Rampe (ortsfester Zugang)

Als Rampe bezeichnet man im Bauwesen eine geneigte Fläche (schiefe Ebene) zur Überwindung von Höhenunterschieden.

Begriff

Im 18. Jahrhundert wurde der französische Begriff rampe in die deutsche Sprache übertragen und hatte ursprünglich drei Bedeutungen; er bezeichnete:

Davon sind später zwei fortentwickelte Wortbedeutungen verblieben:

Formen im Wegebau

Gebäudeauffahrt

Zufahrtsrampe am Schloss Rastatt

Liegen Gebäude nicht eben, so wird die Zufahrt durch Rampenanlagen ermöglicht. Das ist sowohl dann der Fall, wenn das Bauwerk in Hanglage steht, wie auch, wenn das Hauptgeschoss nicht ebenerdig ist.

So haben viele Schlösser, aber auch andere öffentliche Repräsentationsbauten Auffahrten vor dem Haupteingang, damit man aus der Kutsche direkt ins Gebäude gelangen konnte. Diese Rampen sind vielfach mit Stiegenaufgängen kombiniert, in der Art einer Vorhalle überdacht oder in Vorbauten integriert, und besonders repräsentativ ausgeführt. In einem Park gelegen, zieht sich die Auffahrt als Gesamtanlage vom Außentor bis zum Schlossvorplatz oder -hof. Bei Burgen, die naturgemäß meist erhaben lagen, sind die Auffahrtsrampen zentraler Konstruktionsbestandteil. Analog findet sich das als Garagenauffahrt bei Wohnhäusern, wenn das Straßenniveau tiefer liegt.

Monumentale Rampen kamen bereits bei ägyptischen Terrassentempeln, bei assyrischen Palästen und Zikkurats vor. Beim Bau der Pyramiden verwendete man Rampen zum Materialtransport.

Entsprechende Konstruktionen rein praktischer Natur findet man auch bei gewerblichen Gebäuden oder Anlagen aller Art, bis hin zu Bergbauernhöfen, im gesamten Transportwesen oder bei militärischen Bauten.

Treppenrampe

Treppenrampe

Die Treppenrampe bzw. Rampentreppe ist eine Mischform aus Rampe und Treppe, die als Treppe ein Steigungsverhältnis von unter 1:6, also unter 15° aufweist. Treppenrampen besitzen geringe Steigungshöhen (= Setzstufen) und auch der für sonstige Treppen zulässige höchste Auftritt von 32 cm wird in der Regel überschritten. Treppenrampen kommen vor allem zum Einsatz, wenn Treppennutzer die Steigegeschwindigkeit verlangsamen und zum bedachtsamen Schreiten übergehen sollen.

Eine Treppenrampe mit gewendeltem Lauf ist eine Wendelrampe; es gibt sie auch in der Funktion als Reittreppe. → Hauptartikel: Eselstreppe

Rollstuhlrampe

Rollstuhlrampe an einer Freitreppe

Angelegt werden Rampen heute in der Regel als behindertengerechte Zuwegung mit einer Steigung von maximal 6 %, also einem Steigungswinkel von maximal ca. 3,4°. Maße, Anbringung und Ausführung orientieren sich in diesem Fall in Deutschland auch an den Vorgaben der Normen

  • DIN 18025 Barrierefreie Wohnungen; Wohnungen für Rollstuhlbenutzer; Planungsgrundlagen
  • DIN 18024 Barrierefreies Bauen: Straßen, Plätze, Wege, öffentliche Verkehrs- und Grünanlagen sowie Spielplätze; Planungsgrundlagen
  • DIN 18035 Sportplätze – Teil 1: Freianlagen für Spiele und Leichtathletik, Planung und Maße

Rampe im Eisenbahnbau

Tunnelrampe der Wiener Straßenbahn

Auch bei der Eisenbahn werden mäßig steile Schienenstrecken als Rampe bezeichnet. Vgl. Dransfelder Rampe; Schiefe Ebene (Eisenbahnstrecke).

Tunnelrampe

Wird für den Schienen-, Straßen- oder Fußwegverkehr ein Tunnel unter bestehende Verkehrswege gelegt, ist meist an beiden Enden je eine künstliche Tunnelrampe erforderlich. Diese ist in Trogbauweise von senkrechten Seitenwänden eingefasst und gleicht die Höhendifferenz zwischen dem Geländeniveau und der Tunnelsohle aus.

Bootsrampe, Fährrampe, NATO-Rampe

Bootsrampe am Schiersteiner Hafen

→ Hauptartikel: Slipanlage

Eine Bootsrampe oder Slipanlage (Sliprampe) dient dazu, Boote vom Land in das Wasser zu lassen. Gleichartig, in der Regel aber größer und belastbarer konstruierte Fährrampen dienen dem Anlegen von Autofähren.

Genauso konstruiert sind Ersatzübergangsstellen für etwa militärische Transportschiffe; sie heißen im Bundeswehr-Jargon Panzerrampen und volkstümlich NATO-Rampen.

Laderampe

Eigentlich meinte der Begriff Laderampe die Auffahrt zu einem Podest, von dem aus Güterwagen oder Lastwagen be- und entladen werden. Unter Wegfall der Schräge hat sich der Begriff auf das Podest selbst übertragen.

Laderampe am Bahngleis (Bahnhof Jöhstadt)

Die Laderampe dient dem Material- und Warenumschlag zwischen der Baulichkeit und Transportfahrzeugen. Da hier meist das Fußbodenniveau des Bauwerks dem Ladeflächenniveau des Fahrzeugs angepasst ist, sind Laderampen durchwegs ebene An- und Vorbauten, und nur sekundär durch schräge Rampen für rollendes Kleingerät ergänzt.

Verladerampe

→ Hauptartikel: Verladerampe

Eine Verladerampe (auch Auffahrrampe) ist eine – in der Regel mobile – geneigte Fläche zum Überfahren mit einem Radfahrzeug oder mit Transportgütern auf Rädern oder Rollen. Hierzu zählt auch die Türschwellenrampe, die Einbaurampe, die Klapprampe, die Faltrampe, die Teleskoprampe und die Kofferrampe.

Siehe auch

Literatur

Commons: Treppenrampen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Otto Lueger: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 6. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart / Leipzig [o. J., ca. 1898], S. 930: Rampen. (Digitalisat auf digitale-sammlungen.de, abgerufen am 17. Oktober 2026)
  2. ↑ ›rampe‹. In: Deutsches Wörterbuch (¹DWB, dwds.de). 1898, abgerufen am 17. Oktober 2026.
  3. 1 2 Rampe. In: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (dwds.de). 1974, abgerufen am 17. Oktober 2026.
  4. ↑ Zur Rampe im Theater vgl. Adolf Oppenheim, Ernst Gettke (Hrsg.): Deutsches Theater-Lexikon. Eine Encyklopädie alles Wissenswerthen der Schauspielkunst und Bühnentechnik. Carl Reißner, Leipzig 1889, S. 679: Rampe. (Digitalisat auf digitale-sammlungen.de, abgerufen am 18. Oktober 2026)
  5. ↑ Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X, S. 383 (Rampe). – Digitalisat auf moodle.unifr.ch (im Internet Archive).
  6. ↑ BauNetz: Treppenrampen. In: baunetzwissen.de. Abgerufen am 17. Oktober 2026.
  7. ↑ Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X, S. 509 (Wendelrampe). – Digitalisat auf moodle.unifr.ch (im Internet Archive).
  8. ↑ Slippen: die Dos and Don'ts des Zuwasserlassens. In: bootstechnik.de. 14. Mai 2012, abgerufen am 17. Oktober 2026.
  9. ↑ Fährrampe, auf wiki.baw.de, abgerufen am 17. Oktober 2026.
  10. ↑ Wiedersehen auf der Panzerrampe. In: mittelrheingold.de. 21. Januar 2025, abgerufen am 17. Oktober 2026.
  11. ↑ Panzerrampe in St. Goarshausen-Wellmich soll Landeplatz für Rettungshubschrauber werden. In: rheinzeitung.de. 24. Juni 2015, abgerufen am 17. Oktober 2026.
  12. ↑ Julia Müller: Einst für Panzer gebaut: So werden Nato-Rampen am Rhein in Düsseldorf genutzt. In: nrz.de. 17. Juli 2025, abgerufen am 17. Oktober 2026.