Das Twiddler-Syndrom ist eine seltene Komplikation nach dem Einbau eines Herzschrittmachers oder Defibrillators, bei der der Generator mit der Elektrodensonde (mehrfach) verdreht ist und die zur Funktionsstörung und Dislokation der Elektrode führt.
Der Begriff kommt von englischtwiddle‚drehen, aufdrehen‘.
Die Erstbeschreibung und Bezeichnung stammt aus dem Jahre 1968 durch die kanadischenÄrzte Colin E. Bayliss, Donald S. Beanlands und Ronald J. Baird.
fehlende Erfassung von eventuell tödlichen Herzrhythmusstörungen
Ursache
Häufig liegt eine ungenügende Fixierung des Gerätes in der vorgesehenen Stelle vor.
Risikofaktoren dafür sind sehr junges und sehr hohes Alter des Patienten, psychiatrische oder kognitive Störungen, Manipulation durch den Patienten oder zu große Implantationstasche.
Klinische Erscheinungen
Im Vordergrund steht die Funktionsstörung bis zum Funktionsausfall. Daneben kann es zu unerwünschten Stimulationen anderer Nerven wie des Nervus phrenicus oder des Plexus brachialis kommen. Bei Patienten mit einem implantierten automatischen Defibrillator (ICD) können inadäquate Defibrillationsschocks ausgelöst werden.
Das Phänomen kann auch außerhalb kardiologischer Indikationen auftreten, beispielsweise bei Implantation zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Krankheit.
Literatur
J. A. Lesnick, B. L. Cooper, P. B. Doshi: Twiddler's Syndrome. In: Clinical practice and cases in emergency medicine. Band 3, Nummer 3, August 2019, S.299–300, doi:10.5811/cpcem.2019.4.42123, PMID 31404310, PMC6682220(freier Volltext).
S. S. Leyendecker, F. Reuter, C. Steffens, W. Uhl, U. Mittelkötter: Twiddler-Syndrom bei einem links pektoral implantierten Defibrillator. In: Der Chirurg. Band 79, Nummer 1, Januar 2008, S.80, 82, doi:10.1007/s00104-007-1319-3, PMID 17443303.
↑C. E. Bayliss, D. S. Beanlands, R. J. Baird: The pacemaker-twiddler's syndrome: a new complication of implantable transvenous pacemakers. In: Canadian Medical Association journal. Band 99, Nummer 8, 1968 Aug 24-31, S.371–373, PMID 4952398, PMC1924435(freier Volltext).
↑Stefan Asbach, Michael Brunner, Manfred Zehender, Christoph Bode, Thomas S. Faber:Multiple inappropriate defibrillator discharges due to Twiddler's syndrome. In: Wiener Klinische Wochenschrift. Band117, Nr.23-24, Dezember 2005, ISSN0043-5325, S.801, doi:10.1007/s00508-005-0480-2, PMID 16437315.
↑J. Adams, V. Shivkumar: Twiddler's Syndrome in Deep Brain Stimulation. In: Movement disorders clinical practice. Band 7, Nummer 7, Oktober 2020, S.859–860, doi:10.1002/mdc3.13035, PMID 33043085, PMC7533989(freier Volltext).
Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient weder der Selbstdiagnose noch wird dadurch eine Diagnose durch einen Arzt ersetzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!