
Der Topspin ist ein im Tennis und Tischtennis gebräuchlicher Vor- und Rückhandschlag.
Beim Topspin wird der Ball mit einer von unten nach oben durchgeführten Schlägerbewegung gestreift. Hierdurch wird dem Ball ein Effet nach vorne verliehen, der umso größer ist, je schneller der Schlägerkopf nach oben bewegt wird und, abhängig von der Schlagtechnik, je länger die Ballkontaktzeit und damit die Haftreibung zwischen Ball und Schläger besteht. Je nach Balltreffpunkt kann der Ball einen zusätzlichen Seitwärtsdrall erhalten. Die an der Balloberseite relativ zur Ballunterseite langsamer vorbeiströmende Luft – die vom Ball mitgerissenen Luftpartikel bewegen sich entgegengesetzt zur Flugrichtung, weshalb die Luft abgebremst wird – und die Verwirbelung bewirken einen oberseitigen Überdruck und somit Abtrieb (Magnus-Effekt). Der Ball bewegt sich auf einer korbbogenförmigen Flugbahn über das Netz und der Ball erreicht eine, im Verhältnis zu anderen Schlagtechniken beim Tennissport wie beispielsweise Slice oder Drive, große Flughöhe über dem Netz, um dann steil nach unten zu fallen. Der Ball kann im Verhältnis zu anderen Schlagtechniken mit einer höheren Geschwindigkeit noch im gegnerischen Spielfeld platziert werden. Nach dem Auftreffen springt der Ball wegen dieses Vorwärtsdralls schneller und im Vergleich zum Winkel vor dem Auftreffen flacher ab. Der Drall wirkt sich auf das Ballabsprungverhalten umso stärker aus, je größer die Reibung zwischen Ball und Boden ist. So ist beim Tennis auf Sandplätzen diese Reibung weitaus höher als auf glatten Belägen, wie Rasen oder Teppich. Auf Sandplätzen springt der Ball normalerweise etwas flacher, dafür aber mit mehr Tempo ab als auf anderen Plätzen. Der Topspin ist deshalb vor allem auf Sandplätzen eine taktisch bevorzugte Schlagvariante. Sowohl beim Tennis als auch beim Tischtennis ermöglicht der Topspinschlag extremes Winkelspiel und je nach Vorwärtsdrall erheblich höhere Ballgeschwindigkeiten.