

Ein Tomson-Bock ist eine spezielle Fördergerüst-Bauart im Bergbau. Benannt ist sie nach Eugen Tomson († 7. August 1905), der in den 1880er- und 1890er-Jahren Werksdirektor der Zeche Gneisenau in Derne war. Eugen Tomsons Einfluss verhalf dem speziellen Fördergerüst zu einer weiten Verbreitung im Bergbau. Der erste Tomson-Bock wurde im Jahr 1868 auf dem Schacht No. 7 der Charbonnage du Gouffre in Belgien erbaut.
Der Tomson-Bock ist ein frei stehendes Fördergerüst. Er ist eine abgewandelte Form des englischen Bockgerüstes. Der Englische Bock ist eine Konstruktion aus Stützen zur vertikalen Lastabtragung und Streben in Richtung Fördermaschine zur Aufnahme der Horizontalkräfte. Kennzeichnendes Element des Tomson-Bocks sind die in den hochgezogenen Stützpfeilern gelagerten Seilscheiben, wodurch dieser Fördergerüsttyp seine gestreckte Form erhält.
Der Tomson-Bock wurde insbesondere im Ruhrbergbau genutzt. Zu seiner Blütezeit fanden sich hier über 100 dieser Fördergerüste. Besonders verbreitet war der Tomson-Bock auf den Bergwerken der Harpener Bergbau AG, namentlich auf Zeche Scharnhorst, Zeche Schürbank & Charlottenburg, Zeche Kurl, Zeche Neu-Iserlohn, Zeche Heinrich Gustav, Zeche Preußen. Nach dem Ersten Weltkrieg kamen im Ruhrbergbau immer mehr wartungsärmere Deutsche Strebengerüste auf den Steinkohlenbergwerken zum Einsatz. Diese Fördergerüste setzten sich somit im Laufe der Jahre gegenüber dem Tomson-Bock durch. Der einzige noch erhaltene Tomson-Bock befindet sich heute auf dem Gelände der früheren Zeche Gneisenau. Zugleich ist er das vermutlich älteste erhaltene Fördergerüst der Region.