Tsikin

Geistlicher mit Tsikin

Als Tsikin (Chinesisch: 祭巾; Pinyin: Jìjīn; „Zeremonielle Kopfbedeckung“) wurde eine in China zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert verwendete Kopfbedeckung katholischer Geistlicher bezeichnet.

Geschichte

Der Tsikin war Teil der Bemühungen der frühen Jesuitenmissionen in China, die katholische Liturgie an örtliche Gegebenheiten anzupassen.

1613 schickte Niccolò Longobardo Nicolas Trigault im Rahmen des Ritenstreits nach Rom, um einige Änderungen der katholischen Liturgie für China vom Papst approbieren zu lassen. Dies betraf auch die Kopfbedeckung: In China wurde es als unrein empfunden, das eigene Haupt zu entblößen. Im Gegensatz zu Europa stellte es im damaligen China keine Ehrbezeugung dar. Der Tsikin wurde daher im Gegensatz zum Birett während der gesamten Messe getragen. Nur während der Beichte entblößten alle chinesischen Katholiken und somit auch die Priester als Beichtväter ihr Haupt.

Papst Paul V. gewährte die angefragten Änderungen unter der Auflage, dass die während der Messe getragene Kopfbedeckung keinerlei Ähnlichkeit zu profanen Kopfbedeckungen haben dürfe.

Seit dem frühen 20. Jahrhundert wurde der Tsikin im Zuge der Anpassung Chinas an den Westen immer seltener verwendet. 1924 verbot eine Gesamtchinesische Kirchenkonferenz in Shanghai den Gebrauch und legte fest, dass die Messsprache, die bisher Chinesisch gewesen war, zu Latein geändert werden solle.

Beschreibung

Der Tsikin hatte eine quadratische Oberseite, von der aus vier Seiten in einer runden Unterseite endeten. Von jeder Ecke der Oberseite hingen drei Schnüre herab, die die Dreifaltigkeit repräsentieren sollten. Zwei lange Bänder, die jenen einer Mitra ähnelten, hingen von der Rückseite herab. Der Tsikin adaptierte daoistische Vorbilder, war aber immer mit christlichen Symbolen verziert.

Literatur

Commons: Tsikin – Sammlung von Bildern