Transnationale Repression ist eine Form der politischen Unterdrückung, die von einem Staat außerhalb seiner Grenzen ausgeübt wird. Häufig zielt sie auf im Ausland lebende politische Dissidenten ab oder auf kritische Mitglieder von Diasporagemeinschaften in anderen Staaten. Es sind vor allem autoritäre Regime, die unterschiedlichste repressive und bedrohliche Mittel einsetzen, um in liberalen Demokratien lebende Dissidenten einzuschüchtern und mundtot zu machen, zu kontrollieren und zu bestrafen. Seit 2021 erfasst und veröffentlicht Freedom House regelmäßig einen Bericht zur Transnationalen Repression.
In Deutschland sind nach Berichten von Menschenrechtsgruppen und Medien unter anderem Geheimdienste aus Ägypten, Aserbaidschan, Belarus, China, Ruanda, Russland, Saudi-Arabien, der Türkei und Vietnam aktiv, um in Deutschland lebende Menschen mit familiären Verbindungen in diese Länder unter Druck zu setzen. Ziel ist es demnach, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen.
Im August 2024 haben sich in Berlin elf nichtstaatliche Organisationen zu einer „Koalition gegen Transnationale Repression in Deutschland“ (TNR-Koalition) zusammengeschlossen, um die Aufmerksamkeit für das Thema zu steigern.
Das deutsche Bundesinnenministerium widmet Transnationaler Bedrohung im Verfassungsschutzbericht 2025 ein eigenes Kapitel. Zentrales Ziel der ausübenden Staaten sei dabei in der Regel der Machterhalt der jeweiligen Regierung. Wörtlich heißt es in dem Bericht: Kritische Stimmen sollen zum Schweigen gebracht, politische Opposition unterdrückt und Diasporagruppen oder Einzelpersonen kontrolliert werden. Das Phänomen spiegelt damit häufig das interne Sicherheitsgefüge und Wertegerüst eines Regimes wider.
↑Verantwortung für Deutschland.(PDF; 1,5MB)Koalitionsvertrag zwischen der CDU, CDU und SPD – 21. Legislaturperiode.Christlich-Soziale Union in Bayern e.V.,10.April 2025;abgerufen am 15.April 2025(Volltext des Koalitionsvertrags).
↑Bundesministerium des Innern:Verfassungsschutzbericht 2025.(PDF; 6,5MB)In:bmi.bund.de.29.Juni 2026,abgerufen am 29.Juni 2026.