Uhden

Wappen der adligen
Familie von Uhden
(waagerechte Schraffur in Blau)
Wappen der bürgerlichen
Familie Ude bzw. Uhde
(senkrechte Schraffur in Rot)
Wappen des David Gustav Uhde
(senkrechte Schraffur in Rot)

Uhden, auch Uhde, Uden, Ude und latinisiert Udenius geschrieben, ist der Name einer Familie.

Namensentstehung

Der Name Uden oder kurz Ude, später auch Uhden und Uhde, zählt zu den patronymischen Familiennamen (Vatersvornamen). Er entwickelte sich aus der beliebten Namenskurzform Udo durch sprachliche Verkürzung seines lateinischen Genitivs „filius Udonis“ für Sohn Udos bzw. Udos Sohn 1283 zu „Udonis“, anschließendes Abschleifen zu Uden, so 1308 mit „meyster Uden“ aus Halle sowie 1311 in Berlin mit „consul Henricus Uden“ und Verkürzen zu Ude 1410 mit „Ciriacus Ude … radmanne to Gardelege“.

Familie

Die hier behandelte Familie kommt ursprünglich aus Gardelegen in der Altmark, wo u. a. 1393 Cyriacus und Henning Uden, 1419 die Gebrüder Niclas und Cyriacus und 1493 Bürgermeister Udo Udonis auftreten. In der Marienkirche zwischen Hochkanzel und Ratsherrngestühl errichtete sich 1586 des Bürgermeisters Anton Uhdes († 1566) Witwe, Elisabeth Uhde geb: Hackelbusch aus Salzwedel, ein prächtiges heute noch erhaltenes Epitaph. In Egeln bei Magdeburg wird die Familie 1552 mit dem fürstlich magdeburgischen Hofrat Bartholomäus Ude († 1587) urkundlich. Die gesicherte Stammreihe beginnt mit Christian Röttger Heinrich Uhde, Kaufmann in Egeln, und der dort am 6. Juni 1608 geehelichten Dorothea Rulmann. Den Nachkommen des Sohnes Peter Uhde (1623–1684), Egelner Kaufmann, Ackerbürger und Ratsverwandter, vermacht Enkel David Uhde 1750, Bürgermeister dortselbst und kinderlos, sein ganzes Vermögen ungeteilt mit der Maßgabe, dass es „gehörlich administriert“ und aus den Erträgen „den waren und wirklichen Armen meiner Familien in infinitum und zwar deren Söhne zur Erlernung einer Profession fünfzehn bis zwanzig Reichsthaler, ingleichen denen Töchtern zu ihrer Verheiratung jede dreißig Reichsthaler baares Geld ausgezahlt, auch denen frommen Witwen und Waisen zu ihrer höchstnöthigen etwas gereicht werden soll“.

Noch 1937 bekamen drei Witwen ein Stipendium aus der Familienstiftung, deren Verwaltung vom Stiftungsbeginn an in den Händen des Egelner Magistrats lag. Die den Stiftungsakten beigefügten Nackommenstafeln bargen 1000 Köpfe, waren bei weitem nicht lückenlos, wie der nationalsozialistische Rassenhygieniker Hans Julius Duncker berichtet, der bis 1940 die Zahl durch eigene Recherchen auf 3.600 erhöhte und mit Dunkelziffer die Gesamtzahl auf 6.000 taxierte.

Der Bruder von obigem Peter Uhden wandert nach dem Dreißigjährigen Krieg nach Mähren aus und wird Stammvater des mährischen Familienzweiges.

Wappen

Schild geteilt, oben in Silber ein wachsender roter Adler, unten in Rot ein goldener Stern; auf dem Helm mit rot-silberner Decke ein offener beidseitig von Silber und Rot gevierter Flug.

Bekannte Familienmitglieder

Hinweis

Wappen des Paul Karl von Uhde
1902: Stern über Eule.

Es gibt Familien in ähnlicher Namensschreibweise, die von der hier beschriebenen zu unterscheiden sind. Wie zum Beispiel:

  • August Wilhelm Julius Uhde (* Königslutter 1807, † in Braunschweig 1907) herzoglich braunschweigischer Schulrat und Direktor des Politechnikums. Er hatte zwei berühmte Söhne:
  • Constantin Uhde (1836–1905) wurde ein bekannter Architekt und
  • Paul Karl von Uhde (1843–1932), preußischer Generalleutnant z. D., 17. Dezember 1902 preußischer Adelsstand, Neues Palais Potsdam. Wappen (1902): In Silber sitzend zwischen zwei schwarzen Hirschstangen eine rote Eule, überhöht von einem roten Stern.
  • Einer Nebenlinie entstammt der bekannte Karl Wilhelm Ferdinand Uhde (1813–1885), deutscher Professor der Chirurgie.
  • Friedrich Wilhelm Uhde (1836–1906), deutscher Oberförster in Rübeland und Ornithologe.
  • Hans Uhde (1881–1949), preußischer Major a. D. und Kreisrat in Einbeck, heiratete 1909 Margot von Reichenbach, deren Brüder im Ersten Weltkrieg fielen, weshalb auf Antrag des Schwiegervaters 1920 die Genehmigung zur Führung des Namens Uhde von Reichenbach erteilt wurde.

Literatur

Weitere Literatur

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ Erstmals belegbar am 7. Oktober 1283 in Warburg, Kreis Höxter, für den Consul „Henricus Udonis“, WUB, 4. Band, Die Urkunden des Bistums Paderborn vom Jahre 1201–1300, 3. Abteilung, die Urkunden der Jahre 1250–1300, Münster 1894, S. 823.
  2. ↑ Rudolf Zoder: Familienbuch in Ostfalen, II, Artikel Uhde.
  3. ↑ Hans Duncker: Uhdebuch, S. 1.
  4. ↑ Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis (CDB), SB, S. 358 Nr. IV.
  5. ↑ Moritz Wilhelm Heffter: Codex Diplomaticus Brandenburgensis, Namensverzeichnis zu sämtlichen Bänden, Band III, Hrsg. Adolph Friedrich Riedel, Berlin 1868, S. 349.
  6. ↑ Deutsches Geschlechterbuch, Band 128, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1962, S. 354.
  7. ↑ Gustav Uhde: „Geschlechts-Register der Uden oder Uhden“, Breslau 1855.
  8. ↑ Johann Siebmacher: Der blühende Adel des Königreichs Preußen. Edelleute, (Illustration Ad. M. Hildebrandt), Band III, 2. Abteilung, Nürnberg 1878, S. 422, Tafel 466.
  9. ↑ Johann Siebmacher: Großes Wappenbuch, Band G., Hamburgische Wappenrolle, 1976
  10. ↑ Johann Siebmacher: Band V.Bürgerliche Geschlechter, 2. Abteilung, Bauer & Raspe E. Küster, Nürnberg 1873, S. 34, Tafel 58, 176.
  11. ↑ Georg Krüger: Die Pfarren des Großherzogtums Mecklenburg-Strelitz und ihre Inhaber seit der Reformation. Strelitz 1903, S. 92.
  12. ↑ l. u.: Uhden, Hermann Ferdinand. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39, Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 143–145.
  13. ↑ Paul Zimmermann: Uhde, August. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39, Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 139 f.
  14. ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1929 Zugleich Adelsmatrikel der im Ehrenschutzbunde des Deutschen Adels vereinigten Verbände. 21. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1928, S. 676.
  15. ↑ Paul Zimmermann: Uhde, Karl. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39, Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 141–143.
  16. ↑ Uhde, Friedrich Wilhelm Ludwig Rudolph, geb. 02.03.1836 Braunschweig, gest. 03.07.1906 Königslutter, Forstbeamter, Forstmeister. im Magdeburger Biographischen Lexikon
  17. ↑ Rudolf Zoder: Familienbuch in Ostfalen, II, Artikel Uhde.
  18. ↑ Gustav Uhde: Geschlechts-Register Uden oder Uhden, Breslau 1855.