Triticeae

Triticeae

Weizen (Triticum)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Pooideae
Tribus: Triticeae
Wissenschaftlicher Name
Triticeae
Dumort.

Die Tribus Triticeae gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae). Die etwa 500 Arten in über 27 Gattungen wachsen überwiegend in gemäßigten und warm-gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel. Sie enthält unter anderem wichtige Kulturgräser wie Weizen, Gerste und Roggen.

Beschreibung

Getreideprodukte aus Arten der Triticeae (im Uhrzeigersinn von oben): Weizenmehl, Dinkel, Gerste, Roggenflocken

Vegetative Merkmale

Die Arten der Tribus Triticaeae sind einjährige (etwa 100 Arten) bis ausdauernde (etwa 400 Arten) krautige Pflanzen. Je nach Art bilden sie Rhizome oder nicht. Sie wachsen horst- oder rasenförmig.

Die wechselständig an den Halmen angeordneten Laubblätter sind in Blattscheide und Blattspreite gegliedert. Die Blattscheiden sind bis zur Basis offen, selten geschlossen. Die Blatthäutchen (Ligulae) sind blattartig oder als Membran ausgebildet. Die einfachen Blattspreiten sind lang lanzettlich, flach oder gerollt.

Generative Merkmale

Die einzeln endständigen Blütenstände sind zweizeilige, im Umriss linealische bis eiförmige Ähren. Die Ährenachsen sind abgeflacht. Die in der Regel sitzenden und abgeflachten Ährchen entspringen einzeln oder in Gruppen zu zweit bis dritt an einem Knoten, selten sind es mehr. Sie sind ein- bis mehrblütig. Die endständige Blüte ist meist schmaler oder steril. Die Hüllspelzen sind meist häutig oder ledrig ausgebildet und zuweilen begrannt oder völlig reduziert. Die Deckspelzen sind fünf- bis elfnervig. Die Vorspelzen tragen zwei Kiele. Die Blütchen verfügen über zwei freie Schwellkörperchen (Lodiculae). Es sind drei Staubblätter und zwei Narben vorhanden. Die Fruchtknoten sind an der Spitze meist behaart.

Die Karyopse ist elliptisch oder eiförmig.

Chromosomen

Die Chromosomen sind relativ groß. Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 7.

Systematik und Verbreitung

Taxonomie

Die Tribus Triticeae wurde 1824 durch Barthélemy Charles Joseph Dumortier in Observations sur les Graminees de la Flore Belgique, 82 aufgestellt. Typusgattung ist Triticum L. Synonyme für Tribus Triticeae Dumort. sind: Aegilopineae Orb., Hordeeae Kunth ex Spenn., Frumenteae Krause nom. illeg., Secaleinae Rchb..

Innere Systematik

Die Tribus Triticeae ist in zwei Subtribus gegliedert und enthält etwa 27 Gattungen (Stand 2015):

