Der UrlaubsExpress (UEx) war eine Marke und Zuggattung von touristischen Zügen. Die Züge wurden von 1998 bis 2007 von der Deutschen Bahn AG saisonabhängig angeboten. Das Angebot umfasste im Wesentlichen Tagzüge an die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns und Nachtzüge zu internationalen Zielen.
Beim UrlaubsExpress handelte es sich um öffentliche Regelzüge im Schienenpersonenfernverkehr, die Ballungsgebiete mit touristisch stark frequentierte Orten und Regionen verbanden. Ihre Fahrten waren auf wenige Tage, Wochen oder Monate in der Saison begrenzt, typischerweise wöchentlich an den Bettenwechseltagen (Turnusverkehr). Sie standen damit in der Tradition des in den 1980er Jahren erfolgreichen TUI-Ferienexpress, dessen Wagen auch vom UrlaubsExpress und dem seit 2017 fahrenden Urlaubs-Express teilweise weiterverwendet wurden.
Die Züge waren im öffentlichen Fahrplan enthalten und dadurch, anders als Sonderzüge, für alle Fahrgäste nutzbar.
Ab 1992 verkehrten die Wagen des Alpen-See-Express und des TUI-Ferienexpress gemeinsam unter der Bezeichnung UrlaubsExpress, wobei die TUI-Logos an den Wagen entfernt wurden. Nach der Sommersaison 1993 wurden die TUI-Liegewagen an die Nederlandse Spoorwegen verkauft.
Auf der Internationalen Tourismus-Börse 1995 in Berlin gab die Deutsche Bahn bekannt, mit einem neuen Konzept den Bahnurlaub wiederbeleben zu wollen. Hierfür wurde der Öffentlichkeit unter dem Namen Touristikzug ein großzügiger, extra hierfür umgebauter Wagenpark präsentiert. Die zunächst zehn, ab 1996 19, Wagen waren nach Gesprächen zwischen Vertretern der Reisebranche und der Deutschen Bahn entstanden. Der Zug war als Charterzug konzipiert, der von Touristikunternehmen, Reisebüros oder auch anderen Veranstaltern angemietet werden konnte.
Da die Auslastung der Touristikzüge bis 1997 nicht befriedigend war, besann man sich auf das Konzept des Alpen-See-Express und plante, die Wagen als Urlaubs- bzw. Ferienzüge im Linienverkehr einzusetzen. Dieses Vorhaben sollte im Sommer 1998 starten.
Der Touristikzug wurde 2001 eingestellt, die Wagen wurden umlackiert und die Sitzwagen in Regelzügen, Clubwagen und Gepäckwagen in der City Night Line eingesetzt.
Zu Ferienende und -beginn entlasteten die UrlaubsExpress- die Regelzüge und erlaubten aufgrund von Zugläufen, die vom Regelverkehr abwichen, angenehmere Reisen mit Gepäck ohne Umsteigen für die Fahrgäste bis zum Zielort. Für sie gab es gesonderte Fahrpreise, genauso wie für Nachtzüge, Autozüge oder Sonderfahrten. Genau genommen waren UrlaubsExpress-Züge Sonderfahrten, die im Fahrplan aufgeführt wurden.
Ebenfalls unter dem Namen UrlaubsExpress fuhren um die Jahrtausendwende Zugpaare an den Balaton, nach Rimini und nach Österreich. Diese Nachtzüge trugen nicht die Zuggattung UEx, sondern DZ.
In den Folgejahren fuhren, jetzt als Zuggattung UEx, Auslandsverbindungen an das Mittelmeer und nach Südtirol als UrlaubsExpress. Hierbei handelte es sich weiterhin um Nachtzüge. In der Zwischenzeit waren diese UEx-Züge in der Zuggattung City Night Line aufgegangen. Das Turnusangebot wurde wenig später weitestgehend eingestellt, es blieben saisonale Verlängerungen einzelner Zugläufe.

Die Geschichte des UrlaubsExpress Mecklenburg-Vorpommern begann 1998 mit Saisonzügen, die vom 27. Juni bis zum 12. September des Jahres Düsseldorf mit Wolgast und Rügen verbanden. Im Jahr 2000 war Köln der neue Ausgangsbahnhof, mit der Eröffnung der Peenebrücke Wolgast wurde die Verbindung zudem bis nach Zinnowitz verlängert.
Bereits wenige Jahre nach Start des „UrlaubsExpress Mecklenburg-Vorpommern“ wechselte dieser seine Zuggattung: zunächst als Interregio, fuhr er bis zuletzt als Intercity. Mit Umwandlung entfiel jedoch der besondere Wagenpark größtenteils, die Züge fuhren jetzt mit normalen Interregio- bzw. Intercity-Wagen. Als Besonderheit führte der seit dem Jahr 2012 über Berlin verkehrende Intercity 2422/2423 jedoch bis zum Jahr 2013 in der 2. Klasse einen Wagen der Bauart Bwmz207 mit. Hierbei handelte es sich um modernisierte Abteilwagen, die zuvor als 1. Klasse-Wagen in der Schweiz liefen. Im Sommer 2016 verkehrte dieser zum letzten Mal und wurde zum Fahrplanjahr 2017 eingestellt. Auch 2018 werden die Zugläufe wieder angeboten.




Charakteristisch für die Lokomotiven und Wagen, die insbesondere beim „UrlaubsExpress Mecklenburg-Vorpommern“ eingesetzt wurde, war ihre bunte Farbgebung. Sie waren in einer bunten Farbmischung aus saphirblau, laubgrün, verkehrsgelb, himmelblau und weiß lackiert. Die Wagen waren ab 1995 aus Intercity-Wagen umgebaut, dabei großzügig ausgestattet und mit dem Schriftzug DB Touristik versehen worden.
Die Reisezugwagen wurden bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 in regulären Intercityzügen eingesetzt. Die Wagen wurden nach dem Ende des UEx in ICE-Farben (verkehrsrot/lichtgrau) lackiert, die Sitze wurden nachträglich mit blauem Stoff neu bezogen.
Abteilwagen (Bvmkz856): Die sechs Abteilwagen entstanden aus Eurofima-Abteilwagen der 1. Klasse, drei hiervon liefen zuvor im Lufthansa-Airport-Express. Von den neun Abteilen wurde ein Abteil zu einer Galley umgebaut, ein Abteil ist als Gepäckabteil vorgesehen. Die sieben verbliebenen Abteile wurden mit je sechs Sitzen und einem ausziehbaren Tisch neu möbliert.
Großraumwagen (Bpmz857): Acht Intercity-Großraumwagen wurden für den UrlaubsExpress umgebaut, vier der Spenderwagen waren zuvor beim Lufthansa-Airport-Express im Einsatz. Dabei wurden zwei kleine Fenster je Wagenseite verschlossen, um mehr Platz für Gepäck zu schaffen. Im Innenraum wurden fast alle Sitze vis-a-vis angeordnet. Der Mittelgang schlängelt sich durch den Wagen, so dass Sitzgruppen zu zwei bis vier Personen entstehen. Jeder der Wagen hat 51 Sitzplätze. Im Jahr 2019 erwarb das tschechische Eisenbahnverkehrsunternehmen RegioJet mehrere der Bpmz857 und setzt sie seitdem in seinen Fernverkehrszügen ein.
Club-Speisewagen (WRkmz858): Zum Start des Touristikzuges 1995 wurden zwei „Bordrestaurant“-Speisewagen der Bauart WRmz137 in Club-Speisewagen umgebaut. Hiervon hat ein Wagen einen normalen Speisebereich und ein Kinderabteil, der andere Wagen verfügt über ein Bistro mit Stehtischen und eine Lounge war mit Ledersesseln ausgestattet. Im Folgejahr wurden zwei Intercity-Großraumwagen in Club-Speisewagen umgebaut, deren Ausstattung den ersten beiden Club-Speisewagen ähnelt.
Gepäckwagen (Dmsdz859, Dmsd859.1): Zur Beförderung von Gepäck, Fahrräder oder Skiern wurden auch zwei Gepäckwagen den Bedürfnissen des Touristikzuges angepasst.
Kinderland-Wagen (WGmz825): Mit dem Einsatz des Touristikzuges im UEx-Linienverkehr wurde ein Gesellschaftswagen in Touristikzugfarben lackiert und als „Kinderland“ eingesetzt.
Im Gegensatz zum tagsüber verkehrenden „UrlaubsExpress Mecklenburg-Vorpommern“ benötigten die nachts verkehrenden UrlaubsExpress-Züge einen anderen Wagenpark. Eingesetzt wurden hier Schlafwagen, klimatisierte Liegewagen sowie unklimatisierte Abteilsitzwagen der für Nachtzüge typischen Bauart Bomz236.
| Zugnummern | Name | Von | Nach | Über 1 | Nachfolge 2 |
|---|---|---|---|---|---|
| UEx 1128 UEx 1129 | – | Bozen Dortmund | Dortmund Bozen | Brixen–Brenner–Innsbruck–Frankfurt(M) Süd | 2005 durch den UEx 13374/13375 ersetzt |
| UEx 13374 UEx 13375 | – | Bozen Hamburg Altona | Hamburg Altona Bozen | Brixen–Brenner–Innsbruck–Göttingen–Hannover | 2009 ab/bis Aarhus, seit 2010 eingestellt |
| UEx 1124 UEx 1125 3 | Dolomiten-Express | Venedig Dortmund | Dortmund Venedig | Verona–Bozen–Innsbruck–Wörgl–Kufstein–Rosenheim–München Ost–Frankfurt(M) Süd–Mainz–Bonn Beuel–Köln–Düsseldorf–Essen | eingestellt |
| DZ 13426 DZ 13427 | UrlaubsExpress | Fonyód Hamburg Altona | Hamburg Altona Fonyód | Siófok–Budapest–Würzburg–Fulda–Bebra–Hannover | eingestellt |
| UEx 1161 UEx 1061 IR 2761 IC 2660 IC 1960 IC 1905/IC 1915 | UEx Mecklenburg-Vorpommern | Wolgast/ Zinnowitz/ Seebad Heringsdorf | Düsseldorf Hbf/ Köln Hbf | Greifswald–Stralsund–Rostock–Schwerin–Hamburg-Harburg–Bremen–Osnabrück–Münster–(Dortmund –) Essen–Duisburg | IC 2423 „UrlaubsExpress Mecklenburg-Vorpommern“: Ostseebad Binz–Berlin-Gesundbrunnen–Köln Hbf, Kurswagen ab Seebad Heringsdorf |
| UEx 1160 UEx 1060 IR 2760 IC 2661 IC 1961 IC 1904/IC 1914 | UEx Mecklenburg-Vorpommern | Düsseldorf Hbf/ Köln Hbf | Wolgast/ Zinnowitz/ Seebad Heringsdorf | Essen–Dortmund–Hamm–Münster–Bremen–Hamburg-Harburg–Schwerin–Rostock–Stralsund–Greifswald | IC 2422 „UrlaubsExpress Mecklenburg-Vorpommern“: Köln Hbf–Berlin-Gesundbrunnen–Ostseebad Binz, Kurswagen nach Seebad Heringsdorf IC 1961: verkürzt, seit 2012 Hamburg-Altona–Stralsund |
Anmerkungen: