
Toni Schuberl (* 26. Januar 1983 in Deggendorf, eigentlich Anton Schuberl) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen) und Autor. Er ist seit 2018 Abgeordneter im Bayerischen Landtag.
Toni Schuberl schloss ein Studium der Rechtswissenschaften als Diplom-Jurist und ein Geschichtsstudium als Magister an der Universität Regensburg ab. Nach dem Rechtsreferendariat in Passau absolvierte er das zweite juristische Staatsexamen. Er arbeitete zunächst im Rechtsreferat der Universität Passau und verfasste in dieser Zeit juristische Kommentare zur Bayerischen Hochschulwahlordnung und zum Bayerischen Hochschulgesetz. Seit Februar 2020 ist er zur Rechtsanwaltschaft zugelassen.
Schuberl trat 1999 mit 16 Jahren in die Partei Bündnis 90/Die Grünen ein, der auch seine Eltern nahestehen. Er war von 2014 bis 2019 Kreisrat des Landkreises Passau. Seit Mai 2020 ist er Kreisrat des Landkreises Freyung-Grafenau und dort Fraktionsvorsitzender der grünen Kreistagsfraktion.
Bei der Landtagswahl 2018 zog er erstmals in den Bayerischen Landtag ein; bei der Landtagswahl 2023 wurde er erneut gewählt.
Im Landtag ist Schuberl rechtspolitischer Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen sowie Mitglied des Ausschusses für Verfassung, Recht, Parlamentsfragen und Integration. Von Mai 2022 bis Juli 2023 war er Vorsitzender des zweiten NSU-Untersuchungsausschusses. Von 2019 bis 2023 war er stellvertretender Vorsitzender der Maßregelvollzugsbeiräte der Bezirkskrankenhäuser Mainkofen und Straubing und seit 2024 einfaches Mitglied im Beirat des Bezirkskrankenhaus Straubing. Mitglied des Justizvollzugsbeirats der JVA Straubing ist er seit 2026. Zudem ist er seit 2018 Mitglied des Stiftungsrats der Stiftung Opferhilfe Bayern sowie der Richterinnen- und-Richter-Wahlkommission und seit Oktober 2022 Mitglied des Diözesanrates des Bistums Passau.
Schuberl forderte die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken in Niederbayern, insbesondere der Ilztalbahn, der Granitbahn und der Waldbahn von Gotteszell nach Viechtach. Für ganz Niederbayern forderte er einen deutlichen Ausbau der Bahnstrecken, die er als „S-Bahn für Niederbayern“ in einem Konzept vorlegte.
Im Nationalpark Bayerischer Wald erreichte Schuberl die sofortige Übernahme von ca. 800 Hektar sogenannter Entwicklungsfläche in die Naturzone, wodurch ein sukzessiver Kahlschlag im Rahmen der Borkenkäferbekämpfung verhindert worden ist.
Schuberl forderte die Bayerische Staatsregierung erfolgreich dazu auf, sich für die Umbenennung der nach Nationalsozialisten benannten juristischen Standardwerke Palandt und Schönfelder einzusetzen.
Beim Bezirkskrankenhaus Landshut setzte er sich für die Reduzierung von Fixierungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ein.
Im April 2024 rauchte er einen Joint im Außenbereich des Maximilianeums, um nach eigener Aussage ein Zeichen gegen den „Verbotswahn der CSU“ zu setzen. Auf Betreiben der CSU wurde daraufhin die Hausordnung des Landtags geändert und damit ein Kiff-Verbot im Innen- und Außenbereich des Maximilianeums erlassen. Hintergrund sei der Kinder- und Jugendschutz, denn auf dem Gelände des Maximilianeums hielten sich regelmäßig auch Kinder, Jugendliche, Schülerpraktikanten und Schulklassen auf.
Im Landtag machte sich Schuberl einen Namen als ein „Intimfeind“ von Markus Söder, an dem er sich immer wieder mit Provokationen und teilweise witzigen, manchmal ins Persönliche abdriftenden Attacken abarbeitet. Bisweilen führt seine angriffslustige Kritik an Söder auch zum Verdruss von Parteikollegen, die auf eine Verständigung mit der CSU hinarbeiten. Perspektivisch hält auch Schuberl eine Zusammenarbeit mit der CSU für eine gangbare Machtoption für die Grünen in Bayern, glaubt aber nicht, dass sie sich mit Markus Söder verwirklichen lässt.
Toni Schuberl ist seit 2014 mit Heidi Schuberl geb. Reitberger verheiratet und hat von ihr drei Söhne und einen Stiefsohn. Er lebt in dem Dorf Daxstein bei Zenting in Niederbayern im Elternhaus seiner Frau, einem 290 Jahre alten Bauernhaus, das die Familie ab 2012 selbst renoviert hat.
Sein Großvater war der Steinbruchunternehmer und Kommunalpolitiker Franz Schuberl (1922–1990) aus Nammering, ein Mitbegründer der CSU im Landkreis Passau, der Gemeinderat von Fürstenstein und Aicha vorm Wald und Kreisrat war, mehrfach als stellvertretender Passauer Landrat amtierte und von 1958 bis 1972 als gewähltes Mitglied dem niederbayerischen Bezirkstag angehörte.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schuberl, Toni |
| ALTERNATIVNAMEN | Schuberl, Anton |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), MdL |
| GEBURTSDATUM | 26. Januar 1983 |
| GEBURTSORT | Deggendorf |