Torsten Conradi (* 16. März 1956 in Bremen) ist ein deutscher Schiffbauingenieur sowie Regatta- und Tourensegler.
Conradi wurde zwar in Bremen geboren, wuchs aber auf Helgoland auf. Sein Vater und Großvater hatten auf der Insel ein Baugeschäft und waren maßgeblich am Wiederaufbau der im und nach dem Krieg zerstören Insel beteiligt. Conradi lernte auf Booten vor Helgoland segeln. Die Familie betreibt dort neben dem Baugeschäft in vierter Generation Hotels.
Torsten Conradi wurde im Jahr 1984 Weltmeister im Dreivierteltonner (englisch Three Quarter Ton Cup). Den Titel gewann er bei der Weltmeisterschaft vor Kiel. Er segelte damals gemeinsam mit Karl „Kalle“ Dehler – dem Sohn des Werftgründers Willi Dehler – auf der legendären Yacht Positron (einem modifizierten Boot vom Typ Dehler DB2). Conradi, der zu dieser Zeit als junger Schiffbauingenieur in der Forschung arbeitete, hatte für dieses Boot zuvor die Kiel- und Ruderformen elliptisch optimiert, was maßgeblich zu dem historischen Regatta-Erfolg beitrug.
Nach einem Schiffbaustudium in Hannover und Hamburg war er fünf Jahre in der Forschung im Bereich Aero- und Hydrodynamik von Yachten tätig. 1986 trat er als dritter Partner der Yachtdesign-Firma Judel/Vrolijk & Co. in Bremerhaven zu den beiden Gründern Rolf Vrolijk und Friedrich Judel als Gesellschafter bei.
Als Yachtkonstrukteur, Geschäftsführer und CEO der gemeinsamen Firma sorgte Conradi dafür, dass sein Kompagnon Vrolijk frei war im Tagesgeschäft für die Konstruktionsarbeit an Yachtprojekten. Conradi erweiterte die Denkfabrik für schnelle Regattaboote um ein Büro für Ingenieurdienstleistungen und den Entwurf von Fahrtenbooten, insbesondere für die Yachtwerft HanseYachts. Er verantworte auch den erfolgreichen Relaunch der Yachten aus dem Haus Dehler. Er fand für das Konstruktionsbüro Kunden für sehr große individuelle Yachten und manches interessante Motorboot.
Als Torsten Conradi bei Judel/Vrolijk als Partner einstieg, entwarf er eine 38 Fuß (11,38 Meter) große Yacht nach den damals maßgeblichen Vorschriften der International Offshore Rule (IOR) für seine Familie als die für ihn ideale Yacht. Das Boot wurde bei der Wegener Werft in Wedel aus Holz gebaut, weil es gut aussieht und leicht ist. Das Alleinstellungsmerkmal an der Yacht Esta ist die offene Kajüte, die durch einen Rahmenspant ermöglicht wird.
„Die Idee dazu verdanke ich meiner letzten mündlichen Prüfung zum Thema Schiffsfestigkeit. Mein Prüfer, Prof. Dr. Lehmann, wusste, dass ich Segler bin und hat mich dann zur Einleitung von großen Einzelkräften gefragt. Wir sprachen über Ringspanten, die bei tangentialer Krafteinleitung als innere Kräfte nur Zug und Druck aufweisen, was kleinere Querschnitte zulässt. So kam «Esta» zu ihrem Rahmenspant, der einen offenen Salon ermöglicht, mit durch den Tisch geführtem Mast und der Aufhängung für die Püttinge der Wanten außen.“
Torsten Conradi gehört seit 1998 dem Vorstand des Deutschen Boots- und Schiffbauer-Verbands (DBSV) an, wurde 2000 Vizepräsident und 2008 Präsident des Verbandes. Er hat den Vorsitz im Yachtausschuss des Germanischen Lloyd und ist Mitglied im technischen Beirat.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Conradi, Torsten |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schiffbauingenieur und Segler |
| GEBURTSDATUM | 16. März 1956 |
| GEBURTSORT | Bremen |