Ulrich Goerdten

Ulrich Goerdten (* 14. Januar 1935 in Teuchern) ist ein Lyriker, Germanist, Bibliothekar und Kleinverleger.

Leben

Goerdten ist der Sohn eines evangelischen Pfarrers, er verlebte seine Jugend in Teuchern und besuchte Schulen in Naumburg und Schulpforte. Nach dem Abitur verließ er die DDR und ging in die Bundesrepublik, wo er zunächst im Berg- und Straßenbau arbeitete. Von 1956 bis 1961 studierte er Germanistik, Philosophie, Latein und Griechisch an der Universität Münster und der Freien Universität Berlin. 1971 legte er die Magisterprüfung in Germanistik und Latein ab. Ab 1971 arbeitete er in der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin, zunächst in Aushilfsjobs, dann, nach Referendarzeit und Staatsprüfung, als Fachreferent für Germanistik und andere Fächer, mit Lehrauftrag für germanistische Fachbibliographie am Fachbereich Germanistik der Freien Universität von 1979 bis 1999.

Schon früher hatte er zu publizieren begonnen und setzte dies während seiner bibliothekarischen Tätigkeit fort. Von 1983 bis 1985 war er Vorsitzender der Neuen Gesellschaft für Literatur in Berlin. 1991 gründete er in Bargfeld bei Celle den Kleinverlag „Luttertaler Händedruck“, in dem insbesondere literarhistorische Texteditionen erschienen. In dem kleinen Heidedorf Bargfeld hatte einst auch der Schriftsteller Arno Schmidt, mit dem sich Goerdten häufiger thematisch beschäftigte, gelebt.

1998 schied Goerdten aus dem aktiven Bibliotheksdienst aus. Er betreute bis gegen Ende des Jahres 2012 weiterhin die Germanistische Linksammlung der Universitätsbibliothek der Freien Universität. Von Juni 2013 bis April 2015 war er Vorsitzender des Vorstands der Pirckheimer-Gesellschaft. Als Lyriker produziert er Wortspielgedichte (Leipogramme, Anagramm- und Lautgedichte), in denen Anregungen aus Oulipo, Wiener Gruppe und Dada verarbeitet werden.

Goerdten ist in dritter Ehe verheiratet und hat fünf Kinder.

Schriften (Auswahl)

Herausgeberschaft

Einzelnachweise

  1. ↑ Vorlesungsverzeichnisse der Freien Universität Berlin 1979–1999.
  2. ↑ Arbeitsmaterialien zur Einführung in die germanistische Fachbibliographie (Memento vom 12. Februar 2005 im Internet Archive).
  3. ↑ Luttertaler Händedruck, Angaben in der DNB, online unter d-nb.info
  4. ↑ Deutsches Literatur Lexikon. Das 20. Jahrhundert. Hrsg. von Konrad Feilchenfeld. Band 11 "Gellert-Gorski", Saur, München 2008, Sp. 379–380.
  5. ↑ Persönliche Website bei der FU Berlin (Memento vom 8. Juni 2009 im Internet Archive)
  6. ↑ Ulrich Goerdten: Nachruf auf eine Linksammlung. Zuerst in: Bibliotheksdienst 46. Jg. (2012), H. 11, S. 926–930. (Abgerufen am 25. Mai 2014).
  7. ↑ Marginalien. Zeitschrift für Buchkunst und Bibliographie. 216. Heft, 4. 2014, S. 64–65.
  8. ↑ Rezension von Hans-Albrecht Koch
  9. ↑ Rezension von Klaus Schreiber
  10. ↑ Rezension von Klaus Schreiber
  11. ↑ Ulrich Goerdten – Lürische Ybungen 2 Kurzbesprechung zum Buch vom 21. November 2019 im Pirckheimer-Blog der Pirckheimer-Gesellschaft, online unter pirckheimer-gesellschaft.org
  12. ↑ Rezension von Wilbert Ubbens
Personendaten
NAME Goerdten, Ulrich
KURZBESCHREIBUNG deutscher Schriftsteller, Kleinverleger und Bibliothekar
GEBURTSDATUM 14. Januar 1935
GEBURTSORT Teuchern, Deutschland