  • Subtribus Hordeinae Dumort. (Syn.: Elyminae Benth., Agropyrinae Nevski, Clinelyminae Nevski nom. illeg., Roegneriinae Nevski, Henrardiinae C.E.Hubb.): Sie enthält etwa 21 Gattungen:
    • Kammquecken (Agropyron Gaertner, Syn.: Costia Willk.): Die etwa zwölf Arten sind hauptsächlich in Eurasien und Nordafrika verbreitet, darunter:
    • Anthosachne Steud.: Die etwa neun Arten kommen von Neuguinea bis Australasien vor. Sie wurde früher zu Elymus gestellt.
    • Australopyrum (Tzvelev) Á.Löve: Die etwa fünf Arten kommen in Neuguinea, im östlichen bis südöstlichen Australien sowie in Neuseeland vor.
    • Connorochloa Barkworth et al.: Sie wurde 2009 aufgestellt und enthält nur eine Art:
      • Connorochloa tenuis (Buchanan) Barkworth, S.W.L.Jacobs & H.Q.Zhang: Sie kommt nur in Neuseeland vor.
    • Crithopsis Jaub. & Spach: Sie enthält nur eine Art:
    • Quecken (Elymus L., Syn.: Asperella Humb., Braconotia Godr., Campeiostachys Drobow, Clinelymus (Griseb.) Nevski, Cockaynea Zotov, Crithopyrum Steud., Cryptopyrum Heynh., Elytrigia Desv., Goulardia Husn., Gymnostichum Schreb., Hystrix Moench, Peridictyon Seberg et al., Polyantherix Nees, Psammopyrum Á.Löve, Roegneria K.Koch, Semeiostachys Drobow, Sitanion Raf., Sitospelos Adans. nom. superfl., Stenostachys Turcz., Terrellia Lunell nom. superfl., ×Elymotrigia Hyl., ×Elysitanion Bowden, ×Pseudelymus Barkworth & D.R.Dewey, ×Terrelymus B.R.Baum): Der Umfang dieser Gattung wird kontrovers diskutiert. Die 40 bis über 200 Arten sind von den gemäßigten und subtropischen Gebieten der Nordhalbkugel bis Mittel- und Südamerika und außerdem in Neuseeland verbreitet. Die meisten Arten kommen in Asien vor. In China gibt es etwa 88 Arten; 62 davon nur dort.
    • Eremopyrum (Ledeb.) Jaubert & Spach (Syn.: Cremopyrum Schur orth. var.): Die etwa vier Arten kommen vom östlichen Mittelmeerraum bis zum Himalaja, von Rumänien bis zur Mongolei und außerdem in Nordwestafrika vor. In China kommen vier Arten nur in Tibet, in der Inneren Mongolei und in der Provinz Xinjiang vor.
    • Festucopsis (C.E.Hubb.) Melderis Sie enthält nur eine Art:
    • Henrardia C.E.Hubbard: Die nur zwei Arten sind vom östlichen Mittelmeerraum bis Zentralasien und Pakistan verbreitet.
    • Heteranthelium Hochst. ex Jaub. & Spach: Sie enthält nur eine Art:
    • Hordelymus (Jess.) Jess. ex Harz (Syn.: Cuviera Koeler, Leptothrix (Dumort.) Dumort., Medusather (Griseb.) P.Candargy): Sie enthält nur eine Art:
    • Gerste (Hordeum L., Syn.: Critesion Raf., Critho E.Mey., Zeocriton Wolf): Die 30 bis 40 Arten sind in den gemäßigten Gebieten Eurasiens, in Makaronesien, in Nordafrika und im südlichen Afrika, von Nordamerika bis Guatemala, auf den Bermudas und von Peru bis ins südliche Südamerika verbreitet.
    • Kengyilia C.Yen & J.L.Yang: Die etwa 27 Arten sind von der östlichen Türkei bis ins südwestliche Sibirien und Zentralasien bis ins zentrale China verbreitet. In China gibt es 24 Arten; 21 davon nur dort. Diese Arten wurden bisher meist zu Elymus oder Elytrigia gestellt.
    • Strandroggen (Leymus Hochstetter, Syn.: Aneurolepidium Nevski, Eremium Seberg & Linde-Laursen, Macrohystrix (Tzvelev) Tzvelev & Prob., Malacurus Nevski, Microhystrix (Tzvelev) Tzvelev & Prob.): Die etwa 55 Arten sind von den subarktischen und den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel bis Mexiko und außerdem im südlichen Südamerika verbreitet. In China gibt es 24 Arten, 11 davon nur dort.
    • Pascopyrum Á.Löve: Sie enthält nur eine Art:
      • Pascopyrum smithii (Rydb.) Á.Löve: Sie ist von Nordamerika bis zum nordöstlichen Mexiko weitverbreitet.
    • Peridictyon Seberg: Sie wurde 1991 aufgestellt und enthält nur eine Art:
    • Psathyrostachys Nevski ex Komarov: Die etwa zehn Arten gedeihen in Steppen und Halbwüsten Eurasiens. Sie kommen vom westlichen Russland bis Sibirien und dem nördlichen China und von der Türkei bis Zentralasien und Pakistan vor. In China gibt es fünf Arten, zwei davon nur dort.
    • Pseudoroegneria (Nevski) Á.Löve: Die etwa 15 Arten sind von Südosteuropa bis zu den gemäßigten Zonen Asiens und von Alaska bis zu den USA verbreitet. Sie wurden bisher meist zu Elymus oder zu Elytrigia gestellt.
    • Roggen (Secale L.): Die etwa neun Arten kommen im östlichen Mitteleuropa, in Osteuropa, vom Mittelmeergebiet bis zum nordwestlichen China und dem westlichen Himalaja und im südlichen Afrika vor.
    • Stenostachys Turcz.: Die etwa vier Arten kommen nur in Neuseeland vor.
    • Taeniatherum Nevski: Sie enthält nur eine Art:
  • Subtribus Triticinae Fr. (Syn.: Aegilopinae Nevski): Sie enthält etwa fünf Gattungen:
    • Aegilops L. nom. cons. (Syn.: Amblyopyrum Eig, Aegilemma Á.Löve, Aegilonearum Á.Löve, Aegilopodes Á.Löve, Chennapyrum Á.Löve, Comopyrum (Jaub. & Spach) Á.Löve, Cylindropyrum (Jaub. & Spach) Á.Löve, Gastropyrum (Jaub. & Spach) Á.Löve, Kiharapyrum Á.Löve, Orrhopygium Á.Löve, Patropyrum Á.Löve, Perlaria Heist. ex Fabr., Sitopsis (Jaub. & Spach) Á.Löve): Die etwa 23 Arten kommen hauptsächlich im Mittelmeerraum und in Makaronesien, einige Arten kommen bis Nordafrika oder von Südosteuropa bis zum Himalaja, Zentralasien oder China vor.
    • Amblyopyrum Eig: Sie enthält nur eine Art:
    • Dasypyrum (Coss. & Durieu) T.Durand (Syn.: Haynaldia Schur nom. illeg., Pseudosecale (Godr.) Degen): Die etwa zwei Arten kommen vom Mittelmeerraum bis Zentralasien vor.
    • Thinopyrum Á.Löve: Die etwa elf Arten sind von Europa bis Zentralasien, von Makaronesien bis Pakistan und im südlichen Afrika verbreitet. Sie wurden bisher meist zu Agropyron oder zu Elymus gestellt.
    • Weizen (Triticum L., Syn.: Crithodium Link, Deina Alef., Frumentum E.H.L.Krause, Gigachilon Seidl, Nivieria Ser., Spelta Wolf, Zeia Lunell): Die etwa fünf Arten kommen vom Mittelmeerraum bis Zentralasien und dem nordwestlichen Indien und außerdem in Äthiopien vor. Als Kulturpflanze kommen die Arten in den gemäßigten Gebieten und tropischen Bergregionen weltweit vor.

