| Wappen | Karte |
|---|---|
| Basisdaten | |
Binsfelder Straße in Ulflingen | |
| Staat: | |
| Koordinaten: | 50° 7′ N, 6° 0′ O |
| Kanton: | Clerf |
| Einwohner: | 3654 (1. Januar 2025) |
| Fläche: | 37,9 km² |
| Bevölkerungsdichte: | 96,5 Einw./km² |
| Gemeindenummer: | 0504 |
| Website: | www.troisvierges.lu |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Edy Mertens (ËBL) |
| Schöffen: | Guy Henckes (ËBL) Carlo Schroeder (ËBL) |
| Wahlsystem: | Proporzwahl |
| Sitzverteilung im Gemeinderat: Insgesamt 11 Sitze
| |
| Regierende Fraktion: | ËBL |
| Opposition: | CSV |
Ulflingen (luxemburgisch ; französisch Troisvierges) ist eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg und gehört zum Kanton Clerf. Ulflingen ist die nördlichste Gemeinde des Großherzogtums und liegt in der Nähe des Dreiländerecks mit Belgien und Deutschland.
Etwa fünf Kilometer nördlich von Ulflingen entspringt die Woltz, die später (ab Clerf) den Namen Klerf annimmt. Sie fließt in südlicher Richtung durch die Ortschaft.
Die Gemeinde ist Luxemburgs Vertreter in der European Charter – Villages of Europe, eine Gruppe ländlicher Gemeinden aus allen 28 EU-Ländern.
| deutscher Name | luxemburgischer Name | französischer Name |
| Biwisch | Biwesch / Biwisch | Biwisch |
| Drinklingen | Drénkelt | Drinklange |
| Gödingen | Géidgen | Goedange |
| Huldingen | Huldang | Huldange |
| Niederbesslingen | Kierchen / Kirchen | Basbellain |
| Oberbesslingen | Beesslek | Hautbellain |
| Ulflingen | Ëlwen | Troisvierges |
| Wilwerdingen | Wilwerdang | Wilwerdange |
Der deutsche Name, wie auch der luxemburgische Ulflingen oder Ëlwen leiten sich von Ulf, beziehungsweise Elf oder Alb ab, was Elfen bedeutet. Seit jeher berichten Volkssagen von der Gründung der Ortschaft durch Elfen. Das Suffix ingen weist auf eine germanische Siedlung hin, was mit der Besiedlung der Region durch germanische Franken naheliegt.
Herkunft des französischen Namens Troisvierges (wörtlich „drei Jungfrauen“): Bereits in der griechischen und der römischen Mythologie gab es die Moiren (auch Mören), Schicksalsgöttinnen, die den Menschen den Anteil am Leben zuteilen. Gewöhnlich nannte man Klotho, Lachesis und Atropos. Wahrscheinlicher allerdings ist, dass sich in Ulflingen, wie auch im umliegenden Asselborn, der Dreigöttinnenkult der keltischen Treverer bis heute gehalten hat. Die keltischen Treverer verehrten ihre Matres Treverae oder Matronae Treverae. Nicht weit vom Norden Luxemburgs, im Raum Aachen, finden wir Spuren des Matronenkultes, vor allem bei den germanischen Ubiern. Der Dreigöttinnenkult ist nach aktueller wissenschaftlicher Ansicht ein kelto-germanischer Kult, der besonders in der Gallorömischen Epoche Hochkonjunktur genoss. Um die Christianisierung voranzutreiben, konvertierte Papst Gregor I. den Heidenkult in die Verehrung der drei legendarischen Jungfrauen „FIDES, SPES et CARITAS“ (Glaube, Hoffnung und Liebe). Ulflingen war als Pilgerstätte der drei Heiligen bis nach Wallonien bekannt, daher der französische Name (Nous allons aux Trois-Vierges).


Ulflingen wird zum ersten Mal 1353 unter dem Namen Ulvelingen erwähnt. Im 17. Jahrhundert war Ulflingen eine bekannte Pilgerstätte, und 1641 entstand dort ein Franziskaner-Kloster. In dieser Zeit entstand auch der französische Name der Ortschaft Troisvierges (siehe Herkunft des Namens).
