| Tiptopit | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Nummer |
1983-007 |
| IMA-Symbol |
Tpt |
| Chemische Formel | K2(Na,Ca,□)3Li3Be6[4][(OH)2|(PO4)6]·H2O |
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Phosphate, Arsenate und Vanadate |
| System-Nummer nach Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
VII/D.02-010 8.DA.25 42.06.11.01 |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | hexagonal |
| Kristallklasse; Symbol | hexagonal-pyramidal; 6 |
| Raumgruppe | P63 (Nr. 173) |
| Gitterparameter | a = 11,65 Å; c = 4,69 Å |
| Formeleinheiten | Z = 1 |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 3,5 |
| Dichte (g/cm3) | gemessen: 2,65(2); berechnet: 2,52 |
| Spaltbarkeit | keine |
| Bruch; Tenazität | uneben; spröde |
| Farbe | farblos |
| Strichfarbe | weiß |
| Transparenz | durchsichtig bis durchscheinend |
| Glanz | Glasglanz |
| Kristalloptik | |
| Brechungsindizes | nω = 1,551 nε = 1,559 |
| Doppelbrechung | δ = 0,008 |
| Optischer Charakter | einachsig positiv |
Tiptopit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung K2(Na,Ca,□)3Li3Be6[4][(OH)2|(PO4)6]·H2O und ist damit chemisch gesehen ein komplex zusammengesetztes, wasserhaltiges Phosphat mit Kalium, Natrium bzw. Calcium, Lithium und Beryllium sowie Hydroxidionen als zusätzlichen Anionen. Die in den ersten runden Klammern angegebenen Elemente Natrium und Calcium können sich in der Formel jeweils gegenseitig vertreten (Substitution, Diadochie), stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zu den anderen Bestandteilen des Minerals. Zusätzlich wird mit dem Quadrat-Symbol □ angezeigt, dass dieser Strukturplatz nicht vollständig besetzt ist.
Tiptopit ist farblos und entwickelt meist nadelige Kristalle mit hexagonaler Grundfläche und glasähnlichem Glanz auf den Oberflächen, die in radialstrahligen oder büscheligen Mineral-Aggregaten angeordnet sind.
Erstmals entdeckt wurde Tiptopit in der „Tip Top Mine“ bei Fourmile etwa 8,5 Kilometer südwestlich von Custer im gleichnamigen County des US-Bundesstaates South Dakota und beschrieben 1985 durch Joel D. Grice, Donald R. Peacor, George W. Robinson, Jerry van Velthuizen, Willard L. Roberts, Thomas J. Campbell und Pete J. Dunn, die das Mineral nach seiner Typlokalität benannten.
Typmaterial des Minerals wird im Canadian Museum of Nature in Ottawa (Katalog-Nr. 48833) in Kanada sowie im Geologischen Museum der „South Dakota School of Mines and Technology“ in Rapid City (Katalog-Nr. 81-5102) und im National Museum of Natural History in Washington, D.C. (Katalog-Nr. 149609) in den USA aufbewahrt.
In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Tiptopit noch nicht aufgeführt.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/D.02-010. Dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, mit fremden Anionen“, wo Tiptopit als einziges Mineral eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VII/D.02 bildet.
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Tiptopit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung „Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; mit H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit kleinen (und gelegentlich größeren) Kationen“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 8.DA.25 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Tiptopit die System- und Mineralnummer 42.06.11.01. Das entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen mit (AB)2(XO4)Zq × x(H2O)“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 42.06.11.
Tiptopit kristallisiert hexagonal in der Raumgruppe P63 (Raumgruppen-Nr. 173) mit den Gitterparametern a = 11,65 Å und c = 4,69 Å sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle.

Tiptopit bildet sich auf den Bruchflächen früher gebildeter Minerale in komplex zonierter Granit-Pegmatite. Als Begleitminerale können unter anderem Beryll, Englishit, Fransoletit, Mikroklin, Montgomeryit, Quarz und Roscherit auftreten.
Neben seiner Typlokalität „Tip Top Mine“ im Custer County (South Dakota, USA) ist bisher (Stand 2018) kein weiterer Fundort für Tiptopit bekannt.