Quellen

Literatur

  • Shou-liang Chen, Guanghua Zhu: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 22 - Poaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2006, ISBN 1-930723-50-4. Triticeae, S. 386 ff. - textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitte Beschreibung und Systematik)
  • Richard R. C. Wang, Baorong Lu: Biosystematic and evolutionary relationshipsof perennial Triticeae species revealed by genomic analyses. In: Journal of Systematics and Evolution, Volume 56, 2014, S. 697–705. doi:10.1111/jse.12084

Einzelnachweise

  1. 1 2 Richard R. C. Wang, Baorong Lu: Biosystematic and evolutionary relationshipsof perennial Triticeae species revealed by genomic analyses. In: Journal of Systematics and Evolution, Volume 56, 2014, S. 697–705. doi:10.1111/jse.12084
  2. ↑ B. Valdés, H. Scholz, unter Beteiligung von E. von Raab-Straube, G. Parolly, 2009: Poaceae (pro parte majore). In: Triticeae in Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 Robert J. Soreng, Paul M. Peterson, Konstantin Romaschenko, Gerrit Davidse, Fernando O. Zuloaga, Emmet J. Judziewicz, Tarciso S. Filgueiras, Jerrold I. Davis, Osvaldo Morrone: A worldwide phylogenetic classification of the Poaceae (Gramineae). In: Journal of Systematics and Evolution, Volume 53, Issue 2, 2015, S. 117–137. doi:10.1111/jse.12150l PDF.
  4. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Shou-liang Chen, Guanghua Zhu: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 22 - Poaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2006, ISBN 1-930723-50-4. Triticeae, S. 386 ff. - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  5. ↑ Triticeae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 21. Juni 2020.
  6. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 Poaceae. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 30. Januar 2020.
  7. ↑ Datenblatt Agropyron bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.
  8. ↑ Michael Koltzenburg: Agropyron. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 266.
  9. ↑ Watson & Dallwitz 1998: The Grass Genera of the World. (Memento vom 17. Mai 2008 im Internet Archive)
Commons: Triticeae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weiterführende Literatur