Die Trogenerbahn war eine Schweizer Bahngesellschaft mit Sitz in Trogen, die eine elektrische meterspurige Eisenbahn vom Bahnhof St. Gallen über Speicher nach Trogen sowie ein Elektrizitätswerk betrieb. Deren amtliche Abkürzung lautete TB, sie wurde mit Fusionsvertrag vom 4. Mai 2006 zusammen mit der Rorschach-Heiden-Bergbahn und der Bergbahn Rheineck–Walzenhausen in das Unternehmen Appenzeller Bahnen einfusioniert (Absorptionsfusion). Eigentümer der Trogenerbahn AG waren der Bund (37,2 %), die Kantone St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden, die durchfahrenen Gemeinden St. Gallen, Speicher und Trogen sowie Private (3,7 %).
Das Unternehmen wurde als Strassenbahn St. Gallen–Speicher–Trogen am 26. Juli 1900 in Trogen gegründet. Am 10. Juli 1903 konnte die Gesellschaft die Bahnstrecke St. Gallen–Trogen eröffnen, am Vortag verkehrte zum letzten Mal eine Postkutsche zwischen St. Gallen und Trogen. Am 30. Oktober 1909 erteilte die Bundesversammlung der Trogenerbahn die Konzession für die Verlängerung nach Heiden und Walzenhausen. Diese blieb jedoch ungenutzt und ist mittlerweile erloschen.
Die Strecke war zu Beginn mit 750 Volt Gleichspannung elektrifiziert. Unter den Initianten war man der Meinung gewesen, dass der Betrieb eines Nebengeschäfts zur Verteilung elektrischer Energie die Finanzen der Bahn günstig beeinflussen würde. Demzufolge wurde im Herbst 1900 mit dem Bau eines Leitungsnetzes begonnen, und bereits 1901 funktionierten in Speicher und Trogen Glühlampen. Daneben wurde ab 1904 ein Installations- und Elektro-Fachgeschäft aufgebaut. Das Nebengeschäft wurde 2001 zunächst in eine Tochtergesellschaft Elektro Speicher-Trogen AG (EST) ausgegliedert und der Unternehmenszweck «Anlagen für die Abgabe von elektrischer Energie an Dritte sowie Elektro-Installationsgeschäfte errichten und betreiben» aus den Statuten gestrichen. Im März 2006, vor der Fusion, wurde die EST mit einem Gewinn von 1,5 Millionen Franken an die Gemeinden Speicher (45 %), Trogen (35 %) und die Stadt St. Gallen (20 %) verkauft. Diese wiederum verkauften die EST per 1. Oktober 2011 an die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK), welche die EST im Februar 2013 ins eigene Unternehmen einfusionierte.
Mitte 1991 trat die Trogenerbahn aus dem direkten Wagenladungsverkehr aus, seither wurden die Güterwagen nur noch für Post- und eigene Transporte verwendet. Der Posttransport überlebte die Fusion noch um ein Jahr.
Für den Unterhalt der Fahrzeuge betrieb das Unternehmen eine Werkstätte in Speicher, wo auch die Verwaltung und das Elektrogeschäft untergebracht waren. Das Gebäude wurde nach der Fusion von den Appenzeller Bahnen weiterhin für den Fahrzeugunterhalt und die Fahrzeugremisierung verwendet.
Fahrzeuge und Mutationen ab 2006 siehe Appenzeller Bahnen (Meterspurnetz).


