Allgemein gilt für die Tonheit: Ein Ton, der doppelt so hoch wahrgenommen wird, erhält den doppelten Tonheitswert; ein Ton, der als halb so hoch wahrgenommen wird, den halben Tonheitswert. So kann mit Hilfe psychoakustischer Versuche die Tonheitsskala bestimmt werden.
Für die Mel-Skala gibt es zwei Definitionen, die sich im Referenzwert unterscheiden:
Basis der ursprünglichen Definition nach Stanley Smith Stevens ist der Ton mit der Frequenzf = 1000Hertz, ihm wird die TonheitZ = 1000mel zugeordnet.
Diese Mel-Skala kann mit folgender Formel approximativ beschrieben werden:
Eberhard Zwicker definierte später eine Mel-Skala basierend auf der Bark-Skala mit dem musikalischen Tonc als Basis. Diesem Ton mit der Frequenzf = 131Hertz wird die TonheitZ = 131mel zugeordnet. Später wurde erneut auf125 Hz geändert. Auf diese Definition bezieht sich der restliche Artikel.
Zusammenhang mit der Frequenz
Zusammenhang zwischen wahrgenommener Tonhöhe (Tonheit inMel) und Frequenz
Für den Zusammenhang zwischen Tonheit und Frequenz gilt:
Für Frequenzen bis ca. 500Hz verlaufen die Frequenzskala und die Mel-Skala nahezu proportional. Eine Verdopplung der Frequenz von 100Hz auf 200Hz führt somit zu einer Verdopplung der Tonheit von 100mel auf 200mel. D.h. ein musikalisches Intervall von einer Oktave entspricht hier einer Verdopplung der empfundenen Tonhöhe.
Für Frequenzen größer als 500Hz stehen Frequenz und Tonheit in einem nichtlinearen Zusammenhang (1000Hz = 850mel, 8000Hz = 2100mel). So muss z.B. die Frequenz eines Tons von 1500Hz auf 10.000Hz erhöht werden, um eine Verdopplung der Tonheit von 1100mel auf 2200mel zu erreichen; hier ist für eine Verdopplung der empfundenen Tonhöhe also ein musikalisches Intervall von mehr als 2,5Oktaven erforderlich. D.h. in diesem Frequenzbereich werden Tonintervalle kleiner wahrgenommen, als sie es musikalisch gesehen sind.
Die wahrgenommene Tonhöhe von komplexen Tönen unterscheidet sich von derjenigen der bisher beschriebenen rein harmonischen Sinustöne. Bis zu einer Frequenz von 5kHz ist sie – mit geringen Abweichungen – proportional zum Logarithmus der Frequenz. In diesem Bereich ist die „gerade noch wahrnehmbare Abweichung“ (JND, just noticable difference) für komplexe Töne approximativ konstant.
Gehörmechanismen zur Tonheitsbestimmung
Zusammenhang zwischen Ort auf der Basilarmembran, Tonheit in Mel und Frequenz eines Tons
Das Gehör wendet unterschiedliche Mechanismen an, um Tonhöhen wahrzunehmen:
bei Frequenzen unterhalb von 500…800Hz wird vor allem die Zeitstruktur der Ohrsignale ausgewertet und zur Tonhöhenempfindung herangezogen. Hier folgt die Tonhöhenempfindung sehr genau der musikalischen Tonhöhe.
bei Frequenzen oberhalb von 1600Hz ist das Gehör nicht mehr in der Lage, die Zeitstruktur der Ohrsignale zu verfolgen. Hier wird die Tonhöhenempfindung aus der Position des Erregungsmaximums auf der Basilarmembran des Innenohrs abgeleitet, indem zwischen der Tonheit und dem Ort maximaler Schwingungsamplitude der Basilarmembran ein linearer Zusammenhang angenommen wird: gleichen Strecken auf der Basilarmembran entsprechen gleiche Tonheitsdifferenzen.
bei Frequenzen etwa zwischen 800 und 1600Hz überlappen sich die beiden beschriebenen Mechanismen.
Empfindungsstufen
Im gesamten Hörbereich von 16Hz bis 19.000Hz lassen sich 620Empfindungsstufen der Tonheit mit einer konstanten Breite von 3,9mel unterscheiden. Damit umfasst der Hörbereich 2400mel.
Ein weiteres Maß der Tonheit ist das Bark: 1Bark = 100mel 1mel = 0,01Bark. Es ist die Basis der Bark-Skala für kritische Bänder (Frequenzgruppen). Eine weitere Frequenzgruppen-Skala ist die ERB-Skala.
Literatur
Ernst Terhardt: Zur Tonhöhenwahrnehmung von Klängen I, Psychoakustische Grundlagen; Acustica 26, (1972). S. 173–186
Stanley Smith Stevens, John Volkman, Edwin Newman:A scale for the measurement of the psychological magnitude of pitch. In: The Journal of the Acoustical Society of America. Band8, Nr.3. Acoustical Society of America, 1937, S.185–90 (englisch).
Ville Pulkki, Matti Karjalainen: Communication Acoustics: An Introduction to Speech, Audio and Psychoacoustics. John Wiley & Sons, 2015, ISBN 978-1-118-86654-2.
12Beat Pfister, Tobias Kaufmann:Sprachverarbeitung: Grundlagen und Methoden der Sprachsynthese und Spracherkennung. 2008, ISBN 3-540-75910-7, S.95 (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
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A COMPARATIVE STUDY OF PERFORMANCE OF FPGA BASED MEL FILTER BANK & BARK FILTER BANK, Debalina Ghosh, Depanwita Sarkar Debnath, Saikat Bose, Department of Microelectronics & VLSI Design, Techno India, SaltLake, Kolkata PDF
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Prof. Bryan Pellom, “Automatic Speech Recognition: From Theory to Practice” Department of Computer Science Center for Spoken Language Research University of Colorado PDF (Mementodes Originals vom 2. August 2014 im Internet Archive)Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cs.tut.fi
↑Jan Robert Stadermann:Automatische Spracherkennung mit hybriden akustischen Modellen. (tum.de[PDF]).
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„Ein interessantes Phänomen stellt die sogenannte virtuelle Tonhöhe dar. Diese entsteht dadurch, dass das Gehör bei komplexen Schallen aus dem vielfachen vorhandenen Spektraltonhöhen eine virtuelle Tonhöhe ermittelt [Zwicker 1982]“ Gerhard Müller, Michael Möser:Taschenbuch der Technischen Akustik. 2004, ISBN 3-540-41242-5, S.821 (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).