Die Trichterlinge (Clitocybe) sind eine Gattung der Blätterpilze, die aus hunderten von Arten besteht. Die Unterscheidung ist für Nicht-Experten schwierig und erfordert oft die Analyse mikroskopischer Details. Abgesehen von einigen wenigen, leicht bestimmbaren Arten werden Trichterlinge selten zum Verzehr gesammelt.
Die Trichterlinge umfassen Arten mit kleinen bis sehr großen Fruchtkörpern. Das Farbspektrum reicht von überwiegend weiß über grau bis hin zu fleischrötlichen und -bräunlichen Tönen. Die Hüte haben einen trichterförmig niedergedrückten, aber auch genabelten Habitus. Der Rand ist anfangs eingerollt. Die Oberfläche kann trocken und glatt, feinfilzig, feinschuppig oder bereift ausfallen. Hygrophane Hüte zeigen eine durchscheinende Riefung. An den Unterseiten befinden sich überwiegend schwach bis deutlich herablaufende Lamellen, die sich nicht von der Huttrama ablösen lassen. Die Blätter sind dünn, ungegabelt und engstehend. Die Farbpalette erstreckt sich von weiß über cremefarben bis hin zu grau-bräunlich. Das Sporenpulver ist weiß, creme bis rosalich gefärbt. Der meist zentrale und zylindrische Stiel hat eine feste bis elastische Konsistenz. Er ist kaum brüchig, fleischig-weich, aber nicht knorpelig. Die stets trockene Stielrinde ist kahl, faserig oder bereift. Das untere Stielende ist oft filzig-zottig besetzt, schließt Substrat-Teilchen ein und kann in wurzelartigen Rhizomorphen auslaufen. Das selten verfärbende Fleisch ist weich, jedoch nicht lederig oder zäh.
Ökologie
Sie leben saprob, indem sie Bodenabfälle zersetzen.
Folgende Teile der Systematik scheinen seit 2023 nicht mehr aktuell zu sein:
Eine neue phylogenetischen Studie ordnet einige Arten anderen Gattungen zu, darunter C. odora, C. phyllophila, C. dealbata, C. dryadicola und C. rivulosa der Gattung Collybia sowie C. metachroa der Gattung Pseudolyophyllum. Diese Erkenntnisse müssen eingearbeitet werden. Allerdings wurden viele europäische Arten bisher noch nicht phylogenetisch untersucht und umkombiniert und es ist vielleicht besser, dies abzuwarten.
Der Würzelchen-Trichterling (Clitocybe radicellata) erscheint in der kalten Jahreszeit und besitzt am unteren Stielende weiße, wurzelartige Hyphenstränge.
Toxizität
Einige Arten der Gattung Clitocybe sind essbar, viele jedoch (teilweise stark) giftig. Sie enthalten unter anderen das Nervengift Muskarin.
Quellen
Einzelnachweise
↑Paul Kummer:Der Führer in die Pilzkunde. Band1, 1871, S.1–146.
↑Achim Bollmann, Andreas Gminder, Peter Reil: Begleit-CD mit den Beschreibungen von Pilzgattungen. Abbildungsverzeichnis europäischer Großpilze, 4.üb. Aufl. Arbeitsgemeinschaft Pilzkunde Stuttgart (APS). 2007. ISSN0932-920X.
↑Zheng-Mi He, Zhu L. Yang:A new clitocyboid genus Spodocybe and a new subfamily Cuphophylloideae in the family Hygrophoraceae (Agaricales). In: MycoKeys. Band79, 26.April 2021, ISSN1314-4049, S.129–148, doi:10.3897/mycokeys.79.66302, PMID 33958952, PMC8093184(freier Volltext).
↑Zheng-Mi He, Zuo-Hong Chen, Tolgor Bau, Geng-Shen Wang, Zhu L. Yang: Systematic arrangement within the family Clitocybaceae (Tricholomatineae, Agaricales): phylogenetic and phylogenomic evidence, morphological data and muscarine-producing innovation. In: Fungal Diversity. Band123, Nr.1, November 2023, ISSN1560-2745, S.1–47, doi:10.1007/s13225-023-00527-2 (springer.com[abgerufen am 30.Januar 2024]).
↑Eric Strittmatter: Die Gattung Clitocybe. Auf: fungiworld.com. Pilz-Taxa-Datenbank. Abgerufen am 15.April 2011.
↑Peter Specht & Raphael Rickmann: Trichterlinge in trockenen Habitaten – Teil 2. In: Der Tintling, Nr. 142, 2023, S. 52–60.
↑Bettina Haberl, J.J. Kleber, Thomas Zilker: Pilzdatenbank: Gifttrichterlinge. Toxikologische Abt. der II.Med. Klinik der TUMünchen. 2000. Abgerufen am 20.April 2011.