Treibherd

Treibherd zur Trennung von Werkblei und Silber im Zuge des Seigerverfahrens in der Saigerhütte Grünthal

Der Treibherd (auch Treibofen oder Bleiherd) wurde zur Abtrennung von Silber aus Werkblei verwendet. Als Verfahren kam die Kupellation zum Einsatz.

Konstruktion

Der in Deutschland verwendete Treibherd ist ein Gebläseflammofen mit konkavem Herd. Der Herd ist in mehrere Schichten unterteilt:

Gegenüber der Feuerung befindet sich das Schürloch, eine mit einem eisernen Schieber verschließbare Öffnung. Neben der Feuerung befindet sich in der Sohle eine Öffnung zum Abfließen der Glätte (Glättloch). Englische Treibherde hatten feststehende Hauben und bewegliche Herde.

Ein entsprechend konstruierter Ofen ermöglicht das Schmelzen von Werkblei in einer feuerfesten Pfanne durch darüberstreichende Flammen. Bei ausreichender Temperatur wird Luft durch die Schmelze gepresst. Dabei wird das vorhandene Blei oxidiert und durch den Luftstrom laufend durch eine Öffnung herausgedrückt, bis nur noch metallisches Silber (Blicksilber, gebranntes Silber) zurückbleibt.

Vorgang des Abtreibens

Der Herd wird zunächst vorgeheizt und anschließend nach und nach beschickt. Nach dem Weichfeuern (schmelzen bei geringer Hitze ein) wird das zuvor mit Steinen verschlossene Glättloch geöffnet und mit zwei Rinnen (Glättgassen) versehen. Die sich nun bildende schwarze Oxidschicht wird mit eisernen Kratzen entfernt. Sie enthält den größten Teil der Metalle, die sich im Werkblei befanden. Dazu gehören Kupfer, Antimon, Eisen, Zink, Nickel, Arsen und etwas Silber. Die Öffnung wird nun wieder verschlossen, der Herd wird stärker erhitzt und zusätzlich wird ein Gebläse eingehängt. Wenn das Blei zu sprudeln beginnt (Treiben) wird das Glättloch wieder geöffnet und die schwarz erscheinende Glätte (Abstrich) wird abgezogen. Sie enthält neben Antimon und Kupfer einen hohen Anteil an Silber. Nun wird der Herd mit einer gleichmäßigen Wärmezufuhr und zusätzlichem Luftstrom versorgt. Zuletzt wird das Feuer verstärkt und die sehr silberreiche Glätte wird separat gesammelt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Abtreiben (Cupellation) oder Scheiden von Blei. mineralienatlas.de.
  2. ↑ Silbergewinnung. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 14, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 966a . – doppelseitige Abbildung.