Tokolyse

Unter Tokolyse (von griechisch tokos ‚Geburt‘ , und lyein ‚auflösen‘) versteht man die medikamentöse Hemmung der Wehentätigkeit mittels Tokolytika. Durch Hemmung der Kontraktion der Gebärmutter (Uterus) wird die Wehentätigkeit gehemmt. Indikation sind neben der Verlängerung der Schwangerschaft weheninduzierte Komplikationen unter Geburt. Häufig handelt es sich hierbei um aufsteigende Infektionen der Scheide.

Nach der 34. Schwangerschaftswoche besteht in der Regel keine medizinische Indikation mehr zur Wehenhemmung, da das ungeborene Kind in der Regel genügend ausgereift ist, um eine gute Überlebenschance zu haben. Eine Ausnahme bilden lediglich spezielle Situationen, zum Beispiel Placenta praevia oder Fruchtblasenprolaps. Die folgenden Medikamente werden zur medikamentösen Tokolyse eingesetzt:

Eine formelle arzneimittelrechtige Zulassung zur Tokolyse besitzen in Deutschland und Österreich nur Fenoterol und Atosiban (Stand: April 2013). Fenoterol wird in etwa 95 % der Geburtskliniken angewandt. Jedoch erscheint dieses aufgrund der erheblichen Nebenwirkungen nicht mehr als Mittel der ersten Wahl, sodass andere Off-Label-Präparate Anwendung finden.

Klinische Studien testen die Wirksamkeit von Kalanchoe pinnatum (Bryophyllum). Eine klinische Wirksamkeit konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Eckehard Schleußner: Drohende Frühgeburt: Prävention, Diagnostik und Therapie. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 110, Nr. 13, 2013, S. 227–36.
  2. ↑ Ana Paula Simões-Wüst, Lukas Rist: Bryophyllum in der präklinischen und klinischen Forschung. In: Der Merkurstab. Heft 5, 2007, S. 415–420, abgerufen am 10. Dezember 2010 (online (Memento vom 22. Januar 2015 im Internet Archive); PDF; 78 kB)