Titus Marius Siculus war ein römischer Politiker und Offizier der späten Republik bzw. frühen augusteischen Zeit.
Marius war der Sohn eines Gaius Marius und gehörte der Tribus Stellatina an. Seine Herkunft aus Urbinum ist durch eine Inschrift belegt. Seine zivile Karriere verlief im Rahmen der üblichen Ämterfolge eines Municipiums. Er bekleidete die Ämter des Ädils sowie des quattuorvir iure dicundo, eines der höchsten städtischen Magistrate mit richterlicher Funktion. Zudem war er Pontifex in seiner Heimatstadt.
Neben seiner kommunalen Laufbahn diente Marius auch im römischen Heer; so war er Militärtribun der XII. Legion. Mit diesem Amt erhielt er zugleich den Rang eines Ritters (ordo equester), den er offenbar durch seine militärischen Verdienste und die Förderung durch Augustus erlangte.
Darüber hinaus wird er als praefectus duorum principum („Präfekt zweier führender Männer“) bezeichnet, eine ungewöhnliche und nicht eindeutig zu interpretierende Bezeichnung. Wahrscheinlich bezieht sie sich auf eine Vertrauensstellung im Umfeld von Octavian (dem späteren Augustus) und Marcus Antonius während des Konflikts gegen Sextus Pompeius.
Ferner diente Marius als Flottenoffizier (praefectus in classe) unter einem Prätor namens Gnaeus Lentulus. Dieser Lentulus ist nicht sicher zu identifizieren und dürfte im Rahmen des Krieges gegen Sextus Pompeius mit einem Flottenkommando in Sizilien betraut gewesen sein. Marius’ Cognomen Siculus („der Sizilier“) wird meist mit dieser Tätigkeit in Verbindung gebracht und könnte auf militärische Verdienste im sizilischen Kriegsschauplatz hinweisen, möglicherweise im Zusammenhang mit der Seeschlacht von Naulochoi (36 v. Chr.).
Valerius Maximus berichtet in einer Anekdote über Marius, dass er vom niedrigsten Rang des Militärdienstes durch die Gunst des Augustus zu den höchsten militärischen Ehren gelangte und dabei großen Reichtum erwarb. Er erklärte nicht nur während seines ganzen Lebens, dass er sein Vermögen demjenigen hinterlassen werde, von dem er es empfangen habe (also Augustus), sondern sagte dies sogar noch am Tag vor seinem Tod zu Augustus selbst. Dennoch erwähnte er später nicht einmal den Namen des Augustus in seinem Testament.
Titus Marius gilt als ein Beispiel für den sozialen Aufstieg durch militärische Leistungen in der späten Römischen Republik. Vom einfachen Soldaten stieg er bis in den Ritterstand auf – ein bemerkenswerter Werdegang, der seine außergewöhnlichen Fähigkeiten und Verdienste unterstreicht. Zugleich wird in der Forschung diskutiert, ob die bei Valerius Maximus überlieferte Anekdote auf Spannungen zwischen Marius und Augustus hindeuten könnte. Ségolène Demougin deutet an, dass seine später erkennbare Verbitterung gegenüber Augustus darauf zurückzuführen sein könnte, dass er die ihm zuteil gewordene Anerkennung als unzureichend empfand. Trotz seines beeindruckenden Aufstiegs scheint Marius also nicht die Wertschätzung erhalten zu haben, die er möglicherweise erwartete.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Marius Siculus, Titus |
| ALTERNATIVNAMEN | Marius, Titus |
| KURZBESCHREIBUNG | römischer Politiker und Offizier |
| GEBURTSDATUM | 1. Jahrhundert v. Chr. |
| STERBEDATUM | 1. Jahrhundert v. Chr. |