Tina Hartmann

Tina Hartmann (* 21. September 1973 in Stuttgart) ist eine deutsche Professorin für Literaturwissenschaft, Autorin und Librettistin.

Leben

Tina Hartmann studierte von 1993 bis 1999 Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Komparatistik und Kunstgeschichte an der Universität Tübingen und University of Kent at Canterbury. 2003 wurde sie bei Klaus-Detlef Müller mit einer preisgekrönten Dissertation zu Goethes Musiktheater promoviert. Die Arbeit hatte sie 1999 begonnen. 2011 habilitierte sich Tina Hartmann an der Universität Jena mit Das Libretto oder die Königin der Poesie. Die Habilitationsschrift erschien 2017 unter dem Titel Grundlegung einer Librettologie.

Seit 2003 ist Hartmann als Librettistin und war bis 2016 auch als Dramaturgin tätig, u. a. für Staatsoper Stuttgart, Staatstheater Nürnberg, Ludwigsburger Schlossfestspiele, Schwetzinger Schlossfestspiele, Theater Freiburg, Nationaltheater Weimar, Berliner Philharmoniker und Osterfestspiele Baden-Baden. Ihre Libretti wurden vertont u. a. von Lucia Ronchetti, Karola Obermüller, Peter Gilbert, Thomas Leininger, Ludger Vollmer, Sebastian Böhlen, Violeta Dinescu. Parallel dazu war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur (WIKU) (2004–2007) und Operndramaturgin am Theater und Orchester Heidelberg (2009–2010) sowie am Badischen Staatstheater Karlsruhe (2011–2012). Seit 2012 leitet sie das Fach Literaturwissenschaft berufsbezogen an der Universität Bayreuth.

Mit dem Architekturtheoretiker Stephan Trüby und zwei gemeinsamen Töchtern lebt Tina Hartmann in Stuttgart.

Werke

Mit ihren umfangreichen Schriften zum Musiktheater des 17. bis 19. Jahrhunderts, namentlich dem Standardwerk Goethes Musiktheater und der Monographie Grundlegung einer Librettologie, gehört Tina Hartmann – neben dem Romanisten Albert Gier – zu den zentralen Vertretern einer literaturwissenschaftlichen Librettoforschung, der Librettologie. Darüber hinaus forscht, lehrt und publiziert sie zu den Themen (Gender-)Gerechte Sprache, Gender und Diversity, Rassismus und Femizid, Kastraten, Barocktheater und historische Aufführungspraxis, Literatur und Architektur.

Libretti

Seit 2017 erscheinen Libretti unter Tiina (= finnische Namensschreibung) Hartmann

CD

Schriften (Auswahl)

Monographien

  • Grundlegung einer Librettologie. Musik- und Lesetext am Beispiel der Alceste-Opern vom Barock bis zu C. M. Wieland. Quellen und Forschungen zur Literatur- und Kulturgeschichte. Ernst Osterkamp und Werner Röcke (Hg.). Berlin, New York 2017.
  • Goethes Musiktheater. Singspiele, Opern, Festspiele, Faust. Tübingen (Niemeyer) 2004.

Herausgeberschaften

  • Forever Young. 20 Jahre Junge Oper Stuttgart. Tina Hartmann (Hg.). Stuttgart 2017.
  • Barocktheater als Spektakel. Maschine, Blick und Bewegung auf der Opernbühne des Ancien Régime. Nicola Gess, Tina Hartmann, Dominika Hens (Hg.). Eikones. Herausgegeben vom Nationalen Forschungsschwerpunkt Bildkritik an der Universität Basel. Paderborn 2015.
  • Die Welt ist nicht erfunden. Sieben Autoren. Tina Hartmann und Jean-Baptiste Joly (Hg.). Edition Solitude. Reihe Projektiv. Stuttgart 2014.
  • Barocktheater heute – von der Wissenschaft zur Bühne. Hg. von Nicola Gess, Tina Hartmann und Robert Sollich. Bielefeld (transcript) 2009.
  • Wielands Werke. Historisch kritische Ausgabe. Hg. Klaus Manger und Jan Philipp Reemtsma. Berlin, New York. Bearbeitung der Singspiele und Abhandlungen.

Auszeichnungen und Stipendien

Einzelnachweise

  1. ↑ uni-bayreuth.de
  2. ↑ Thomas Mayer: Essay Sprache und Geschlecht: Die Wirkungsmacht der Literatur. In: taz.de. 1. Mai 2019, abgerufen am 7. März 2024.
  3. ↑ Was Antisemitismus und Rassismus mit Femizid zu tun haben. In: fr.de. 24. März 2021, abgerufen am 30. Januar 2024.
  4. ↑ Fleischeslust mit Gottes Segen, In: Ehestand-und-Ehesachen
  5. ↑ In: Vorhang auf
  6. ↑ Bibliothek des Konservatismus, In: Rechte Räume
  7. ↑ Malina (Uraufführung). 7. November 2025, abgerufen am 5. Mai 2026.
  8. ↑ Der Kleine und Otello
  9. ↑ the-circle-oper-weimar
  10. ↑ staatstheater-darmstadt, tschick
  11. ↑ Tschik
  12. ↑ coming-out-am-originalschauplatz
  13. ↑ zu-schoen-um-wahr-zu-sein
  14. ↑ dino-und-die-arche
  15. ↑ dreimaldrei-gleich-unendlich-die-schuld-der-schwester
  16. ↑ Kastraten, Gesang nach Messers Schneide
  17. ↑ Opernwelt
Personendaten
NAME Hartmann, Tina
ALTERNATIVNAMEN Hartmann, Tiina
KURZBESCHREIBUNG deutsche Literaturwissenschaftlerin, deutsche Autorin, Librettistin, Dramaturgin
GEBURTSDATUM 21. September 1973
GEBURTSORT Stuttgart