Ulflingen erlebte im 19. Jahrhundert einen bedeutenden wirtschaftlichen und demographischen Aufschwung. Dieser war mit dem Bau der Bahnstrecke Luxemburg–Spa sowie mit der in hier abzweigenden Strecke in Richtung Aachen (Vennbahn) verbunden. Letztere wurde stillgelegt, seit 1954 demontiert und zum Vennbahnradweg umgebaut.
Am 1. August 1914 um 19 Uhr überfuhren fünf Autos des deutschen Heeres die Grenze zu Luxemburg. Sie hielten vor dem Bahnhof an und 25 Soldaten des 69. Infanterieregiments drangen in den Bahnhof ein. Weitere Soldaten demontierten 150 Meter Eisenbahnschienen in Richtung Belgien. Die Luxemburger Eisenbahner unter Bahnhofvorsteher Jules Thiry konnten den Bahnhof Gouvy über den Überfall benachrichtigen. Gegen 21 Uhr erschien ein Meldewagen mit dem Befehl zum Rückzug. Daraufhin rückten die deutschen Soldaten wieder ab. In der Nacht erschienen erneut fünf Militärautos. Der Leutnant Feldmann erklärte, dass er nur auf Befehl aus Berlin handelte. Mit dieser ersten deutschen militärischen Grenzverletzung vor der Kriegserklärung an Frankreich begann der Erste Weltkrieg im Westen.
Am 10. Mai 1940 um 4:35 Uhr begann der Überfall auf Luxemburg, der auch diesmal wieder über Ulflingen erfolgte. Es kam zu keinen Kampfhandlungen. Als die amerikanische Armee über Asselborn gegen Ulfingen vorrückte, sprengten die Deutschen bei ihrem Rückzug am 24. Januar 1945 drei Brücken, die Bahnanlagen, eine Mühle und zwei Hotels. Um die Kirche herum hielten sie noch ein paar Stellungen, als die Amerikaner schon am Bahnhof standen. Die drangen dann weiter im Ort vor und verscheuchten die Deutschen, die bereits‘ Sprengladungen an verschiedenen Teilen des oberen Viertels angebracht hatten. „Von Ulflingen aus trieben sie die Deutschen dann weiter heim ins Reich.“
| Ulflingen: Einwohnerzahlen von 1821 bis 2025 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1821 | 1.362 | |||
| 1851 | 1.454 | |||
| 1871 | 1.850 | |||
| 1880 | 2.076 | |||
| 1890 | 2.140 | |||
| 1900 | 2.597 | |||
| 1910 | 2.779 | |||
| 1922 | 2.612 | |||
| 1930 | 2.772 | |||
| 1935 | 2.732 | |||
| 1947 | 2.518 | |||
| 1960 | 2.006 | |||
| 1970 | 1.848 | |||
| 1981 | 1.858 | |||
| 1990 | 1.916 | |||
| 2000 | 2.339 | |||
| 2010 | 2.918 | |||
| 2020 | 3.296 | |||
| 2025 | 3.654 | |||
| Quelle(n): Institut national de la statistique et des études économiques (STATEC) | ||||
Nördlich des Gemeindehauptorts Troisvierges/Ulflingen befindet sich das Naturschutzgebiet Cornelys Millen, ein Feuchtgebiet, das innerhalb der Luxemburger Ardennen eines der wenigen Rückzugsgebiete für bedrohte Tierarten ist. Man kann dort unter anderem den Schwarzstorch beobachten.
2008 wurde der Sentier des Passeurs eingeweiht: ein Fluchthelferweg, der während der deutschen Besatzung ab 1943 benutzt wurde, um luxemburgische, zwangsverpflichtete Kriegsdienstverweigerer nach Belgien zu schleusen.
Fahrradwege in der Gemeinde:
In der Gemeinde befinden sich die zwei höchsten Erhebungen des Luxemburger Landes: Kneiff (560 m) und Burgplatz (559 m).
Außerdem bestehen in der Ortschaft: