Thomas Trenczek (* 1960 in Leipzig) ist ein deutscher Rechts- und Sozialwissenschaftler.
Trenczek studierte von 1980 bis 1986 Rechtswissenschaft und ab 1982 Sozialwissenschaften an der Eberhard Karls Universität Tübingen und (1987/88) an der University of Minnesota in Minneapolis (USA). Er beendete das Jura-Studium mit beiden Staatsexamina und das Studium der Sozialwissenschaften (Schwerpunkt Erziehungswissenschaft und Sozialpädagogik) mit dem Magister-Examen. Trenczek war wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Kriminologischen Instituten von Hans-Jürgen Kerner in Tübingen sowie von Christian Pfeiffer in Hannover. Im Bereich der Sozialwissenschaften lernte er u. a. bei Hans Thiersch und Siegfried Müller sowie Burt Galaway (USA). 1996 promovierte er zum Dr. iur. summa cum laude an der Universität Tübingen mit einer rechtsvergleichenden Untersuchung über die strafenden und wiedergutmachenden Elemente im deutschen und US-amerikanischen Straf- und Zivilrecht.
Trenczek war von 1988 bis 1991 Bundesgeschäftsführer der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen (DVJJ) in Hannover und danach 10 Jahre lang Landesvorsitzender der DVJJ in Niedersachsen. 1989 gründete er als verantwortlicher Schriftleiter das „DVJJ-Journal“ (jetzt: Zeitschrift für Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe – ZJJ). Während seines Studiums sowie während und nach seinem juristischen Referendariat machte er Praxiserfahrungen in der Rechtsanwaltschaft, der Heilerziehungspflege sowie der Kinder- und Jugendhilfe. Seit 1996 ist Trenczek Professor für Rechtswissenschaft (Öffentliches Recht, Jugend- und Strafrecht; Mediation/Konfliktmanagement) an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena.
Trenczek beschäftigt sich seit Mitte der 1980er Jahre mit Restorative Justice und Mediation und verbrachte deshalb 1987/88 ein Studienjahr in den USA, wo er Howard Zehr und Burt Galaway kennenlernte und seine erste Mediationsausbildung absolvierte. 2001/02, 2006 und 2011/12 sowie 2017 verbrachte er jeweils mehrere Monate in Australien und Neuseeland, um die dortige Mediations- und RJ-Praxis kennen zu lernen. Er ist Mitbegründer und 1. Vors. der Waage Hannover e.V., eingetragener Mediator (BMJ, Wien), Lehrtrainer (BMWA) und als Mediator in Australien akkreditiert (NMAS). Von 2003 bis 2013 war er 1. Vorsitzender von Konsens e.V., Verein zur Förderung der Mediation in Niedersachsen. Er ist Visiting Scholar u. a. der Griffith University Law School sowie der School of Social and Cultural Studies, Massey University (NZ). Er ist bzw. war Mitglied mehrerer Redaktionen von Fachzeitschriften (u. a. Contemporary Justice Review; BM-Spektrum der Mediation; Zeitschrift für Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe), Kommissionen, Beiräten (z. B. AGJ, BMWA-Zertifizierungskommission, IGfH-FG Inobhutnahme, Spektrum der Mediation; International Advisory Board Singapore Management University).
Trenczek interessiert sich für die Elemente und Strukturen der Sozialkontrolle und die interdisziplinäre Verschränkung von Recht und Sozialer Arbeit. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Themenfeldern
In diesen Bereichen geht es um rechtliche (Jugendrecht, Strafrecht, Sozialrecht, Familienrecht), sozialwissenschaftliche (Kriminologie; Konfliktforschung) und methodische Fragen und Themen (Mediation und Konfliktmanagement). Trenczek ist Verfasser und Herausgeber von neun Büchern und knapp 200 Fachaufsätzen, zum Thema Mediation und Restorative Justice, Kinder- und Jugendhilferecht, Inobhutnahme, sowie Jugend, Delinquenz und Strafjustiz.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Trenczek, Thomas |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Rechts- und Sozialwissenschaftler und (eingetragener) Mediator |
| GEBURTSDATUM | 1960 |
| GEBURTSORT | Leipzig |