Torflinse

Eine Torflinse, auch Moorlinse genannt, ist ein meist kleines, im Querschnitt linsenförmiges Moorgebiet, das allerdings freiäugig nur selten als solches zu erkennen ist.

Torflinsen finden sich vor allem in Niederungsgebieten der Urstromtäler des Mitteleuropäischen Tieflands wie in Norddeutschland, in den Niederlanden, Belgien und in Polen.

Entstehung und Namensherkunft

Die meisten Torflinsen sind in kleinen Senken als Niedermoore entstanden und haben sich im Laufe von oft mehreren Jahrtausenden zu Hochmooren entwickelt. Die Bildung in sandigen oder tonigen Senken führt zu Querschnitten in Form einer Linse, was auch den Namen erklärt.

Viele dieser Moorgebiete wurden in den letzten Jahrhunderten entweder nur teilweise abgetorft bzw. umgegraben, oder man hat sie mit Erde oder Sand überdeckt. Daher ist oder war oft nicht erkennbar, dass sie eine Gefahr für die Stabilität einer Bebauung darstellen.

Gefahren und Auffindung

Werden Gebäude oder Verkehrsanlagen auf einer Torflinse errichtet, ohne für eine entsprechend tiefe Gründung der Fundamente zu sorgen, so droht ein späteres Absacken der Baukörper mit entsprechender Bildung von Setzungsrissen.

Im Regelfall werden Torflinsen erst durch diese Bodensetzungen beim Gebäude- oder Straßenbau entdeckt. Selbst dann ist es aufwändig, ihre räumliche Ausdehnung festzustellen, weil sie kleinflächig zwischen Ton- und Sandschichten in unterschiedlichen Stärken auftreten können. Bei konkretem Verdacht kann die Erkundung geotechnisch erfolgen, etwa mit einem Lastplatten-Druckversuch.

Beispiele

Abgesacktes Teilstück der A 20 im Oktober 2017

Einzelnachweise

  1. ↑ Autobahn versinkt im Moor. In: nwzonline.de. 28. September 2017, abgerufen am 26. Februar 2024.
  2. ↑ N-Tv Nachrichten: Bilder wie nach einem Erdbeben: Zwölf Jahre nach dem Bau versinkt die A20. In: n-tv.de. 12. Oktober 2017, abgerufen am 10. Februar 2024.