn auf Grund seines künstlerischen Schaffens für sich aber als Geschenk statt einer Wahrnehmungsstörung ein.
Tim ter Wal hat keine künstlerische Ausbildung erhalten und ist Autodidakt. Er lebt und arbeitet in Almere. In seiner Wohnung hat er ein Zimmer mit einem höhenverstellbaren professionellen Zeichentisch als Atelier eingerichtet, in dem er täglich zeichnet.
Tim ter Wal macht keine Vorzeichnungen und verwendet keine Vorlagen, sondern gestaltet seine Werke mit Hilfe seines nahezu fotografischen Gedächtnisses. Für seine detaillierten und präzisen Bilder nutzt er weder Lupe oder Lineal. Er beginnt stets in der linken unteren Blattecke und endet im den rechten oberen. Er zeichnet mit Bleistiften verschiedener Härtegrade durchgehend im Format A3, manchmal als „Einzelzeichnung, häufiger jedoch als Diptychon, Triptychon oder mehrteiliges Werk“, indem er Bätter zusammenfügt. Die an Veduten erinnernden Szenerien sind häufig in Vogelperspektive dargestellt.
Tim ter Wal beschäftigt sich mit „den Errungenschaften der Moderne und dem Fortschritt der Zivilisation“. Seine Bilder zeigen hauptsächlich „gigantische, düstere, menschenleere, menschenfeindliche Industrieparks“, „labyrinthische Industrielandschaften, detailreiche Gebäudeansichten und komplexe Stadtarchitekturen“ und „pedantisch monotone Häusersiedlungen“. Zu seinen Motiven zählen etwa Ölraffinerien, Stahlwerke und Chemiefabriken, die er teilweise 25 Jahre zuvor gesehen und sich gemerkt hatte. Weitere Anregungen gewinnt er von Satellitenbildern auf Google Earth, von Ausblicken auf die Landschaft während seiner Flugreisen oder während Spaziergängen.
Häufig bildet Tim ter Wal auch Innenansichten von Fabriken mit Fließbändern, Zahnrädern und komplexen Rohrsystemen ab. Daneben zeichnet er Fantasiewelten, mystische Naturlandschaften mit watteartigen Wolken, Tieren und Fabelwesen, wie etwa riesigen Drachen.
2018 wurde Tim ter Wal mit dem Kunstpreis Euward ausgezeichnet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wal, Tim ter |
| KURZBESCHREIBUNG | niederländischer Maler und Zeichner |
| GEBURTSDATUM | 6. November 1984 |
| GEBURTSORT | Alkmaar, Niederlande |