Rendtorff übernahm zahlreiche kirchliche Ämter und Aufgaben. Von 1979 bis 1997 war er Mitglied der Synode der EKD. In den Jahren 1980 bis 1997 leitete er als Vorsitzender die Kammer der EKD für öffentliche Verantwortung; in dieser Zeit erschienen die Friedensdenkschrift (Frieden wahren, fördern und erneuern, 1981), die Demokratiedenkschrift (Evangelische Kirche und freiheitliche Demokratie, 1985) und die Wirtschaftsdenkschrift (Gemeinwohl und Eigennutz, 1991).
Das Grab von Trutz Rendtorff und seiner Ehefrau Margrit geborene Ottow auf dem Waldfriedhof Solln in München
Rendtorff wohnte in München-Solln in einer Villa an der Linastraße 3a, in der Bischöfe, Theologen und Politiker ein und aus gingen und wo er auch Oberseminare abhielt. Während zunächst Töchter und Bürger, dann auch Bürgerinitiativen wie das Denkmalnetz Bayern sich nach seinem Tod für den Erhalt des historischen Gebäudes einsetzen, wolle die Eigentümerin, die evangelische Landeskirche in Bayern, statt „alter Gartenstadt-Herrlichkeit“ bezahlbaren Wohnraum schaffen. Mindestens die Hälfte der Wohnungen sei für Pflegekräfte des Ev. Pflegezentrum München Sendling vorgesehen, welche auf dem Münchener Wohnungsmarkt kaum Chancen haben. Der Großteil der 2.000m² werde trotz Errichtung des Mehrfamilienhauses Grünfläche bleiben, hieß es zunächst, dann wiederum stand ein Neubau hinter der Rendtorff-Villa zur Debatte. Tochter Verena Rendtorff plädierte im Bayerischen Rundfunk für den Erhalt der Villa.
Die soziale Struktur der Gemeinde. Die kirchlichen Lebensformen im gesellschaftlichen Wandel der Gegenwart. Eine kirchensoziologische Untersuchung. Furche-Verl., Hamburg 1958 (Studien zur evangelischen Sozialtheologie und Sozialethik, 1; zugleich erweiterte Dissertation, Münster/Westfalen).
Kirche und Theologie. Die systematische Funktion des Kirchenbegriffs in der neueren Theologie. Gütersloher Verlagshaus Mohn, Gütersloh 1966 (Habilitationsschrift, Münster/Westfalen, Überarbeitung).
Theorie des Christentums. Historisch-theologische Studien zu seiner neuzeitlichen Verfassung. Mohn, Gütersloh 1972, ISBN 3-579-04097-9.
Politisches Mandat der Kirchen? Grundfragen einer politischen Theologie. Trutz Rendtorff antwortet Winfried Hassemer. Patmos-Verlag, Düsseldorf 1972, ISBN 3-491-00326-1.
Gott, ein Wort unserer Sprache? Ein theologisches Essay. Kaiser, München 1972, ISBN 3-459-00830-X (Theologische Existenz heute; [N.F.], 171).
Politische Ethik und Christentum. Kaiser, München 1978, ISBN 3-459-01153-X (Theologische Existenz heute; [N.F.], 200).
Ethik. Grundelemente, Methodologie und Konkretionen einer ethischen Theologie, Bd. 1+2. Kohlhammer, Stuttgart/Berlin 1980/1981 (2., durchgesehene Auflage 1990; Nachdruck Mohr Siebeck, Tübingen 2011, ISBN 978-3-16-150715-1).
Theologie in der Moderne. Über Religion im Prozeß der Aufklärung. Gütersloher Verlagshaus Mohn, Gütersloh 1991, ISBN 3-579-00189-2 (Troeltsch-Studien. Bd.5).
Vielspältiges. Protestantische Beiträge zur ethischen Kultur. Kohlhammer, Stuttgart/Berlin/Köln 1991, ISBN 3-17-011544-8.
Religionsfreiheit – Krise des Christentums? Zum grundrechtlichen Status der Menschenrechte in christentumstheoretischer Perspektive. In: Friederike Nüssel (Hrsg.): Theologische Ethik der Gegenwart. Mohr Siebeck, Tübingen 2009, S. 207–225.
Als Herausgeber
zusammen mit Karl Gerhard Steck: Protestantismus und Revolution. Kaiser, München 1969 (Theologische Existenz heute; [N.F.], 161).
Die Realisierung der Freiheit. Beiträge zur Kritik der Theologie Karl Barths. Gütersloher Verlagshaus Mohn, Gütersloh 1975, ISBN 3-579-04050-2.
Religion als Problem der Aufklärung. Eine Bilanz aus der religionstheoretischen Forschung. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1980, ISBN 3-525-87493-6.
zusammen mit Anselm Hertz, Wilhelm Korff und Hermann Ringeling: Handbuch der christlichen Ethik. Herder, Freiburg i.B. / Mohn, Gütersloh; Bd.1 und Bd.2, 1978; Bd.3, 1982.
↑Friedrich Wilhelm Graf: Das Christentum in Freiheit leben. Mit dem Theologen Trutz Rendtorff verliert der moderne deutschsprachige Protestantismus einen seiner prägenden Köpfe. In: Neue Zürcher Zeitung vom 27. Dezember 2016, S. 31.