Ulf Pindur

Ulf Pindur (2008)

Ulf Pindur (* 18. Januar 1943 in Bad Darkau) ist ein deutscher Universitätsprofessor, Apotheker und Lebensmittelchemiker. Sein Arbeitsgebiet war die Synthese und Analyse neuer Wirkstoffe mit genselektiver Bindung gegen Krebserkrankungen.

Leben und Forschung

Pindur absolvierte das Abitur am Justus-Liebig-Gymnasium Darmstadt. Nebenberuflich war er als Organist in den katholischen Kirchen Dreieich und Bensheim tätig. Nach einer Apothekerpraktikantenausbildung studierte er an der Universität Marburg ab 1962 Chemie (Diplom), Lebensmittelchemie (Staatsexamen) und Pharmazie (Staatsexamen). Dort wurde er 1974 mit der Arbeit Oxydationen und Ringschlüsse an aromatischen Oximen zum Dr. rer. nat. promoviert und 1980 im Fach Pharmazeutische Chemie/Medizinische Chemie über Heterocyclen der Pyrazol-, Pyrrol- und Indol-Reihe habilitiert. Im gleichen Jahr folgte er einem Ruf an die Universität Würzburg als Professor für Pharmazeutische Chemie/Medizinische Chemie. 1985 ging er als Professor für Pharmazeutische Chemie/Medizinische Chemie an die Universität Mainz. Er war lange Jahre Institutsleiter der Pharmazie und Vorsitzender des zentralen Ausschusses der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachbereiche der Universität Mainz. Von 1995 bis 2002 war er berufener Fachgutachter im Fach Chemie und Arzneimittelchemie der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Bonn.

Die Forschungsgebiete von Pindur waren die Arzneistoff-Reaktivität, die Heterocyclenchemie und hauptsächlich die Entwicklung von neuen Peptidomimetika (Peptid-Nachahmer) als sequenzselektive DNA-Liganden. Die Darstellung neuer Krebstherapeutika mit Wirkungen auf der Ebene der Veränderung der Genexpression standen im Zentrum seiner Forschungen. Neben der Organischen Synthese und in silico-Verfahren (Computersimulationen an der DNA) wurden biologische und biophysikalische Methoden verwendet. Die Forschungsergebnisse wurden in über 260 Publikationen dokumentiert. Er veröffentlichte ein Lehrbuch der Klinischen Chemie und medizinischen Laboratoriumsdiagnostik.

Er war insgesamt 30 Jahre Vorsitzender des universitären Pharmazie-Staatsexamens an den Universitäten Würzburg und Mainz. Für zehn Jahre war er Vorsitzender der Prüfungskommission Fachapotheker für Pharmazeutische Analytik bei der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz.

Kulturelles Engagement

History-Filmproduktion

Pindur produziert Videos (Webvideoproduktion) zur Geschichte, zur Kultur und Archäologie sowie Wissenschaftsfilme zur Medizinischen Chemie, molekulare Wirkungen der Arzneistoffe.

Auszeichnungen

Ausgewählte Publikationen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Geburtsdatum Kürschner, Deutscher Gelehrtenkalender 2009
  2. 1 2 Kürschner, Deutscher Gelehrtenkalender 2009, Eintrag Ulf Pindur.
  3. ↑ 260 Publikationen nach Stand 2009, nach dem Eintrag in: Kürschner, Deutscher Gelehrtenkalender 2009.
Personendaten
NAME Pindur, Ulf
KURZBESCHREIBUNG deutscher Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 18. Januar 1943
GEBURTSORT Bad Darkau