Rasenbinsen

Rasenbinsen

Deutsche Rasenbinse (Trichophorum cespitosum subsp. germanicum)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Rasenbinsen
Wissenschaftlicher Name
Trichophorum
Pers.

Rasenbinsen oder Haarbinsen (Trichophorum), in der Schweiz Haarried genannt, sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae).

Beschreibung

Illustration aus Flora Batava, Volume 6 der Rasenbinse (Trichophorum cespitosum)
Alpen-Rasenbinse (Trichophorum alpinum) in einem Zwischenmoor in Litauen
Alpen-Rasenbinse (Trichophorum alpinum)
Deutsche Rasenbinse (Trichophorum cespitosum subsp. germanicum) in einem Hochmoorrest in Nordwestdeutschland

Vegetative Merkmale

Rasenbinsen-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Es werden Horste gebildet und manche Arten bilden auch Rhizome. Die Halme sind dreikantig oder rund.

Die Blätter stehen grundständig oder annähernd grundständig. Die Blattscheiden tragen keine Blattspreiten, die im oberen Bereich stehenden Blattscheiden können bis 5 Millimeter lange Spreiten tragen. Die Blattscheiden sind nicht faserig. Blatthäutchen sind vorhanden.

Generative Merkmale

Die Blütenstände sind endständig und bestehen aus einem Ährchen. Das einzige Involucralblatt ist schuppenförmig, die Spitze ist zugespitzt oder trägt eine Granne. Das Ährchen besteht aus drei bis neun spiralig angeordneten Schuppen, von denen jede eine Blüte trägt. Die Blüten sind zwittrig. Die Blütenhülle besteht aus null bis sechs geraden Borsten, die bis zu 20-mal länger als die Achäne sein können. Es gibt drei Staubblätter. Die Griffel sind gerade, dreilappig, ihre Basis ist haltbar.

Die Achänen sind dreikantig bis plan-konvex.

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Trichophorum wurde 1805 durch Christian Hendrik Persoon in Synopsis Plantarum: seu Enchiridium botanicum ..., 1, Seite 69 aufgestellt. Synonyme für Trichophorum Pers. sind seit 2019: Cypringlea M.T.Strong, Eriophorella Holub, Kreczetoviczia Tzvelev, Leucocoma Rydb., Neoscirpus Y.N.Lee & Y.C.Oh, Oreobolopsis T.Koyama & Guagl.

Die Arten der Gattung Trichophorum wurde früher als Sektion Baeothryon innerhalb der Gattung Scirpus geführt. 2019 kamen Arten aus den Gattungen Cypringlea M.T.Strong, Eriophorella Holub sowie Oreobolopsis T.Koyama & Guagl. hinzu.

Die Gattung ist circumpolar bis circumboreal verbreitet, kommt aber auch in den Anden und in den tropischen Gebirgen Südostasiens vor.

Es gab etwa zwölf, aber seit 2019 21 Arten:

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 Datenblatt Trichophorum bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.
  3. ↑ E. Foerster: Seggen, Binsen, Simsen und andere Scheingräser des Grünlandes. Ein Schlüssel zum Bestimmen während der ganzen Vegetationszeit. LANUV-Arbeitsblatt 5, Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Recklinghausen 2008. ISSN 1864-8916, Online PDF (Memento des Originals vom 13. August 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. 1 2 3 4 5 Song-Yun Liang, Gordon C. Tucker In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 23: Acoraceae through Cyperaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 20. August 2010, ISBN 978-1-930723-99-3 Trichophorum Persoon. S. 176–177 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  5. ↑ Michael Koltzenburg: Trichophorum. S. 254. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7.
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