Transitive Menge
In der Mengenlehre nennt man eine Menge
transitiv, falls
- aus
und
immer folgt, dass
, in Zeichen:
,
oder äquivalent falls
- jedes Element von
, das eine Menge ist, eine Teilmenge von
ist.
Auf ‚echte‘ (d. h. von der Leermenge verschiedene) Urelemente kommt es dabei nicht an.
Analog dazu nennt man eine Klasse
transitiv, falls jedes Element von
eine Teilmenge von
ist.
Beispiele
- Eine Ordinalzahl nach der Definition von John von Neumann ist eine transitive Menge mit der Eigenschaft, dass jedes Element wieder transitiv ist.
- Ein Grothendieck-Universum ist per definitionem eine transitive Menge.
- Transitive Klassen werden als Modelle für die Mengenlehre selbst verwendet.
Eigenschaften
- Eine Menge
ist genau dann transitiv, wenn
, wobei
die Vereinigung aller Elemente von
ist.
- Falls
transitiv ist, dann ist auch
transitiv.
- Falls
und
transitive Mengen sind, dann ist auch
transitiv.
- Allgemein, falls
eine Klasse ist, deren Elemente alle transitive Mengen sind, dann ist
eine transitive Klasse.
- Eine Menge
ist genau dann transitiv, wenn
eine Teilmenge der Potenzmenge von
ist.
- Die Potenzmenge einer transitiven Menge ist wieder transitiv. Diese Eigenschaft wird bei der Von-Neumann-Hierarchie verwendet, um einzusehen, dass alle Stufen dieser Hierarchie transitiv sind.
Anmerkungen
- ↑ In diese Vereinigung gehen nur Elemente ein, die Mengen sind, also keine (‚echten‘) Urelemente.
- ↑ Wolfram Pohlers: Mengenlehre (PDF), Universität Münster, Institut für mathematische Logik und Grundlagenforschung, Vorlesungsskript, SS 1994, Seite 31