
Tourieren oder Einziehen ist das schichtweise Einarbeiten von Ziehfett in einen Grundteig. Das Resultat des Vorgangs ist ein Ziehteig.
Bäcker und Konditoren sprechen von einfachen und doppelten Touren:
Ähnlich der Herstellung von Damaszener Stahl wird dieser Schichtverbund im Folgenden mehrfach gelängt und gefaltet. Die Zugrichtung beim Ausrollen (Walzen) wird dabei jedes Mal um 90° gedreht, so dass der Teig gleichmäßig belastet wird und nicht reißt.
Ein Blätterteig bekommt in der Regel zwei einfache und zwei doppelte Touren. Am Ende besteht er aus 3 × 3 × 4 × 4 = 144 Fett- und 288 Teigschichten. Die innen liegenden Teigschichten werden paarweise zu einer verbunden (vgl. Abb.) – es bleiben also 145 Teigschichten (143 innenliegende Doppelschichten plus die zwei Außenschichten), eine mehr als Fettschichten.
Die verbreitete Annahme, dass Blätterteig aus über tausend Schichten bestünde, kommt vermutlich von der französischen Bezeichnung mille feuilles (tausend Blätter) für Blätterteig. Die klassische Zubereitung mit sechs einfachen Touren hat allerdings schon 36 = 729 Fett- und damit 730 Teigschichten.
Die Art und die Menge der Touren hängt ab vom Verhältnis Teig zu Fett: Je mehr Fett der Teig enthält, desto mehr Touren können ausgeführt werden.
Beispiel auf 1000 g Teig:
Jede einfache Tour verdreifacht die Anzahl der bisherigen (Fett-)Schichten:
mit
und jede doppelte Tour vervierfacht die Anzahl der bisherigen (Fett-)Schichten:
mit